31.01.2020

Aktuelle Studie offenbart Erstaunliches Midlife-Crisis: In diesem Alter sind Menschen am unglücklichsten

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Gibt es die Midlife-Crisis doch? Eine aktuelle Studie sagt JA.

Foto: iStock/Goodboy Picture Company

Gibt es die Midlife-Crisis doch? Eine aktuelle Studie sagt JA.

Auf die Frage, ob es die vieldiskutierte Midlife-Crisis wirklich gibt, hat eine neue Studie nun eine Antwort parat. Lesen Sie mal, wann die Menschen weltweit am unglücklichsten sind.

Klischees über die problematische Mitte des Lebens, die so genannte Midlife-Crisis gibt es viele. Reine Erfindung und Ausrede proklamieren die einen, reales psychisches Tief sagen die anderen. Ein Wissenschaftler wollte es genauer wissen und hat umfangreiche Daten ausgewertet. Das Ergebnis ist überraschend. Lesen Sie mal, in welchem Alter Menschen am unglücklichsten sind.

Midlife-Crisis: In diesem Alter sind Menschen am unglücklichsten

Wirtschaftswissenschaftler David G. Blanchflower hat Umfragen von 500.000 Menschen aus 132 Staaten zum Glücksgefühl ausgewertet. Das Ergebnis: Menschen erreichen zum Ende ihrer Vierzigerjahre ihren emotionalen Tiefpunkt. Und zwar ganz gleich wo sie leben, welchen Geschlechts sie sind und wieviel sie verdienen.

Blanchflower konnte bei seinen Untersuchungen eine Verlaufskurve des Glücklichseins ausmachen. Diese sei weltweit U-förmig: Während jüngere Menschen in der Regel eher sehr glücklich seien, nähme dieses Gefühl mit zunehmendem Alter ab, bis etwa im Alter von 47 Jahren der Tiefpunkt erreicht würde, so der Autor der Studie. Die gute Nachricht: Ab dann gehe die Kurve wieder nach oben, das individuelle Glücksempfinden steige mit zunehmendem Alter wieder.

Interessant: Das Phänomen existiert weltweit

Blanchflower betont, dass diese Kurve weltweit zu beobachten sei, wenngleich es minimale geografische Unterschiede gäbe. So seien Menschen in Entwicklungsländern im Schnitt im Alter von ca. 48,2 Jahren am unglücklichsten, in westlichen Ländern sei der emotionale Tiefpunkt bei etwa 47,2 Jahren erreicht.

Besonders spannend ist der vermeintliche Geschlechterunterschied. Während in Europa Mann und Frau ihr emotionales Tief mit Ende 40 hätten, zeige sich in den USA ein etwas anderes Bild. Hier empfänden Frauen bereits mit Ende 30 einen psychisch-emotionalen Tiefpunkt, während die amerikanischen Männer erst mit Anfang 50, also etwas später als im weltweiten Schnitt, am unglücklichsten seien.

Midlife-Crisis unabhängig vom Einkommen

Der Wissenschaftler untersuchte die menschliche Glückskurve auch in Bezug auf den Beziehungsstatus, das Einkommen sowie den Erwerbsstatus. Das überraschende Ergebnis: All diese Faktoren spielten offensichtlich keine messbare Rolle bei den Umfragen, da das Alter des Tiefpunkts gleich blieb. "Der Verlauf der Kurve bleibt gleich, egal ob in Ländern das mittlere Einkommen hoch oder niedrig ausfällt, oder sie dort länger leben oder nicht", resumiert Blanchflower.

Nach der Studie spielt somit nur das Alter die entscheidende Rolle für das Glücksempfinden. Warum das so ist, konnte Blanchflower nicht sagen und weist auf ähnliche Studien mit Primaten hin, die zu vergleichbaren Ergebnissen gekommen seien. "Hier passiert etwas sehr Natürliches, vielleicht liegt es in unseren Genen", so seine Vermutung, dem "Telegraph" gegenüber. "Wenn man ein solches Muster über 132 Länder findet, dann ist es wirklich schwierig, es zu ignorieren."

Quelle: National Bureau of Economic Research

Kein Grund Trübsal zu blasen

Wenn es keine eindeutige medizinische Erklärungen für eine Midlife-Crisis gibt, scheint die Untersuchung doch einiges zu verdeutlichen: Mit Ende Vierzig ist man – warum auch nicht – an einem Scheidepunkt angekommen. Die Kinder werden größer oder sind aus dem Haus. Die Partnerschaft ist nicht mehr so aufregend oder man hat sich sogar zu einer Trennung entschlossen. Man hat Verluste und Trauer erlebt. Die eigenen Eltern sind sichtlich gealtert. Der eigene Körper hat sich verändert und das ist auch richtig so. Und ist der Job noch der richtige? Habe ich erreicht, was ich wollte? Fragen über Fragen.

Kein Grund Trübsal zu blasen, aber Grund und Recht genug, zu reflektieren, innezuhalten und Revue passieren zu lassen – und dann auch zu akzeptieren. Zeit auch, sich über den weiteren Lebensverlauf Gedanken zu machen. Innehalten und Reflexion können zu traurigen Gedanken führen, wenn man sie aber wieder verscheucht und sich darauf besinnt, was man schon alles erlebt und geschafft hat, geht es wieder aufwärts. Das Wissen um die so genannte Midlife-Crisis macht sie gleich viel weniger gruselig. Begreifen Sie sie als Chance, entweder Dinge zu ändern oder sich am Geschafften zu erfreuen und in vollen Zügen zu genießen, was Sie haben.

Zu Schlafstörungen , Wechseljahren oder Depression finden Sie weitere Artikel auf unseren Themenseiten.

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