20.03.2020

Sie haben "keinen Bock zu sterben" Coronavirus-Risikogruppe: Nicht nur Ältere und Kranke sind gefährdet!

Zur Coronavirus-Risikogruppe zählen mehr Menschen als nur Kranke und Ältere, beispielweise querschnittsgelähmte Menschen. (Symbolbild)

Foto: iStock/AnnaStills

Zur Coronavirus-Risikogruppe zählen mehr Menschen als nur Kranke und Ältere, beispielweise querschnittsgelähmte Menschen. (Symbolbild)

Sie ist weitaus größer als Sie vielleicht gedacht haben: die Coronavirus-Risikogruppe. Erfahren Sie, welche Menschen noch besonders gefährdet sind und was ihr dringendes Anliegen ist.

Bekannt ist derzeit, dass ältere Menschen und jene, die eine Vorerkrankung haben, zur Coronavirus-Risikogruppe gehören. Wussten Sie aber, dass es offenbar noch mehr besonders gefährdete Menschen gibt, die weder krank noch alt sind? Einige von ihnen haben sich zusammengetan und via Instagram auf sich aufmerksam gemacht. Denn sie wollen nicht sterben, nur weil andere rücksichtslos mit der aktuellen Situation umgehen.

Coronavirus-Risikogruppe: Weder alt noch krank, aber wir gehören auch dazu!

Was derzeit wahrscheinlich alle wissen: Ab einem Alter von 50 Jahren gehört man zur Risikogruppe. Haben diese Menschen außerdem noch eine Grunderkrankung, steigt die Gefahr, bei einer Infektion mit dem Coronavirus einen schweren Krankheitsverlauf erleiden zu müssen. Bekannt ist ebenso, dass auch Menschen, egal welchen Alters, mit einer Vorerkrankung wie Diabetes, Herzkreislaufstörungen, Atemwegserkrankungen sowie Leber-, Nieren- oder Krebserkrankungen zur Gruppe der am meisten Gefährdeten gehören. Die Reihe setzt sich weiter fort: Auch Personen mit einer Immunschwäche oder einer durch Medikamenteneinnahme unterdrückten Immunabwehr sind besonders zu schützen.

Kennen Sie darüber hinaus weitere Menschen, die in der aktuellen Corona-Krise besonders gefährdet sind? Nein? Dann lassen Sie diese Risikogruppe sich Ihnen vorstellen. In einem Post auf Instagram, über den SWR3 bereits berichtete, schreiben sie einleitend: "Hi, wir sind’s. Die #Risikogruppe. Du hast gedacht, wir wären kettenrauchende Todkranke oder zumindest alt? Weit gefehlt. Keiner von uns ist Rentner und wir gehen genauso gerne wie du in Clubs, Bars und auf Konzerte."

"Worauf wir keinen Bock haben, ist sterben"

Nach ihrer Vorstellung als Gruppe beschreiben sie gleich ihr Anliegen: "Worauf wir keinen Bock haben, ist sterben." Weiter weisen sie daraufhin, dass das aber passieren würde, wenn die Menschen sich weiterhin so unsolidarisch verhalten, wie es vielerorts bereits schon geschehen ist: "Genau das ist aber gar nicht so unwahrscheinlich, wenn du nicht einfach die nächsten Wochen zu Hause bleibst und deinen sozialen Aktionsradius für ein paar Wochen einschränkst. Je nachdem, was der Gesundheitsminister vorschlägt. In Italien ist es schon zu spät: Ärzte müssen entscheiden, wen sie beatmen – und wer stirbt. Warum? Unter anderem, weil sich die Menschen zu lange gegenseitig angesteckt haben."

Daran schließt die Vorstellung einiger einzelner Gruppenmitglieder an. So machen sie darauf aufmerksam, welche Menschen, außer Ältere und Vorerkrankte, noch von einem erhöhten Risiko betroffen sind. "Aber wir wollten uns ja vorstellen. @disabletonlive, @amelieebner und @wheel.pics sind das #TetraPack: Sie sind unterhalb der Halswirbelsäule gelähmt und können richtig schlecht abhusten – das Virus könnte sie töten. @kati.gaensebluemchen hat Spina Bifida und ein Lungenvolumen von einem halben Liter – ihr könnt euch vorstellen, wie praktisch das bei einer heftigen Infektion ist. @raulkrauthausen und @typitus haben Glasknochen – same story. @fraugehlhaar hat eine Muskelerkrankung, für die das Virus eine genauso tödliche Gefahr ist – so wie für die Lungen des querschnittgelähmten @realjkrolling", schreiben sie.

Abschließend bitten sie alle, sich an das derzeitige Gebot zu halten, möglichst zu Hause zu bleiben: "Doch das ist alles noch kein Grund zu sterben – finden wir. Ich hoffe du auch. Also halte dich an die Empfehlungen und rette Menschenleben […]"

Jeder kann etwas dazubeitragen, um die Risikogruppen zu schützen, beispielsweise sich regelmäßig und gründlich die Hände zu waschen. Wie das geht, sehen Sie im Video:

Richtig Hände waschen

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Es ist nicht zu verstehen, warum manche die Risikogruppe mit ihrem Fehlverhalten einfach gefährden und sich weiterhin in Parks und auf öffentlichen Plätzen vergnügen – trotz des Gebots, zu Hause zu bleiben. Darüber war auchBerlins Regierender Bürgermeister Michael Müller sauer. . Droht jetzt eine Ausgangssperre in Deutschland? "Samstag ist der entscheidende Tag".

Zur sich ständig verändernden Lage lesen Sie alles in unserem Coronavirus Sars-CoV-2-Ticker.

Auf unser Themenseite Coronavirus finden Sie beispielsweise Tipps gegen die Langeweile, aber auch Informationen, was mit Ihrem Hund passiert, wenn Sie in Quarantäne müssen. Selbstverständlich stehen dort noch mehr Informationen zum Thema für Sie bereit.

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