21.01.2020

Mirácoli auf Platz 1 Getarnte Preissteigerungen: Das sind die Mogelpackungen des Jahres 2019

Versteckte Preiserhöhung: Die Hamburger Verbraucherzentrale hat nun die Mogelpackungen des Jahres 2019 gewählt.

Foto: iStock/Juanmonino

Versteckte Preiserhöhung: Die Hamburger Verbraucherzentrale hat nun die Mogelpackungen des Jahres 2019 gewählt.

Nicht immer sind Preiserhöhungen auf den ersten Blick ersichtlich – manch ein Hersteller verkauft z.B. einfach weniger Inhalt zum selben Preis. Grund genug für die Verbraucherzentrale Hamburg, die Mogelpackungen des Jahres 2019 unter die Lupe zu nehmen.

Eine Preissteigerung geht nicht immer ganz simpel mit erhöhten Euro-Beträgen auf den Etiketten einher – oftmals gehen die Hersteller auch andere, weit weniger offensichtliche Wege, um die Preise zu erhöhen. Klassischer Fall: Einfach die Menge des Inhalts senken und die Preise beibehalten. Ärgerlich für den Konsumenten! Die Verbraucherzentrale Hamburg hat nun die sogenannte "Mogelpackung des Jahres 2019" gekürt – und Platz 1 wird belegt von einem überaus beliebten Produkt, das aber im vergangenen Jahr schon für allerlei Ärger gesorgt hat.

Mogelpackung des Jahres: Verbraucherzentrale Hamburg hat gewählt

Platz 1: "Mirácoli" von Mars

Mirácoli ist einfach perfekt für alle, die nicht viel Zeit oder Talent fürs Kochen haben. Ein Paket und alles ist drin: Pasta, Soße, Gewürzmischung und auch geriebener Hartkäse. Nun ja, zumindest war das bis zum vergangenen Jahr so – bis Hersteller Mars entschieden hat, den Käse zu streichen. Sehr zum Unmut der Verbraucher! Der überaus bedauerliche Käsemangel ist aber nur einer der Gründe, weshalb das Produkt auf Platz 1 der Mogelpackungen gelandet ist – darüber hinaus sind auch die Mengen an Tomatensoße und Gewürzmischung reduziert worden. Der Preis sei laut der Verbraucherzentrale aber gleich geblieben.

Von insgesamt 43.044 bei der Wahl abgegebenen Stimmen gingen 15.749 an das Pasta-Fertiggericht – macht sage und schreibe 36,6 Prozent.

Platz 2: "100 % Bio Direktsaft Karotte" von Hipp

Auch hier wurde ordentlich getrickst, um die Preise anzuheben. Der bislang in einer 500 Milliliter-Flasche angebotene Saft wird nun in einer 300 Milliliter-Flasche verkauft. Doch damit nicht genug: Auch der Verkaufspreis wurde angehoben – was zu einer doppelten Preiserhöhung von 115 Prozent führt.

Aus diesen Gründen gingen 13.934 Stimmen (32,4 Prozent) an den Direktsaft.

Platz 3: "Rama Unser Meisterstück" von Upfield

"Rama Unser Meisterstück" ist eine neue Margarinen-Sorte, die seit 2019 zum Kauf angeboten wird – die Zutatenliste entspricht allerdings nahezu der bereits zuvor bekannten, im Sommer 2018 vom Markt genommenen "Rama mit Buttermilch". Der deutlichste Unterschied: das Preis-Leistungsverhältnis. Verkauft wird die neue Margarine im 350-Gramm-Becher statt mit 500 Gramm – der Preis ist allerdings derselbe.

Das Ergebnis: 6.329 Stimmen bzw. 14,7 Prozent der abgegebenen Stimmen wählten den Aufstrich zur Mogelpackung des Jahres.

Platz 4: "Milka Darkmilk" von Mondelez

Einst wog eine Tafel Schokolade standardgemäß 100 Gramm, doch diese Zeiten scheinen vorbei. Seit einer Weile gibt es vier neue Schokoladensorten "Milka Darkmilk" von Mondelez – und die wiegen nicht mehr 100 Gramm, sondern nur noch 85 Gramm. Verkauft werden sie aber zum selben Preis, wie die 100 Gramm-Packungen. Macht eine Preissteigerung von 18 Prozenz.

3.723 Stimmen wählten die Schokolade zur Mogelpackung des Jahres, macht 8,6 Prozent der Gesamtstimmen.

Übrigens: Milka wurde schon in der Vergangenheit zur Mogelpackung ernannt. Hier mehr erfahren.

Platz 5: "Frosties" von Kellogg

Kellogg ist der Gigant unter den Herstellern von Frühstücks-Cerealien. Nun wurde auch hier an den Preisen geschraubt, bzw. an der Menge des Inhalts – und zwar nicht nur bei "Frosties", sondern auch anderen Sorten. Statt der bislang 375 Gramm-Packung werden nun 330-Gramm-Packungen verkauft. Das macht eine Preiserhöhung von 14 Prozent!

Somit wählten 3.309 Stimmen, bzw. 7,7 Prozent Kellogg und seine Produkte zur Mogelpackung des Jahres.

Fazit: Augen auf beim Einkauf!

Sie sehen: Preiserhöhungen spielen sich nicht immer in Form von Ziffern auf dem Etikett wider. Weniger Inhalt für den selben Preis wird in der Regel nicht so schnell vom Konsumenten wahrgenommen und verärgert somit auch nicht auf Anhieb. Verbraucher haben kaum eine Chance, die Preiserhöhung zu erkennen – und genau das moniert auch die Verbraucherzentrale Hamburg.

Diversen Medienberichten zufolge will sich Bundesverbraucherschutzministerin Christine Lambrecht dafür einsetzen, dass bei verdeckten Preiserhöhungen für mehr Klarheit gesorgt wird. Ein Versprechen, das der Verbraucherschutz Hamburg überaus ernst nimmt und eine Transparenzplattform fordert, auf der alle Hersteller den unverbindlichen Verkaufspreis mit samt Füllmengenveränderung veröffentlichen müssen – zum Schutze des Verbrauchers.

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Mehr über Ihre Rechte als Verbraucher lesen Sie übrigens auf unserer Themenseite " Ratgeber Recht".

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