07.01.2020

Schimpansen in Krefeld Nach Brand im Affenhaus: Bally und Limbo auf dem Weg der Besserung

Die Trauer um die vielen toten Tiere im Krefelder Zoo nach dem Brand im Affenhaus ist noch immer groß. Zum Glück geht es den beiden überlebenden Schimpansen Bally und Limbo gut.

Foto: imago images / Martin Wagner

Die Trauer um die vielen toten Tiere im Krefelder Zoo nach dem Brand im Affenhaus ist noch immer groß. Zum Glück geht es den beiden überlebenden Schimpansen Bally und Limbo gut.

Immerhin etwas Glück im Unglück: Nach dem verheerenden Brand im Affenhaus des Krefelder Zoos, bei dem fast alle Tiere ums Leben gekommen sind, tut zumindest diese Nachricht gut: Den beiden überlebenden Schimpansen Bally und Limbo geht es besser.

Eine echte Tragödie war die Nachricht, die uns am Neujahrstag wohl alle erschütterte. Nachdem wahrscheinlich brennende Papierlaternen einen Brand im Krefelder Zoo verursacht hatten, war das Affenhaus vollständig niedergebrannt. Nahezu alle dort lebenden Affen starben – bis auf zwei Schimpansen, die wie durch ein Wunder aus den Trümmern gerettet werden konnten. Jetzt endlich gab es ein Update aus Krefeld: Den beiden Schimpansen Bally und Limbo geht es gut – den Umständen entsprechend.

Bally und Limbo: Krefelder Schimpansen auf dem Weg der Besserung

Auf Facebook hat der Zoo mitgeteilt, dass es den beiden sechs Tage nach dem Brand soweit gut gehe. "Sie haben Verbrennungen an Händen, Füßen und im Gesicht, aber das Haarkleid ist vollständig erhalten. Beide essen und trinken gut", heißt es unter dem Bild, das einen der beiden Schimpansen zeigt. Derzeit befänden sich die beiden noch in den Krankenräumen des Zoos. In den nächsten Tagen sollen sie aber in einen nicht einsehbaren Bereich der Gorilla-Gartenanlage einziehen. Das Gehege war das einzige aus dem Affenbereich, das dem Feuer nicht zum Opfer gefallen ist.

"Wir spüren, dass ihnen die Betreuung durch die vertrauten Pfleger auch seelischen Halt gibt. Daher gibt es auch keine konkreten Umzugspläne", kommentiert der Zoo auf Anfragen, ob die beiden in einem anderen Zoo untergebracht werden sollen. Das Gorilla-Gehege liegt außerhalb des Affenhauses – die siebenköpfige Gorilla-Familie hat das Feuer daher überlebt. Noch am Silvestertag feierte der jüngste Spross Bobóto seinen ersten Geburtstag.

Mehr als 30 Tiere starben im Feuer – Mitarbeiter unter Schock

So viel Glück hatten die anderen über 30 Tiere leider nicht. Fünf Orang-Utans, zwei Flachland-Gorillas, ein Schimpanse sowie zahlreiche goldene Löwenäffchen und Zwergseidenäffchen fanden sich unter den Opfern, ebenso auch Flughunde und Vögel. Einer der toten Affen ist Massa, der älteste Zuchtgorilla in Europa. Er wurde 48 Jahre alt. Nur Bally und Limbo überlebten den Brand im angrenzenden Affenhaus wie durch ein Wunder. Nachdem sie gefunden worden waren, habe man sie narkotisiert und in ein benachbartes Haus gebracht.

Der Zoo blieb nach dem Brand für zwei Tage geschlossen. "Unsere Mitarbeiter stehen unter Schock", hieß es seitens des Zoos, mit der Bitte um Verständnis. Vor dem Zooeingang legten zahlreiche Besucher derweil Blumen und Kerzen sowie Fotos der verstorbenen Tiere nieder. Auch Schilder mit Aufschriften wie "Gestorben für euer Silvestervergnügen" waren zu sehen. Die Fahnen des Zoos standen auf halbmast.

Schuld am Brand waren wahrscheinlich Himmelslaternen

Tragisch: Schon am 30. Dezember hatte der Krefelder Zoo bei Facebook einen Aufruf gegen Silvesterböller gestartet – auch, um eine eventuelle Tragödie zu vermeiden. Lieber spenden statt böllern, hieß es im Post. Auslöser des Feuers waren nach Angaben der Polizei zwar keine Raketen oder Böller, sondern wahrscheinlich eine Himmelslaterne. Diese Laternen aus Seidenpapier werden angezündet und steigen durch die Wärme in den Himmel auf. Aufgrund ihrer akuten Brandgefahr sind sie in Deutschland eigentlich schon seit 2009 verboten, lassen sich aber übers Internet noch immer bestellen. Die möglicherweise Verantwortlichen sollen sich der Polizei bereits wenige Stunden nach der Katastrophe gestellt haben.

Eine Urnengrabstätte, wie sie kurzzeitig im Gespräch war, soll es voraussichtlich nicht geben. Die Zoomitarbeiter hatten sich im Rahmen der Trauerbewältigung dagegen ausgesprochen, aber in fernerer Zukunft soll es einen Gedenkort im Zoo geben.

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Leider ist der Brand im Krefelder Zoo dieser Tage nicht die einzige Tragödie. Bei den verheerenden Buschbränden in Australien mussten schon eine halbe Milliarde Tiere ihr Leben lassen.

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