07.02.2020

Änderung in Sicht? Der Deutsche Handelsverband fordert: Geschäfte sollen auch sonntags öffnen

Der Deutsche Handelsverband möchte Shopping auch am Sonntag ermöglichen.

Foto: praetorianphoto

Der Deutsche Handelsverband möchte Shopping auch am Sonntag ermöglichen.

Wird es für Käufer bald die Möglichkeit geben, auch sonntags auf Shoppingtour in die umliegenden Läden zu gehen? Der Deutsche Handelsverband setzt sich aktuell für diesen Wandel ein. Warum das Schließen der Läden am Sonntag nicht mehr zeitgemäß ist und warum wir ganz dringend eine Veränderung brauchen…

Es ist Sonntag und Sie haben endlich mal Zeit. Wie wäre es da mit einem schönen Einkaufsbummel durch die City? Oder machen Sie doch mal die Besorgungen, die Sie seit Wochen vor sich herschieben! Fehlanzeige: Was bleibt, sind ein Spaziergang oder ein Tag zuhause, denn Läden haben in Deutschland sonntags generell geschlossen. Nervig, finden viele, veraltet, sagen die, die den Sonntag schon lange nicht mehr als christlichen Ruhetag sehen. Der Deutsche Handelsverband sieht darin sogar eine Gefahr für den stationären Einzelhandel und fordert demnach: Die Geschäfte sollen auch sonntags öffnen!

Forderung: Geschäfte sollen sonntags öffnen, sonst siegt der Onlinehandel

Seit etlichen Jahren kann in Deutschland am Sonntag nicht eingekauft werden – zumindest nicht in stationären Geschäften. Was zum Shoppen bleibt, ist der Online-Einkauf. Genau hier sieht aber der Deutsche Handelsverband das Problem. Der "Welt" sagte der Handelspräsident Josef Sanktjohanser: "Wir sperren uns ja nicht gegen Vorgaben. Bislang aber wird teils nach ideologischen Maßstäben gehandelt. Und das treibt den Niedergang der Innenstädte noch weiter voran. Profiteur ist dann am Ende allein der Onlinehandel." Um den Ruin zahlreicher Geschäfte zu verhindern, ist seine Ansicht: "Der Königsweg ist eine Grundgesetzänderung."

Sonntags geöffnete Geschäfte könnten zahlreiche Ladenschließungen vermeiden

Sollte sich die Forderung durchsetzen und die Geschäfte auch am siebten Tag der Woche ihre Türen zum Shoppen öffnen, bedeutet dies weit mehr als nur noch mehr Shoppingvergnügen für alle Kaufwütigen. Mit dieser Änderung könnten zahlreiche Läden vor ihrem Untergang bewahrt werden. Denn aufgrund des zunehmenden Onlinehandels mussten in der Vergangenheit bereits einige Läden ihre Pforten schließen.

Innerhalb von neun Jahren seit 2010 mussten 40.000 Einzelhandelsgeschäfte ihre Schließung verkünden, so die "Welt". Sollte der Deutsche Handelsverband seine Forderung nicht durchsetzen können, sagt Sanktjohanser eine düstere Zukunft voraus: "Dieses Ladensterben dürfte sich in den kommenden Jahren weiterhin rasant fortsetzen, vor allem in den Klein- und Mittelstädten."

Wer mit der Sonntagsöffnung der Läden nicht einverstanden ist

Wenn alles dafür spricht, warum öffnen wir unsere Läden dann nicht einfach? Machen es so wie andere Länder es bereits tun, wie beispielsweise Schweden, wo man auch am Sonntag noch fehlende Zutaten für das Abendessen im Supermarkt einkaufen kann oder das Ende der Woche noch mit einem schnell gekauften neuen Lieblingskleidungsstück krönt.

Ganz einfach: Die Geschäfte dürfen nicht am Sonntag öffnen, weil Gewerkschaften und Kirchen sich gegen die Forderungen der Händler, der Käufer und des Deutschen Handelsverbandes stellen. Sie möchten zum einen die christliche Tradition wahren und zum anderen mit diesem Ruhetag die Beschäftigten schützen. Ob und wann es also eine Änderung gibt, bleibt abzuwarten. Zu bedenken bleibt allerdings: Wenn die Innenstädte bereits verwaist sind, bringt die Sonntagsöffnung traurigerweise auch keinem mehr etwas – auch nicht den Beschäftigten.

Erst neulich wurde bekannt, dass der Moderiese C&A bis zu 100 Filialen schließen will.

Sind Sie für oder gegen diese Änderung? Vielleicht möchten Sie auch gern am Sonntag einkaufen gehen. Oder gehören Sie eher zu denjenigen, die den Schutz der Beschäftigten bedroht sehen? Möchten Sie letztere Thematik vertiefen oder ähnliche Themen, beispielsweise zum Verbraucherschutz, lesen, dann besuchen Sie doch einfach mal unsere Themenseite Ratgeber Recht.

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