27.01.2020

Stille Rebellion Der Kassenbon-Krapfen: Bäcker setzt originelles Zeichen gegen die Bonpflicht

Die Kassenbon-Pflicht ist seit dem 1. Januar in vielen Bäckereien zum Problem geworden. Ein Bäcker aus München hat jetzt eine zuckersüße Protestaktion gestartet.

Foto: imago images, iStock [M]

Die Kassenbon-Pflicht ist seit dem 1. Januar in vielen Bäckereien zum Problem geworden. Ein Bäcker aus München hat jetzt eine zuckersüße Protestaktion gestartet.

Bei einem Bäcker aus München gibt es jetzt die Quittung zum Mitessen und zugleich eine außergewöhnliche Reaktion auf den Kassenbon-Wahnsinn.

Wieder gibt es einen gelungenen Protest gegen die Kassenbon-Pflicht. Dieses Mal kommt er von einem Bäcker aus München und ist wirklich geschmackvoll.

Der Kassenbon-Krapfen: der kreative und köstliche Protest gegen die Kassenbon-Pflicht

Es ist Faschingszeit und da gehört so ein schöner Krapfen, gefüllt mit Marmelade, Vanillepudding oder Nougat, einfach dazu. Leider gehört mittlerweile ebenso der Kassenbon dazu, wenn man die Köstlichkeit beim Bäcker kauft. Auch der Bäckermeister Ludovic Gerboin aus Moosinning bei München verkauft in seiner "Bäckerei Ways" das beliebte Karnevalsgebäck. Wie es sich seit dem 1. Januar 2020 gehört, händigt er dafür auch einen Kassenbon aus, jedoch in einer etwas anderen Form: Er ist essbar, süß und klebt direkt oben auf der Leckerei. Denn der Kassenbon ist aus Fondant.

Der Kassenbon-Krapfen ist seit Anfang letzter Woche im Geschäft Gerboins zu erhalten und die Kunden fanden sofort an ihm Gefallen. Er ging etliche Male über die Ladentheke. Wahrscheinlich weil viele die originelle Protestaktion gegen den Kassenbon-Wahnsinn schätzen. Doch ganz nebenbei können sich Schleckermäuler über einen mit Vanille-Mascarponesahne und Himbeerkompott gefüllten Krapfen mit pinker Gasur freuen.

Not macht erfinderisch: der essbare Kassenbon statt endloser Papierberge

Über seine ungewöhnliche Idee sagte der Bäckermeister und Erfinder des Kassenbon-Krapfens zu "inFranken.de", dass dieses Gebäck sein Beitrag zur Kassenbon-Pflicht sei. Er erklärt, dass er keine Möglichkeit habe, den Bon digital anzubieten. Deswegen fallen jetzt in seinem Laden, wie in tausenden anderen deutschen Bäckereien auch, nahezu endlos hohe Müllberge an. Da hatte er die Idee, einen essbaren Kassenzettel aus Zuckermasse zu kreieren. Der Kassenbon enthält tatsächlich einige wichtige Angaben, wie beispielsweise die Adresse mit der Telefonnummer des Geschäfts oder die Mehrwertsteuer und den Bruttobetrag. Doch ganz vollständig ist er leider nicht. Zum Beispiel fehlen das Datum und die Uhrzeit – sonst wäre der essbare Kassenbon als Alternative zum Papierbon fast denkbar geworden und dann hätte es vielleicht nur nicht einen Kassenbon-Krapfen, sondern auch ein Kassenbon-Croissant oder ein Kassenbon-Schweineohr gegeben.

Seit Anfang 2020 herrscht Bonpflicht in Deutschland. Originelle Ideen, um gegen den Kassenbon-Wahnsinn ein Zeichen zu setzen, kommen in letzter Zeit häufiger vor. Aber auch ernstgemeinte Aktionen und richtige Lösungen tauchen auf. Zum Beispiel hat erst vor kurzem ein Dresdner Bäcker das Kassenbon-Problem gelöst.

Wenn auch Sie sich für den essbaren Kassenbon auf dem Krapfen entscheiden, helfen Sie dabei jede Menge Müll einzusparen. Das kann ihr Beitrag zu einem umweltbewussteren Leben sein. Möchten Sie zu diesem Themen weitere Informationen finden, dann schauen Sie auf unserer Themenseite Nachhaltig leben vorbei.

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