17.02.2020 - 16:51

Saftige Bußgelder Wichtig: Was sich im Straßenverkehr alles ändert

Wer demnächst auf einem Radweg parkt, muss dafür tief in die Tasche greifen.

Foto: imago images / Andreas Gora

Wer demnächst auf einem Radweg parkt, muss dafür tief in die Tasche greifen.

Für Autofahrer wird sich einiges ändern – und dies vor allem zum Schutz für Fußgänger und Fahrradfahrer. Wer sich nicht an die Regeln hält, für den wird es demnächst ganz schön teuer.

Am vergangenen Freitag stimmte der Bundesrat einer Reform der Straßenverkehrsordnung von Verkehrsminister Andreas Scheuer mit einigen Änderungen zu. Hier erfahren Sie, was sich demnächst im Straßenverkehr ändern wird und welche Strafen etwa Falschparkern oder auch Verkehrsteilnehmern drohen, die keine Rettungsgasse bilden.

Straßenverkehr: Was sich alles ändern wird und welche Bußegelder drohen

Als gute Nachricht vorweg: Fußgänger und Fahrradfahrer sollen im Straßenverkehr verstärkt geschützt werden. Um Regelungen durchzusetzen, können demnächst hohe Bußgelder bei Verstößen fällig werden.

Erhöhte Bußgelder fürs Falschparken

Bisher erschien es fast wie ein Kavaliersdelikt – das Parken in der zweiten Reihe. Gerade einmal 15 Euro wurden für dieses Vergehen bisher fällig. Doch diese Regelung ändert sich nun deutlich. Wer in der zweiten Reihe, auf Geh- oder Radwegen parkt, der muss in Zukunft mit einem Knöllchen bis zu 100 Euro rechnen. Dies gilt nun auch für das Halten auf Schutzstreifen für Radfahrer. Bisher durften Autofahrer dort drei Minuten lang halten, doch diese Regelung ist nun hinfällig. In besonders schweren Fällen kann es gar einen Punkt in Flensburg geben. Das Falschparken an unübersichtlichen Stellen wird statt 15 Euro 35 Euro kosten und das Bußgeld für unberechtigtes Parken auf Schwerbehindertenplätzen wird von 35 auf 55 Euro steigen.

Sicherheitsabstand zu Radfahrern erhöht sich

Bisher hieß es immer nur, dass Autofahrer "ausreichend" Abstand zu Radfahrern einhalten sollten. Nun wird es konkret: Innerorts müssen nun 1,50 Meter Abstand eingehalten werden, während außerorts sogar 2 Meter Abstand zu einem Fahrradfahrer zu berücksichtigen sind.

Auch LKWs sind von einer Neuerung betroffen. LKWs mit einem Gewicht über 3,5 Tonnen dürfen innerorts nur noch Schritttempo – also maximal 11 km/h – beim Rechtsabbiegen fahren, wenn mit Rad- oder Fußgängerverkehr zu rechnen ist. Um die Sicht zu verbessern, gilt an Kreuzungen und Einmündungen mit Radwegen künftig auf bis zu acht Metern ein Parkverbot.

Der Umstieg aufs Fahrrad soll attraktiver gestaltet werden

Um den einen oder anderen bisherigen Autofahrer dazu zu bewegen, vielleicht doch auf den Drahtesel umzusteigen, soll das Fahrradfahren attraktiver gestaltet werden, etwa durch die Einführung eines grünen Pfeils für Radfahrer. Ein grüner Pfeil erlaubt das Rechtsabbiegen bei roter Ampel. Zuvor muss man allerdings kurz anhalten und sich vergewissern, dass niemand gefährdet wird. Dem grünen Pfeil speziell für Radfahrer steht also nichts mehr im Weg. Auch ganze Fahrradzonen soll es demnächst geben dürfen. Das Höchsttempo darf dort bei 30 km/h liegen und der Radverkehr darf weder gefährdet noch behindert werden.

Fahrverbot ist nun schneller möglich

Den Verkehrsrowdys wird der Kampf angesagt: Wer demnächst innerorts mit 21 km/h zu viel erwischt wird, kann seinen Führerschein gleich für einen Monat abgeben. Auch das "Auto-Posing", also unnötige Lärm- und Abgasbelästigung, sollte demnächst lieber unterlassen werden, denn das Bußgeld steigt hier von 20 Euro auf bis zu 100 Euro an.

Rettungsgassen können Leben retten

Wie wichtig das Bilden und Freihalten von Rettungsgassen ist, sollte eigentlich jedem Autofahrer bewusst sein. Das Befahren einer Rettungsgasse ist nur den Einsatzkräften gestattet, denn im Ernstfall können Minuten über Leben und Tod entscheiden. Für Autofahrer bestand bereits bisher die Pflicht, eine Rettungsgasse zu bilden und eine Zuwiderhandlung wurde mit einem Bußgeld bestraft. Neu ist, dass die gleiche Strafe droht, wenn man selbst unerlaubt durch eine Rettungsgasse fährt: Strafen zwischen 200 Euro und 320 Euro drohen, sowie ein Monat Fahrverbot und zwei Punkte in Flensburg.

Die Regierung plant die beschlossenen Änderungen schnellstmöglich umzusetzen.

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Bei manchen Fahrern geht es mit der Einsicht besonders schnell: Rettungsgasse benutzt – Fahrer zeigt sich selbst an.

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