10.01.2020

Nach Klage von Kundin Was das neue Thermomix-Urteil für die treuen Kunden bedeutet

Das Urteil im Thermomix-Verfahren ist gefallen.

Foto: imago images / Manngold

Das Urteil im Thermomix-Verfahren ist gefallen.

Der Ärger bei der Kundin war wohl groß. Kurz nach dem Erwerb ihres Thermomix kam ein neues Modell auf den Markt und der zuvor verkaufte war eben nicht mehr auf dem neuesten technischen Stand. Die Kundin zog vor Gericht. Nun fiel das endgültige Urteil.

Wenn man schon eine teure Anschaffung macht, dann hat man sich als Verbraucher meist zuvor gut über das Produkt informiert und möchte am liebsten auch das neueste Modell erwerben, um lange etwas von dem Produkt und seinen aktuellen Vorzügen haben zu können. Vor allem bei einem hohen Anschaffungspreis, wie es beim Thermomix der Fall ist. Die Firma Vorwerk stritt sich mit einer Kundin vor Gericht, die nicht damit zufrieden war, dass sie beim Kauf des Thermomix nicht darüber informiert wurde, dass bereits drei Montate später das neue Folgemodell auf den Markt kommen sollte, welches technisch dann auf dem neuesten Stand war. Die Kundin zog vor Gericht nun den Kürzeren.

Thermomix-Urteil: Gericht stimmt Vorwerk zu

Wenn es schon ein Thermomix sein soll, für den die Kunden eine ansehnliche Summe bezahlen, dann soll es bitteschön auch das neueste Modell sein. So ähnlich dachte sich das wohl die Kundin, die gegen Vorwerk vor Gericht zog.

Im Januar 2019 hatte die Kundin das Thermomix Fabrikat TM5 erworben. Beim Kauf wurde sie jedoch nicht darüber informiert, dass es in drei Monaten das neue Modell TM6 mit deutlich mehr Funktionen zu kaufen geben werde. Die Kundin wollte daraufhin das Gerät zurückgeben. Die Sache landete vor Gericht und wurde nun von den Richtern am Wuppertaler Landgericht endgültig zugunsten von Vorwerk abgewiesen. Die Begründung lautet: Das Unternehmen sei eben nicht dazu verpflichtet gewesen, die Kundin zum Zeitpunkt des Kaufs darüber zu informieren, dass ein neues Modell eingeführt werde. Auch weil der Verkäufer selbst zum Kaufzeitpunkt nicht über ein neues Model informiert war.

Die Vorgeschichte zu dem Thermomix-Fall

Konkret ging es darum, dass die Kundin das Thermomix Modell TM5 für 1299 Euro erworben hatte. Das Gerät war dazu in der Lage zu wiegen, rühren, zerkleinern und kochen und konnte Rezepte direkt aus dem Netz auf einem Display anzeigen. Das Unternehmen Vorwerk stellte dann sieben Wochen später das Folgemodell TM6 zum Preis von 1359 Euro vor, welches außerdem rösten, fermentieren, karamellisieren oder vakuumgaren kann. Das neue Modell wurde ab April ausgeliefert, konnte jedoch von den Kunden bereits ab dem 11. März vorbestellt werden. Auch die Mitarbeiter im Verkauf des Unternehmens erfuhren erst an diesem Tag von dem neuen Modell TM6.

Entsprechend wurde die Kundin beim Kauf im Januar auch nicht über die bevorstehende Neueinführung informiert. Als sie jedoch vom TM6 erfuhr, forderte die Kundin die Rückabwicklung ihres Kaufvertrages und zog schließlich vor Gericht. Der Vorsitzende Richter Stefan Istel gab in seiner Urteilsbegründung an, dass Vorwerk zwei Monate vor der erfolgten Produktankündigung keine Aufklärungspflicht über das neue Modell gehabt hätte. Schließlich habe das Unternehmen ein berechtigtes Interesse daran gehabt, das bereits produzierte Modell TM5 noch abzusetzen. Das unternehmerische Interesse überwiege zu diesem Augenblick gegenüber dem Aufklärungsinteresse der Kundin. Das Urteil ist nun rechtskräftig und eine Revision ist ausgeschlossen.

Was das Unternehmen Vorwerk dazu sagt

"Generell ist bei einem Modellwechsel eine Übergangsphase nicht zu vermeiden. Ganz egal, wann Sie ankündigen – es wird immer Kunden geben, die kurz 'davor' gekauft haben. Eine frühere Ankündigung des Thermomix TM6 hätte das Thema nur verschoben“, meint Vorwerk-Chef Martin Eckert. Enttäuschte Kunden werde es also leider immer geben. Thermomix zeigte sich aber zuvor kulant und hatte Kunden, die in der Zeit zwischen dem 20.Februar und der Produktvorstellung des neuen Modells am 8. März einen Thermomix TM5 erworben hatten, den Wechsel auf das neuere Modell angeboten: "Eine Kommunikation mit einem solchen Angebot kann jedoch immer nur auf jene Kunden beschränkt sein, die wenige Wochen davor gekauft hatten.“

Manchmal lohnt sich auch preislich ein Blick auf die Konkurrenz: Lidl-Küchenmaschine wieder da – Thermomix-Alternativen im Test. Und weil auch Gesundes schnell gehen kann – 10 Heilrezepte aus dem Thermomix. Und wenn Sie einmal Hilfe in Sachen Recht und Rat benötigen, schauen Sie doch in unserem Ratgeber Recht vorbei.

Die neuesten Videos von BILD der FRAU

Die neuesten Videos von BILD der FRAU

Beschreibung anzeigen