Aktualisiert: 10.06.2020 - 09:21

Infektionsrisiko minimieren Öffentliche Verkehrsmittel und Corona: Gut geschützt?

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Öffentliche Verkehrsmittel und Corona: In Flugzeugen herrscht jetzt Maskenpflicht.

Foto: iStock.com/evrim ertik

Öffentliche Verkehrsmittel und Corona: In Flugzeugen herrscht jetzt Maskenpflicht.

Ob Flugzeug, ÖPNV oder Zug: Welche Schutzmaßnahmen werden in öffentlichen Verkehrsmitteln gegen Corona ergriffen?

Je weiter die Pandemie voranschreitet, desto mehr gewöhnen wir uns an die neue Normalität. Diese bedeutet vor allem eines: Abstand. Deshalb arbeiten wir im Home Office, treffen uns draußen unter freiem Himmel und halten uns von Menschenmengen fern. Zumindest, wenn möglich. Während Abstandsregelungen im Supermarkt oder Restaurants verhältnismäßig einfach umsetzbar sind, gibt es einen Ort, den viele nicht meiden können und der gleichzeitig das Einhalten von Abstandsregelungen nahezu unmöglich macht: öffentliche Verkehrsmittel. Egal, ob es um den täglichen Weg zur Arbeit mit dem ÖPNV geht oder ob vorsichtig die erste Fernreise seit Ausbruch der Pandemie geplant wird: Wie sind wir in öffentlichen Verkehrsmitteln vor Corona geschützt?

Wie gefährlich ist das Coronavirus in öffentlichen Verkehrsmitteln?

Sars-CoV-2, so die fachlich korrekte Bezeichnung für das Coronavirus, wird in der Regel über sogenannte Tröpfcheninfektionen übertragen. Auch deshalb gibt es zahlreiche Hygiene-Hinweise, in die Armbeuge zu niesen und zu husten und sich regelmäßig die Hände zu waschen.

Richtig Hände waschen
Richtig Hände waschen

Forscher aus China, dem Land, in dem das Coronavirus zuerst ausgebrochen ist, sind zu der Erkenntnis gelangt, dass Sars-CoV-2 in einer klimatisierten und geschlossenen Umgebung mindestens 30 Minuten lang überleben könne. Die Forscher des chinesischen Zentrums für Seuchenbekämpfung hatten im Ausbruchsort Wuhan die Infektionsketten untersucht und festgestellt, dass zehn Pendler durch nur einen Bus-Fahrgast infiziert wurden. Die Antwort auf die Frage, wie gefährlich das Coronavirus in öffentlichen Verkehrsmitteln ist, lautet deshalb leider: Eine Ansteckungsgefahr ist durchaus vorhanden und sollte ernst genommen werden. Aus diesem Grund haben die Betreiber aller öffentlichen Verkehrsmittel jetzt strenge Corona-Schutzmaßnahmen ergriffen…

Corona: Ansteckung im Flugzeug

Aktivitäten, die in den letzten Monaten nicht erlaubt waren, sind jetzt nach und nach wieder möglich. Viele sehnen sich jetzt nur noch nach einem: richtig schön in den Urlaub zu fliegen. Die Bundesregierung plant, im Juni die weltweite Reisewarnung wieder aufzuheben, viele Länder gestatten die Einreise aus touristischen Gründen wieder. Das freut nicht nur urlaubsreife Reise-Fans: Auch die Airlines atmen auf. Ein Großteil der Flüge während der letzten Monate wurde gestrichen, es wurden rote Zahlen geschrieben. Nun soll der Flugverkehr wieder starten – natürlich unter strengen Schutzmaßnahmen, um eine Coronavirus-Ansteckung im Flugzeug zu vermeiden.

Im Flugzeug herrscht Maskenpflicht – und zwar durchgängig, vom Start bis zur Landung. Um auch in diesem öffentlichen Verkehrsmittel maximalen Corona-Schutz zu gewährleisten, soll die Maske während des Fluges außerdem alle 4 Stunden gewechselt werden. Die durchgängige Maskenpflicht wirft natürlich die Frage auf, ob während des Fluges nach wie vor mit Verpflegung zu rechnen ist. Einerseits scheint das gleichzeitige Abnehmen der Maske, um zu essen, kontraproduktiv. Andererseits wird es vermutlich kaum umsetzbar sein, Passagieren auf Langstreckenflügen die Nahrungsaufnahme zu verbieten. Es ist wenig überraschend, dass die Antwort auf diese Frage noch aussteht.

Ein weiterer Streitpunkt sind die Abstandsregelungen. Während Busse und Bahnen weitgehend von diesen ausgenommen sind, empfiehlt die EU-Behörde für Luftfahrtsicherheit und die EU-Krankheitsbekämpfungsbehörde, im Flugzeug mittlere Sitzplätze oder gar ganze Sitzreihen freizulassen. Airlines widersprechen diesem Vorschlag mit der Begründung, die starke Belüftung durch die Klimaanlagen im Flugzeug schütze zusammen mit der Maskenpflicht ausreichend gegen eine Corona-Infektion. Würden Sitze frei gelassen und weitaus weniger Passagiere transportiert, wäre das Fliegen nicht mehr wirtschaftlich, so die internationale Luftverkehrsvereinigung. Deshalb handelt es sich bei dieser Leitlinie bisher lediglich um eine Empfehlung.

Übrigens: Die Schutzmaßnahmen im Flugzeug gelten schon vor Beginn des Fluges, an den Flughäfen. Auch hier gilt eine Maskenpflicht, weiterhin soll durch Markierungen, Absperrungen und möglichst viele offene Schalter versucht werden, Gedränge und Schlangen so gut wie möglich zu vermeiden. Das gilt zum Beispiel für den Check-In und für die Gepäckaufgabe.

Corona-Infektionsrisiko in Bahn und ÖPNV

Auch die Deutsche Bahn möchte die Ansteckung mit dem Coronavirus verhindern, genau wie die Betreiber des öffentlichen Personennahverkehrs. Die Schutzmaßnahmen, die in diesen öffentlichen Verkehrsmitteln gegen Corona ergriffen wurden, sind im Grunde die gleichen. Da es gerade in Stoßzeiten unmöglich ist, den Mindestabstand von 1,5 Metern einzuhalten, sind Züge der Deutschen Bahn genau wie Bahnen und Busse des ÖPNVs vom Abstandsgebot ausgenommen. Dafür ist an allen Bahnhöfen und Haltestellen und in allen Bussen und Zügen das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung verpflichtend. Lediglich Kinder unter 6 Jahren sowie Personen, die ein medizinisches Attest vorlegen können, sind davon befreit. In Zügen der Deutschen Bahn darf die Maske außerdem abgenommen werden, um zu essen und zu trinken.

Um das Risiko einer Corona-Infektion im ÖPNV und in der Bahn weiter zu minimieren, wird in den Zügen, Bahnen und Bussen verstärkt gelüftet. Das automatische Öffnen der Türen, die regelmäßige Reinigung von Berührflächen und regelmäßige Lautsprecherdurchsagen, die an das Einhalten der Schutzmaßnahmen erinnern, vervollständigen das Sicherheitspaket.

Weiterhin darf kein Kontakt zu den Fahrern aufgenommen werden. Fahrgäste in den Bussen der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) dürfen zum Beispiel nicht mehr vorne beim Fahrer einsteigen und dort ein Ticket kaufen, sondern können nur noch die hinteren Türen zum Ein- und Aussteigen benutzen. Ein Ticket muss man sich über einen anderen Weg besorgen, zum Beispiel über die App. Bei der Deutschen Bahn findet die Kontrolle der Tickets jetzt ausschließlich auf Sicht und per Scan statt, das Ticket wird vom Kontrolleur nicht berührt.

Übrigens: Sollten sich Reisende mit der Deutschen Bahn nicht an die Coronavirus-Sicherheitsmaßnahmen halten, dürfen Zugbegleiter das nicht abstrafen. Dieses Privileg obliegt allein Polizei und Ordnungsamt. Das Zugpersonal hat aber das Recht, die jeweilige Person des Zuges zu verweisen. Wer Wert darauf legt, sein Ziel zu erreichen, sollte sich deshalb an die Maßnahmen halten.

Quellen: bahn.de, deutschlandfunk.de, bvg.de

Ginge es nur um Tröpfcheninfektion, wären die oben genannten Regelungen möglicherweise etwas zu streng. Doch noch immer ist die Frage nicht vollständig geklärt, welche Rolle infektiöse Aerosole und die Coronavirus-Übertragung über die Luft spielen. Daher: Lieber Vorsicht als Nachsicht walten lassen. Auf unserer Themenseite haben wir alle Informationen über das Coronavirus für Sie zusammengetragen.

Wie Sie sich vor dem Coronavirus schützen, erfahren Sie hier.

Als typisch für das Coronavirus gelten Fieberund Erkältungssymptome wie Husten und Atembeschwerden. Dabei kann sich eine Erkrankung noch durch viele weitere Symptome äußern. Hier berichten Patienten von ihren Coronavirus-Symptomen.

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