18.03.2020 - 19:47

Coronavirus in Deutschland Merkel mit Appell: "Im Moment ist nur Abstand Ausdruck von Fürsorge"

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Coronavirus: Die Krisen-Ansprache von Kanzlerin Merkel

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Am Mittwoch, 18. März, hat sich Bundeskanzlerin Angela Merkel mit einer Fernsehansprache an die Bevölkerung des Landes gerichtet und an die Disziplin der Menschen appelliert. Es komme jetzt auf jeden Einzelnen an.

Die größte Herausforderung seit dem zweiten Weltkrieg: So bezeichnet Bundeskanzlerin Angela Merkel die Corona-Krise in ihrer Fernsehansprache am 18. März 2020. Das Virus Sars-CoV-2 und die damit einhergehende Krankheit Covid-19 sind unter uns angekommen. "Es ist ernst", erklärt sie, und appelliert an alle: "Nehmen Sie es auch ernst."

Merkel zum Coronavirus: Alles, was Menschen gefährden könnte, reduzieren

Wir alle in der Bevölkerung müssten uns jetzt an die Regel und Einschränkungen halten, appelliert sie. Das bedeute auch, dass nun alles, was Menschen gefährden könnte, reduziert werden müsse: "Wir müssen aus Rücksicht voneinander Abstand halten." Das bedeutet auch: soziale Kontakte auf ein Minimum einschränken. Das öffentliche Leben soweit es geht nun herunterzufahren sei "existentiell", betont die Kanzlerin.

Ausbreitung verlangsamen um Zeit zu gewinnen

Die Richtschnur allen Handelns sei nun, die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen, sie über die Monate zu strecken und somit Zeit zu gewinnen. Das aber hänge auch davon ab, wie diszipliniert jeder und jede von uns nun die Regeln befolgt und umsetzt, erklärte Merkel. Und sie wird nicht müde zu betonen: "Es kommt ohne Ausnahme auf jeden Einzelnen und damit auf uns alle an."

Dass dies mit enormen wirtschaftlichen Schwierigkeiten für jede und jeden Einzelnen verbunden ist, scheint klar. Merkel versicherte in ihrer Rede großen und kleinen Betrieben, dass die Bundesregierung alles tun werde, um die wirtschaftlichen Schäden abzufedern. Auch und vor allem, um Arbeitsplätze zu erhalten. Sie stellt klar: "Wir können und werden alles einsetzen, was es braucht, um unseren Unternehmern und Arbeitnehmern durch diese schwere Prüfung zu helfen."

Sorge vor Lebensmittelengpässen unbegründet

Weiter ging Merkel auf die große Sorge der Bürgerinnen und Bürger im Hinblick auf die Lebensmittelversorgung ein. Aktuell bestimmen Hamsterkäufe den Alltag der Lebensmittelhändler. Doch Merkel betonte, alle könnten sich darauf verlassen, dass die Versorgung mit Lebensmitteln jederzeit gesichert sei. "Vorratshaltung ist sinnvoll, war es im Übrigen immer schon. Aber mit Maß. Hamstern, als werde es nie wieder etwas geben, ist sinnlos und letztlich vollkommen unsolidarisch."

Am Ende ergänzt Merkel: "Es kommt auf jeden an. Wir sind nicht verdammt, die Ausbreitung des Virus passiv hinzunehmen. Wir haben ein Mittel dagegen: wir müssen aus Rücksicht voneinander Abstand halten. Der Rat der Virologen ist ja eindeutig: Kein Handschlag mehr, gründlich und oft die Hände waschen, mindestens eineinhalb Meter Abstand zum Nächsten und am besten kaum noch Kontakte zu den ganz Alten, weil sie eben besonders gefährdet sind." Und später weiter: "Wer unnötige Begegnungen vermeidet, hilft allen, die sich in den Krankenhäusern um täglich mehr Fälle kümmern müssen. So retten wir Leben. Das wird für viele schwer, und auch darauf wird es ankommen: niemanden allein zu lassen, sich um die zu kümmern, die Zuspruch und Zuversicht brauchen. Wir werden als Familien und als Gesellschaft andere Formen finden, einander beizustehen."

Die Ansprache sehen Sie jetzt im ZDF und gegen 20:15 Uhr nochmal im Ersten. Außerdem sehen Sie die gesamte Rede noch einmal auf der Internetseite der Bundeskanzlerin.

Mehr zum Coronavirus lesen Sie auf unserer Themenseite.

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