12.03.2020 - 17:13

Änderungen im Straßenverkehr Mit diesen harten Strafen müssen Autofahrer jetzt rechnen

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Nicht zu schnell fahren und ordnungsgemäß parken – dann trifft Sie auch keine der Strafen
aus der neuen Straßenverkehrsnovelle.

Foto: iStock/katleho Seisa

Nicht zu schnell fahren und ordnungsgemäß parken – dann trifft Sie auch keine der Strafen aus der neuen Straßenverkehrsnovelle.

Falschparker und Temposünder, aufgepasst! Es gibt härtere Strafen für Vergehen von Autofahrern im Straßenverkehr – und die haben es in sich.

Wen hat es im Straßenverkehr nicht auch schon mal erwischt: Einmal falsch geparkt, ein paar km/h zu schnell unterwegs – und schon muss man zahlen. Mit etwas Pech sind auch gleich ein paar Punkte in Flensburg fällig. Und die Strafen werden nun sogar noch ausgeweitet. Denn der Bundesrat hatte der Straßenverkehrsnovelle der Bundesregierung zugestimmt – damit kommen für Auto- und auch für Fahrradfahrer einige Änderungen im Straßenverkehr zu. Mit welchen Bußgeldern und Strafen Sie für welche Vergehen Sie jetzt rechnen müssen.

Strafen und Bußgelder im Straßenverkehr

Zu schnelles Fahren

Wer es eilig hat, fährt gerne mal zu schnell. Doch das könnte nun richtig teuer werden. Eine Tempoüberschreitung von 16 km/h inner- und außerorts bedeutet ab sofort einen Punkt. Innerorts werden dazu 70, außerorts 60 Euro fällig. Bei einer Überschreitung von 21 km/h kommt es noch dicker: Dann warten auf Temposünder innerorts ein Bußgeld von 80 Euro sowie zwei Punkte – und neuerdings auch ein einmonatiges Fahrverbot. Außerorts müssen 26 km/h überschritten werden für ein Bußgeld von 95 Euro und einem Fahrverbot. Das ist eine deutliche Verschärfung der bisherigen Regelung. Denn die Regel besagte, dass erst diejenigen, die innerhalb von 12 Monaten zweimal 26 km/h zu schnell waren, ein Fahrverbot erhalten.

Widerrechtliches Anhalten und Parken wird teurer

Falschparken

Bis 100 Euro Bußgeld werden ab sofort fällig, wenn Sie widerrechtlich anhalten oder parken. Sogar ein Punkt in Flensburg ist nun möglich. Aufgeschlüsselt bedeutet das für alle Autofahrer (auch wenn Sie auf Geh- und Radwegen oder Schutzstreifen abstellen): Wenn Sie in zweiter Reihe anhalten, kostete es bisher 15 Euro, parken und jemanden behindern 25. Auf mindestens 55 Euro wird das Bußgeld nun steigen, bei Behinderung müssen Sie 70, bei Gefährdung 80 und bei Sachbeschädigung 100 Euro blechen. Der Punkt fällt an ab dem Tatbestand Behinderung.

Parken an unübersichtlichen Stellen kostet nun statt 15 Euro gleich 35 Euro. Stellen Sie das Auto vor einer Feuerwehrzufahrt ab, dann steigt das Bußgeld von 35 auf 55 Euro. Werden dabei Rettungsfahrzeuge blockiert, erhöht es sich auf 100 Euro und einen Punkt in Flensburg. Auch Falschparker sind gewarnt: Nutzen Sie zu unrecht einen Schwerbehinderten-Parkplatz, werden 55 Euro veranschlagt. Die gleiche Summe fällt an, wenn Sie auf für E- und Carsharing-Fahrzeugen vorgesehenen Plätzen parken. Warum Autofahren mit Winterjacke gefährlich ist, lesen Sie hier

Lappen weg, wenn keine Rettungsgasse gebildet wird

Rettungsgasse

Das Thema Rettungsgasse ist ein besonders heikles. Autofahrer, die diese nicht bilden, müssen nun mit noch drastischeren Strafen rechnen. Bisher wird ein Bußgeld sowie zwei Punkte in Flensburg fällig. Nun kommt zur Geld- und Punktstrafe ein einmonatiges Fahrverbot hinzu, auch ohne Verwirklichung einer konkreten Gefahr oder Behinderung. Dass man den Führerschein abgeben musste, galt ansonsten erst, wenn es zu einer Behinderung oder Sachbeschädigung kam.

Die Höhe der Bußgelder bleibt unverändert bei 240, 280 und 320 Euro je nach Vergehen. Dazu kommen immer die zwei Punkte und das einmonatige Fahrverbot. Das Verhalten dieses Mannes sollten Sie nicht nachahmen: Er fährt nämlich betrunken zur Führerscheinstelle – mit dem Traktor!

Tuning und Blitzer-Apps

Einige Fahrzeughalter motzen ihr Auto gerne etwas auf und stellen es dann auf den Straßen entsprechend laut zur Schau. Wer Lärm und Abgas unnötig verursacht, muss 100 Euro blechen. Und eine weitere Änderung wird vielen Autofahrern auch aufs Gemüt schlagen. Blitzer-Apps zum Schutz vor Radarfallen sind ab sofort verboten. Wer bei der Fahrt erwischt wird, zahlt 75 Euro und kriegt obendrein noch einen Punkt.

Änderungen zugunsten von Radfahrern

Die neue Straßenverkehrsnovelle will Radfahrer und aber auch Fußgänger ausdrücklich schützen. So wird zum Beispiel der zulässige Abstand vor einer Kreuzung nun angepasst. Bisher musste man mit seinem Pkw fünf Meter Platz lassen, wenn ein abgetrennter Radweg vorhanden ist. Dieser Abstand wurde auf acht Meter erhöht zur Sicherheit von Radfahrern. Transporter und Lkw müssen sich auch auf Änderungen einstellen. Fahrzeuge mit über 3,5 Tonnen dürfen innerorts beim Rechtsabbieger nicht schneller als Schrittgeschwindigkeit fahren. Hält man sich nicht dran, macht das 70 Euro Bußgeld und einen Punkt.

Pluspunkt der Gesetzesänderung für Radfahrer: Ab sofort ist auch das Fahren zu zweit nebeneinander erlaubt, solange es zu keiner Behinderung kommt.

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