08.02.2020 - 15:26

Windgeschwindigkeit bis zu 120 km/h Unwetterwarnung: Sturm "Sabine" legt Verkehr lahm

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Orkan Sabine sorgt bundesweit für Schäden
Mo, 10.02.2020, 10.50 Uhr

Orkan Sabine sorgt bundesweit für Schäden

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Sturm in Deutschland! Mit bis zu 120 km/h fegt "Sabine" auch Anfang der Woche über Deutschland. Einige Schulen bleiben geschlossen und der Verkehr steht vielerorts still.

Auch zum Wochenbeginn beschäftigt Sturm "Sabine" die Republik. Zugausfälle, gestrichene Flüge und ausgefallener Schulunterricht. Das sind die wichtigsten aktuellen Infos.

update 10.02.2020: Mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 120 km/h hat Sturm "Sabine" Deutschland am Sonntag heimgesucht. Während am Montag einige Schulen geschlossen bleiben werden bzw. Eltern freigestellt sein soll, ihre Kinder in die Schule zu schicken, sorgt vor allem der Bahnverkehr für Unannehmlichkeiten. Die Deutsche Bahn bestätigte, ihre Fernzüge nicht vor 10 h fahren zu lassen und rät auf ihrer Website weiterhin von Bahnreisen von bis Dienstag ab.

Sturm "Sabine": Deutsche Bahn rät von Reisen bis einschließlich Dienstag ab

Die Deutsche Bahn hatte von Sonntag 20 h an den Fernverkehr bundesweit eingestellt. "Aufgrund des Sturmtiefs Sabine kommt es derzeit zu erheblichen Beeinträchtigungen im Regional- und Fernverkehr der Deutschen Bahn. Wir empfehlen unseren Reisenden, für Montag, 10.02.2020 und Dienstag, 11.02.2020 geplante Fahrten im Fernverkehr auf einen anderen Tag zu verschieben. Aufgrund des Sturmes im gesamten Bundesgebiet haben wir uns dazu entschieden, den Fernverkehr bis mindestens Montag, 10.02.2020 um 10 Uhr einzustellen. Derzeit finden auf den nicht mehr vom Sturm beeinflussten Streckenabschnitten Erkundungsfahrten zur Schadaufnahme statt. Je nach den erforderlichen Reparaturarbeiten werden ab vsl. 10 Uhr die Strecken für den Fernverkehr sukzessive wieder freigegeben. Es ist leider schon jetzt absehbar, dass die Störungen am Montag den ganzen Tag über andauern werden."

Auch der Flugverkehr ist durch "Sabine" beeinträchtigt

An den Flughäfen in Nordrhein-Westfalen fallen wegen des Sturms am Montagmorgen zahlreiche Flüge aus. In Düsseldorf annullierten die Fluggesellschaften Verbindungen nach Berlin, München und Wien.

Lage im Norden beruhigt sich, während der Sturm im Süden noch erwartet wird

Während Orkantief "Sabine" den Norden langsam wieder verlässt, stehen dem Süden die stärksten Auswirkungen noch bevor. "Die Kaltfront zieht sich aktuell vom Saarland über Südhessen nach Thüringen und Berlin", sagte ein Meteorologe des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Offenbach am frühen Montagmorgen. Dort ist noch mit schweren bis orkanartigen Böen zu rechnen.

Schäden durch "Sabine": Umknickende Kräne, Bäume und Verletzte

In mehreren Bundesländern sind Menschen durch umstürzende Bäume verletzt worden. In Frankfurt am Main knickte der Ausleger eines Baukrans um und beschädigte das Dach des Frankfurter Doms.

Unwettergefahr im Norden herabgestuft

Während in einigen Gebieten im Norden Deutschlands die Unwettergefahr vom Deutschen Wetterdienst herabgestuft wurde, herrscht vor allem in einigen südlicheren Regionen noch immer die höchste Unwetterstufe. Dennoch herrsche an der Nordseeküste und in Hamburg bis zum späten Montagnachmittag noch die Gefahr von Sturmflut, so das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH). Der Grund: Am Montag würden das Nachmittag-Hochwasser an der Nordseeküste und in Emden sowie das Abend-Hochwasser in Bremen und Hamburg 1,5 bis 2 Meter höher als das mittlere Hochwasser liegen, so das BSH am Sonntagabend.

So berichteten wir am Samstag, 8.02.2020: Deutschland bereitet sich auf Orkan "Sabine" vor, der in der Nacht zum Montag über Deutschland toben soll. Besonders Nordrhein-Westfalen wird betroffen sein. Hier werden Windgeschwindigkeiten von bis zu 120 km/h erwartet. Einige Schulen werden am Montag geschlossen sein, Die Deutsche Bahn rät von Bahnreisen von Sonntag bis Dienstag ab.

Sturmwarnung: ADAC rät ab Windstärke 10 vom Autofahren ab

Laut ADAC sollten Autofahrer bereits ab Windstärke 5 (29 bis 38 km/h Windgeschwindigkeit) vorsichtig sein und baumreiche Strecken meiden. Bei Orkanwarnung ab Windstärke 10 (89 bis 102 km/h Windstärke) sollten Auto oder Motorrad stehen bleiben.

Am Sonntag wird das Orkantief "Sabine" voraussichtlich gegen Mittag den Nordwesten Deutschlands treffen. Die Nordseeküste ist besonders betroffen: Hier seien Orkanböen mit einer Geschwindigkeit von 120 Stundenkilometern zu erwarten.

Am Abend wird der Orkan mit Windstärke elf (103 bis 118 Stundenkilometer) vermutlich die Linie Eifel, Niederrhein, Saarland erreichen und in der zweiten Nachthälfte zum Montag schließlich auch in Bayern ankommen.

Die gefährlichste Situation mit den höchsten Windspitzen wird in der Nacht zum Montag erreicht. Der Grund: Dann gesellt sich zum Orkantief eine Kaltfront. Selbst in Niederungen können Böen dann die Windstärke elf bis zwölf erreichen.

Noch intensiver wird Sabine über den Bergen wüten, und zwar mit 120 bis 150 Stundenkilometern.

Orkanwarnung: Schulen geschlossen, Deutsche Bahn rät von Bahnreisen ab

Städte wie Essen, Neuss und Gelsenkirchen lassen am Montag alle ihre Schulen geschlossen – Kölner und Düsseldorfer Eltern sollen selbst entscheiden, ob sie den Schulweg für sicher halten.

Auch bei der Deutschen Bahn laufen die Sturm-Vorbereitungen bereits auf Hochtouren. Sie warnt auf ihrer Website vor deutschlandweiten Beeinträchtigungen ab Sonntagabend: "Aufgrund der aktuellen Wetterwarnungen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) rechnen wir im Regional- und Fernverkehr der Deutschen Bahn ab Sonntagabend, 09.02.2020, mit erheblichen Beeinträchtigungen im Zusammenhang mit Sturmtief Sabine, insbesondere im Norden und Westen Deutschlands. Wir empfehlen unseren Reisenden von Sonntag, 09.02.2020 bis Dienstag, 11.02.2020 ihre geplante Reise auf einen anderen Tag zu verschieben."

Details zur Warnung und Verbindungen unter bahn.de

Erwartet werden auch erhöhte Wasserstände und Hochwasser an der Nordsee von der nordfriesischen Küste bis zur Elbmündung sowie in Hamburg. An der niedersächsischen Nordseeküste sind an manchen Orten leichte Sturmfluten möglich.

Orkan Sabine: Forstverwaltung warnt vor dem Betreten der Wälder

Die niedersächsische Forstverwaltung warnt Spaziergänger vor dem Betreten der Wälder. "Es besteht die Gefahr, dass Äste abbrechen oder ganze Bäume umgeworfen werden", so ein Sprecher.

Auch der Flughafen Köln/Bonn wird zur Zeit "sturmfest" gemacht. Reisende in Deutschland und Europa müssen voraussichtlich mit ausfallenden und verspäteten Flügen rechnen. Kontaktieren Sie vor einer Flugreise die Airline oder den Reiseveranstalter und erfragen Sie den Status der Verbindung.

DWD-Vorhersage: Orkan wütet in Deutschland noch bis Mittwoch

Das Sturmtief wird auch voraussichtlich bis Mittwoch über Deutschland toben.

Der DWD: "Ab Sonntagnachmittag erfasst das Sturmfeld eines Orkantiefs über der Nordsee Deutschland. Verbreitet werden STURMBÖEN und SCHWERE STURMBÖEN (Bft 9-10, bis 100 km/h) erwartet. Mit Kaltfrontpassage sind in der Nacht zum Montag ORKANARTIGE BÖEN (Bft 11, um 110 km/h) und ORKANBÖEN (Bft 12, um 120 km/h) wahrscheinlich. Hinweis: Noch bis in den Mittwoch hinein sind Sturmböen (Bft 9) wahrscheinlich. Diese Vorabinformation weist auf eine potentielle Unwetterlage hin. Akute Wetter/Unwetterwarnungen werden zeitnah herausgegeben."

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