04.02.2020

Tim Mälzer-Öl schadstoffbelastet Stiftung Warentest: Das sind die fünf besten Olivenöle

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Olivenöl ist gut fürs Herz-Kreislauf-System. Aber welche Marke sollte man kaufen? Stfitung Warentest hat's untersucht. Die Gewinner und Verlierer gibt es hier.

Foto: iStock/barol16

Olivenöl ist gut fürs Herz-Kreislauf-System. Aber welche Marke sollte man kaufen? Stfitung Warentest hat's untersucht. Die Gewinner und Verlierer gibt es hier.

Verbraucher haben beim Einkauf die Qual der Wahl. Welches Olivenöl ist das beste, welches das schlechteste? Stiftung Warentest hat es herausgefunden. Und ein Ergebnis überrascht besonders negativ.

Olivenöl ist gesund und lecker. Seit Jahrtausenden ist sie in Mittelmeerregionen die wichtigste Fettquelle der Menschen. Und das aus gutem Grund: Die einfach ungesättigte Fettsäure kann schlechtes Cholesterin im Blut senken. Wer also tierische Fette durch Olivenöl ersetzt, tut seinem Herz-Kreislauf-System etwas Gutes. Stiftung Warentest wollte es genau wissen und hat Natives Olivenöl extra getestet. Das sind die Ergebnisse.

Stiftung Warentest: Das sind die besten Olivenöle

Stiftung Warentest kann von den 28 getesteten Olivenölen drei Produkte auch Feinschmeckern empfehlen. Für den Alltag empfehlen die Tester aber sechs deutlich günstigere Öle.

Den ersten Platz teilen sich fünf Olivenöle mit der Note Gut (2,3). Geschmacklich herausragend ist das Bio-Öl von Castillo de Canena für 45 Euro pro Liter. Wer nicht so tief in die Tasche greifen kann, ist mit dem preiswerteren Bio-Öl von Aldi Süd Bio (6,15 Euro) und dem Öl Lidl Primadonna Bio (6,20 Euro) bestens bedient. Auch die konventionellen Öle Bertolli Gentile und Bertolli Originale (beide für 8,60 Euro) haben sich im Test einen Platz unter den Top 5 gesichert.

Weitere gut getestete Olivenöle

Gourmettauglich, und geschmacklich unter den besten Ölen im Test, sind die Öle aus einem andalusischen Familienbetrieb. Diese Geschmacksfreude hat seinen Preis: 31 und 45 Euro pro Liter. Dennoch reihen sie sich wegen Kennzeichnungsmängeln unter die insgesamt neun Guten ein. Dasselbe Los trifft das dritte sensorisch sehr gute Öl von Farchioni, einem der größten Abfüllbetriebe Italiens. Der Preis: 26 Euro je Liter.

Toll: Die weiteren gut getesteten Öle gibt es bereits für weniger als 7 Euro pro Liter bei Aldi und bei Lidl.

Viel Mittelmaß, ein ranziges und ein mit Schadstoffen belastetes Öl

14 schnitten mit der Note befriedigend ab, drei waren nur ausreichend und ganze zwei sogar mangelhaft. Darunter das ranzige Filippo Berio sowie das mit Schadstoffen belastete Solivellas Oli – "powered by Tim Mälzer".

Keine gepanschten Olivenöle im Test

Die gute Nachricht: Nicht nachweisen konnten die Experten von Stiftung Warentest kritische Gehalte an Pestiziden und krebserregenden polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK). Auch Panschereien mit minderwertigem Olivenöl oder anderen Ölsorten wurden nicht gefunden. Und bei den Ölen, die laut Etikett nur aus einem Land stammen, ließ die Herkunftskontrolle keine Zweifel an der Korrektheit der Angaben.

Tim Mälzer-Öl ist schadstoffbelastet

Unangenehme Nachrichten für Fernsehkoch Tim Mälzer: Das Olivenöl, das mit seinem Namen wirbt, war das im Test am stärksten mit Schadstoffen belastete Öl. Im Solivellas Oli konnten zwei Arten von Mineralölkohlenwasserstoffen nachgewiesen werden, u. a. Moah, die möglicherweise krebserregend wirken, sowie Mosh, die sich im Körper anreichern können. Wie kommt sowas ins Öl? Die problematischen Stoffe könnten z. B. aus Schmieröl ins Olivenöl übergegangen sein. Außerdem könnten Schläuche oder Transportbänder kritische Weichmacher, die ebenfalls entdeckt wurden, ans Öl abgegeben haben.

Diesen Schadstoffmix haben die Tester auch im teuren Aldo Pasquini (u. a. im "Warenhaus der guten Dinge" Manufactum erhältlich). Da der Gehalt dieser Schadstoffe aber insgesamt geringer war, reiht sich dieses Öl unter die "ausreichenden" ein.

Dieses Olivenöl schmeckt ranzig

Eine deutliche Belastung mit Mineralölkohlenwasserstoffen konnte Stiftung Warentest beim Öl Filippo Berio nachweisen. Unschön: Außerdem schmeckte es "ranzig und oxidiert". Interessant: Durch diesen Geschmacksfehler dürfte dieses Öl laut Europäischer Olivenölverordnung nicht als natives Olivenöl extra verkauft werden.

Das Öl der bekannten Firma Vom Fass ist nicht nur geschmacklich problematisch, sondern hat auch ein Problem mit seinem Schraubverschluss aus Metall. Der untere Ring sollte sich beim ersten Aufdrehen vom Deckel abtrennen, das funktionierte aber nur bei jeder zweiten Flasche. Der Verschluss lässt sich also auf- und zudrehen, ohne dass sich der Sprengring löst. Somit fehlt die Originalitätssicherung. Laut EU-Verordnung darf Olivenöl nur in Verpackungen mit "nicht wiederverwendbarem Verschluss" verkauft werden, um möglichen Manipulationen vorzubeugen.

Verbesserungen gegenüber früheren Tests

Fazit: Neun guten Qualitätsurteilen stehen diesmal nur zwei mangelhafte gegenüber. Und das Beste: Jedes zweite Öl hat sich gegenüber früheren Tests deutlich verbessert. Bertolli Originale und Gentile sind heute gut, 2018 waren sie nur ausreichend. Und aus dem damaligen Mittelfeld stehen nun vier Olivenöle von Discountern weit vorn: Aldi Süd Bio, GutBio und Casa Morando – beide von Aldi Nord – und Lidl Prima-donna Bio. Das Rewe-Ja-Öl ist heute befriedigend, 2017 war es mangelhaft.

Die Gründe: Die Anbieter von Handelsmarken und der Weltmarktführer Bertolli achten, vielleicht auch wegen der Bewertungen, inzwischen auf dem deutschen Markt mehr auf Schadstoffe, Geschmack und korrekte Kennzeichnung.

Deklaration und Herkunftsangabe ein Problem

Vom Fass sowie zehn andere Anbieter missachten die wichtigen Kennzeichnungsvorschriften und erschweren dem Verbraucher, die drei vorgeschriebenen Angaben auf einen Blick und auf Deutsch zu erkennen: dazu gehören die Güteklasse, die Art der Gewinnung und die Herkunft des Öls.

Das Fazit für Stiftung Warentest: Die betroffenen Öle erhalten nur ein Ausreichend in der Deklaration, Damit haben sich die durchaus sensorisch guten Olivenöle Ranise, Noan und Bio Planete eine bessere Gesamtnote als befriedigend verspielt.

Im Umkehrschluss bedeutet ein Herkunftssiegel nicht immer gute Qualität. Der Beweis: Das Solivellas aus Mallorca ist nur mangelhaft. Die Olivenöle von Rewe, Penny und Edeka von der Insel Kreta sind mittelmäßig. Einziges noch gutes Öl mit Herkunftssiegel ist Farchioni aus dem Chianti.

Sind Bio-Olivenöle besser?

Das Bio-Siegel steht für ein unabhängiges Kontrollsystem. Der Test konnte das bestätigen, denn in keinem der neun Bio-Öle wurden Pestizide gefunden, fünf sind gut und keines schlechter als befriedigend. Castillo de Canena und Soler Romero tragen das grüne EU-Bio-Siegel, eine Verpflichtung, auf chemisch-synthetische Pestizide zu verzichten.

Stiftung Warentest: Das sind die besten Olivenöle. Und was kann man damit anfangen? Probieren Sie mal unseren italienischen Orangen-Olivenöl-Kuchen mit Pinienkernen. Und finden Sie heraus, welches Öl sich für welchen Zweck eignet.

Mehr interessante Testergebnisse finden Sie auf unserer Themenseite Stiftung Warentest.

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