04.02.2020

Erschreckende Zahlen Prognose der WHO: Krebserkrankungen werden sich verdoppeln

Die wichtigsten Fakten über Krebs in Deutschland
Mo, 10.02.2020, 13.32 Uhr

Die wichtigsten Fakten über Krebs in Deutschland

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Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) zeichnet sich bezüglich der Krebserkrankungen in den nächsten Jahren ein düsteres Bild ab. Zudem hängen die Überlebenschancen einer Krebserkrankung davon ab, wie arm oder reich man ist.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) prognostiziert eine Verdopplung der Krebserkrankungen bis 2040. Nicht nur eine steigende Lebenserwartung spielt hier eine Rolle, sondern auch Gründe, auf die jeder Einzelne Einfluss nehmen kann.

Finstere WHO-Prognose: Krebsfälle verdoppeln sich bis 2040

Zum heutigen Weltkrebstag gibt es derart schlechte Nachrichten zu der prognostizierten Anzahl der Krebserkrankungen über die kommenden Jahre, dass wohl jeder von uns aufhorchen sollte. Aus dem alle fünf Jahre erstellten Weltkrebsreport der Internationalen Agentur für Krebsforschung (IARC) geht hervor, dass sich die Fälle von Krebs bis 2040 fast verdoppeln werden.

Laut IARC erkrankten im Jahr 2018 neu an Krebs 18,1 Millionen Menschen und 9,6 Millionen starben an den Folgen einer Krebserkrankung. Aus diesen Zahlen geschlossen, bedeutet es eine Hochrechnung von 29-37 Millionen Neuerkrankungen an Krebs im Jahr 2040.

Prognosen für Deutschland

Michael Baumann, Chef des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ), schließt sich diesen Prognosen an. Für Deutschland erwarte man einen jährlichen Anstieg von 500.000 neuen Krebsfällen auf 600.000. Als Gründe nannte Baumann die weiter wachsende und älter werdende Weltbevölkerung, doch auch "Lebensstilfaktoren" spielten eine wichtige Rolle.

Eine gesundheitsbewusstere Lebensweise könne helfen: "Nach heutigem Wissensstand könnte man, wenn man alles das einhält, was wir derzeit wissen, tatsächlich 40 Prozent der Krebserkrankungen durch primäre Prävention verhindern." Baumann spreche von Dingen, die zwar viele Menschen wüssten, die aber eben nur mangelhaft umgesetzt würden, wie etwa nicht rauchen, mehr körperliche Aktivität, kein Übergewicht, wenig oder kein Alkohol, gesunde Ernährung und "alle Impfungen und Vorsichtsmaßnahmen wahrnehmen, die gegen Krebserkrankungen empfohlen werden". Beispielsweise sei da die HPV-Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs genannt.

Fast jeder zweite in Deutschland erkrankt laut Robert-Koch-Institut (RKI) an Krebs. Bei Männern beträgt das Lebenszeitrisiko 47,5 Prozent, bei den Frauen seien es 42,6 Prozent. Deutschland steht an sich mit seinen Zahlen im internationalen Vergleich nicht allzu schlecht da: derzeit überlebten 65 Prozent aller Krebserkrankten mindestens fünf Jahre. Doch Baumann stellt auch klar: "dass 35 Prozent aller Mitbürger, die an Krebs erkranken, eben nicht fünf Jahre überleben." Seiner Meinung nach seien große Forschungsanstrengungen in allen drei Bereichen – Prävention, Früherkennung und Therapie – wichtig.

Krebs
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Bessere Überlebenschancen, wenn man reich ist

Die IARC geht ebenfalls darauf ein, wie sich ein gewisser Wohlstand auf die Heilungschancen auswirkt. Denn ärmere Bevölkerungsschichten in reichen Ländern, sowie Erkrankte in ärmeren Ländern hätten geringere Überlebenschancen.

Zwischen 2000 und 2015 sei die Wahrscheinlichkeit an Krebs zu sterben um 20 Prozent gesunken, wenn man aus einem Land mit hohem Einkommen stamme. In Ländern, in denen sich die Bevölkerung mit einem niedrigen Einkommen zufrieden geben muss, seien es nur fünf Prozent gewesen. Die WHO prognostiziert zudem, dass die Zahl der Krebsfälle in den Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen bis 2040 um 81 Prozent steigen werde, wenn keine deutlichen Gegenmaßnahmen getroffen würden. Als Begründung für diese Zahlen gibt die WHO an, dass in diesen Ländern mit begrenzten Ressourcen bisher der Fokus darauf liegt, Infektionen zu bekämpfen und Mütter sowie ihre kleinen Kinder zu versorgen. Behandlungen und Maßnahmen gegen Krebs würden einfach nicht im Vordergrund stehen.

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