20.03.2020

Zum Schutz vor Coronavirus Erste Supermärkte öffnen zeitweise nur für Senioren

Vereinzelt öffnen Supermärkte nur für Senioren, um die Risikogruppe vor einer Coronavirus-Infektion zu schützen.

Foto: iStock/AMR Image

Vereinzelt öffnen Supermärkte nur für Senioren, um die Risikogruppe vor einer Coronavirus-Infektion zu schützen.

Andere Länder machen es vor, jetzt öffnen auch in Deutschland vereinzelte Supermärkte aufgrund der Corona-Krise zu bestimmten Zeiten nur für Senioren. Warum da aber nicht jeder mitmacht.

Senioren gehören zur Risikogruppe: Eine Infektion mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 kann bei älteren und geschwächten Menschen einen schwereren Verlauf der Lungenkrankheit Covid-19 nehmen als bei ansonsten gesunden Patienten. Zum Schutz dieser Risikogruppe startet nun ein Supermarkt in Bremerhaven eine Aktion: Sonntags wird der Supermarkt ausschließlich für Senioren geöffnet.

Solche Meldungen ereilen uns aus anderen Ländern schon seit Tagen. In Australien öffnet etwa Woolworth eine Stunde am Morgen zusätzlich für Senioren. In Irland bedient der deutsche Discounter Lidl ältere Gäste zwischen 9 und 11 Uhr bevorzugt. Ähnliche Meldungen gibt es aus Nordirland und Norwegen. Doch hierzulande werden vereinzelte Märkte wohl die Ausnahme mit einer solchen Sonderregelung bleiben.

Supermarkt öffnet für Senioren: Schutz vor Coronavirus

Vorerst soll die Regelung bei Edeka Streubel in Bremerhaven für die kommenden zwei Sonntage gelten: Zwischen 9 und 11 Uhr vormittags dürfen dann ausschließlich Menschen ab 65 Jahren ihre Einkäufe erledigen. Der Chef persönlich wird dabei an der Kasse sitzen. Unterstützt wird Daniel Streubel von seinem Kollegen Jens Knauer vom Bremerhavener Edeka-Markt Roter Sand. Seinen Mitarbeitern will er den Sonntag trotzdem als Ruhetag lassen.

Meiste Läden belassen es bei regulären Öffnungszeiten

Genau da setzen die Argumente anderer Märkte ein, die auf Nachfrage bisher verneinen, ihre Läden länger oder gar am Sonntag öffnen zu wollen: Die sowieso bereits an der Grenze zur Auslastung arbeitenden Mitarbeiter brauchen ebenfalls Ruhezeiten. Aktuell steht in Lebensmittelmärkten so viel Arbeit an wie selten, da Menschen aus Angst vor Ausgangssperre und Quarantäne übermäßig viel einkaufen und die Regale ständig neu gefüllt werden müssen.

Die meisten Supermärkte und Discounter belassen es daher bei den regulären Öffnungszeiten trotz Corona-Krise. Dennoch sind die sonst geltenden Ladenschlussgesetze aktuell erweitert, auch sonntags darf nun vorerst geöffnet werden. Man stehe im engen Austausch mit den Behörden und würde die Lage genau beobachten und flexibel auf notwendige Regulierungen seitens der Bundesregierung reagieren, heißt es etwa bei Aldi sowie der Rewe-Gruppe. Eine Übersicht über Öffnungszeiten während der Corona-Krise sowie über die weiteren Einschränkungen, die aktuell für uns gelten, finden Sie hier bei uns.

Übrigens: So sehen die Hamsterkäufe der letzten Wochen in Zahlen aus:

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Politiker, aber auch Privatpersonen, appellieren stattdessen an die gesunde Bevölkerung, sich mit der Risikogruppe solidarisch zu zeigen und Einkäufe anzubieten, um das Ansteckungsrisiko für diese Menschen zu minimieren. Außerdem gilt weiterhin die Bitte: Verzichten Sie auf Hamsterkäufe! Es ist genügend für alle da, wir werden auch trotz Ausgangssperre weiter einkaufen können. Denken Sie daran: Wir alle brauchen Zugang zur Versorgung. Zudem erhöhen übervolle Märkte die Ansteckungsgefahr umso mehr! Und denken Sie bitte an die nötigen Hygieneregeln: Abstand zueinander halten, Nies- und Hustenetikette beachten, zu Hause gründlich Hände waschen, nicht ins Gesicht fassen!

Hier finden Sie eine interaktive Karte über den aktuellen Stand der Infektionen mit Sars-CoV-2 sowohl in Deutschland, in Europa als auch weltweit.

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