29.01.2020

Endlich fair vergütet Pflegekräfte erhalten bald höheren Mindestlohn

Pflegekräfte haben einen körperlich und emotional anstrengenden Beruf – ein Anstieg des Mindestlohnes ist mehr als gerechtfertigt.

Foto: FredFroese

Pflegekräfte haben einen körperlich und emotional anstrengenden Beruf – ein Anstieg des Mindestlohnes ist mehr als gerechtfertigt.

Pflegehilfskräfte und Pflegefachkräfte werden künftig mehr Geld in der Tasche haben. Denn für über eine Millionen Beschäftige in der Pflege steigen die Löhne an…

Pflegekräfte in Deutschland leisten Unglaubliches: Sie arbeiten Tag und Nacht und am Wochenende, betreuen beispielsweise feinfühlig Demenzkranke und sind anstrengenden körperlichen Tätigkeiten ausgesetzt – etwa dem Heben eines älteren Menschen in den Rollstuhl. Für all das erhalten sie eindeutig zu wenig Geld. Kein Wunder, dass diesen Job keiner mehr wirklich machen möchte. Doch das könnte sich bald ändern. Denn der Mindestlohn für Pflegekräfte steigt an.

Pflegekräfte bekommen bald mehr Geld – der Mindestlohn wird steigen

Gestern Abend konnte die Pflegekommission aus Arbeitgebern und Arbeitnehmern in Berlin endlich durchbringen, dass Pflegekräfte in Deutschland einen höheren Lohn für ihre schwere Arbeit bekommen. Bis zum 1. April 2022 wird der Mindestlohn für Pflegehilfskräfte deutschlandweit in vier Schritten auf 12,55 Euro angehoben. Dieser lag im Westen bei 11,35 Euro und im Osten sogar nur bei 10,85 Euro. Mit dem neuen Mindestlohn schließt sich also auch die ungerechte Lohnlücke zwischen Ost und West – zumindest in der Pflege. Neu ist außerdem, dass alle qualifizierten Pflegehilfskräfte, das sind angelernte Pflegehilfskräfte mit einer Ausbildung von einem Jahr, bis zum 1. April 2022 sogar 13,20 Euro bekommen sollen.

Der höhere Mindestlohn in der Pflege kommt – dazu auch mehr Urlaub

Auch die Pflegefachkräfte können sich zukünftig freuen: Erstmals gibt es einen Mindestlohn. Ab dem 1. Juli 2021 sollen sie 15 Euro Mindestlohn bekommen. Bis zum 1. April 2022 soll dieser dann auf 15,40 Euro erhöht werden. Laut der Pressemitteilung von "verdi" ergibt sich daraus ein Grundentgelt von 2678 Euro bei einer 40-Stunden-Woche. Außerdem haben Pflegekräfte bald mehr Urlaub. Statt den bisherigen 20 Tagen pro Jahr stehen ihnen 25 bzw. 26 Tage zur Verfügung.

Endlich werden Pflegekräfte in Deutschland fair entlohnt. Sollte Ihr Gehalt Ihnen in der Höhe ungerecht vorkommen oder bleiben sogar Lohnzahlungen aus, sollten Sie schnellstens etwas unternehmen. Unsere Themenseite Ratgeber Recht könnte hilfreich sein.

Pfleger machten tagtäglich einen sehr harten Job, um anderen Menschen in alltäglichen Situationen zu helfen. Doch nicht nur für die Pfleger ist die Pflegebedürftigkeit ein ernstzunehmendes Thema: Viele Menschen haben Angst davor. Sie stellen sich die Frage, wie es sein wird, auf andere angewiesen zu sein. Darum hat erst vor kurzem ein "Jenke-Experiment" die brisante Frage beantwortet, wie sich ein Leben als Pflegefall anfühlt.

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