20.01.2020

Laut der Umweltbehörde Verwaiste Koala-Babys könnten getötet werden – per Gesetz!

Die verheerenden Buschbrände in Australien haben schon über eine Milliarde Tiere das Leben gekostet. Hilfsorganisationen tun, was in ihrer Macht steht, um verwaiste Tiere zu retten.

Foto: imago images / ZUMA Press

Die verheerenden Buschbrände in Australien haben schon über eine Milliarde Tiere das Leben gekostet. Hilfsorganisationen tun, was in ihrer Macht steht, um verwaiste Tiere zu retten.

Seit Wochen wüten in Australien verheerende Buschbrände, die die Natur zerstören und unzählige Opfer gefordert haben. Für die jüngsten Tiere, die überlebt haben, könnte eine neue Hürde im Kampf ums Überleben anstehen. Gemacht von Menschen.

Die Bilder, die seit Wochen um die Welt gehen, machen tief betroffen. Der Busch in Australien brennt in kaum vorstellbarem Ausmaß, Menschen und Tiere sind auf der Flucht. Gerade die Kleinsten und Schwächsten trifft es besonders hart. Koalas etwa sind einfach zu langsam, um vor den sich rasant ausbreitenden Feuern wegzulaufen. Doch manchmal haben die Retter Glück und können Tiere sichern und retten. Für die Kleinsten von ihnen könnte es allerdings trotzdem traurig enden – wegen eines Gesetzes des Bundesstaates Victoria.

Schock: Gesetz des Bundesstaates Victoria verlangt in manchen Fällen die Tötung von Wildtier-Babys

Die Feuerwehrmänner kämpfen ohne Unterlass gegen die Flammen, die Australien in Atem halten. Viele Hilforganisationen und private Helfer versorgen gefundene verletzte Tier oder machen sich gar selbst auf den gefährlichen Weg, um überlebende Tiere aus den verkohlten Überresten der einstigen schönen Natur zu retten. Menschen weltweit, die aufgrund der Entfernung nicht anders helfen können, spenden für die Hilfe von bedürftigen Tieren und Menschen, deren Lebensraum zerstört wurde. Mitglieder von Hilforganisationen stecken ihr ganzes Herzblut in die Verarztung ihrer tierischen Patienten.

Doch nun schockiert ein Gesetz aus dem Bundesstaat Victoria, das gerade die Kleinsten und Schwächsten das Leben kosten könnte. Das Gesetz, welches 2018 erlassen wurde, besagt, dass die jungen Wildtiere, die noch "von Milch abhängig" sind, getötet werden sollen.

Population der Koalas bedroht

Die Population der Koalas ist durch die Brände bereits dramatisch zurückgegangen. Allein seit September sollen nach Schätzungen circa 33.000 Koalas getötet worden sein. Die Tiere haben gegen die Brände oft keine Chance, da sie einfach zu langsam sind. Die eigentlich sehr menschenscheuen Lebewesen sind teilweise durch die großen Feuer so verwirrt, dass sie noch tiefer in Brandgebiete laufen und dort versuchen, auf Bäume zu klettern. Wenn die Feuersbrunst kommt, ist es ihr sicherer Tod. Doch selbst, wenn sie die Brände überleben – der Großteil ihres Lebensraums ist zerstört. Der Mensch und seine Hilfbereitschaft, für die geschundenen und verwaisten Tiere zu sorgen, scheint oft der einzige Ausweg zu sein. Da ist dieses Gesetz in der jetzigen Situation, das gerade den Baby-Koalas die Hilfe versagt, kaum zu ertragen.

Der Grund, der dafür angeführt wird, lautet, dass gerade diese Tiere "lange auf Pflege" angewiesen wären, was dann dazu führen würde, dass eine Auswilderung kaum "erfolgreich" bei den entsprechenden Fundtieren wäre. Doch über die drastisch dezimierten Zahlen des Koalabestandes lässt sich nicht hinwegsehen. So kritisierten bereits zahlreiche Tierschützer das Gesetz des Bundesstaates Victoria in der letzten Woche. Vielleicht hat dies ein Umdenken bei der Umweltbehörde des Bundesstaates bewirkt – sie ließ verlauten, dass die Regelung situationsabhängig und offen für Interpretation sei.

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