06.01.2020 - 16:41

Dramatisches Tiersterben in Australien Verheerende Buschbrände: Eine halbe Milliarde Tiere ist bereits tot

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Sein Lebensraum ist zerstört. Ein Känguruh im australischen Busch. Mehr als eine halbe Milliarde Tiere durch die furchtbaren Feuer sind bereits verendet.

Foto: imago images/AAP

Sein Lebensraum ist zerstört. Ein Känguruh im australischen Busch. Mehr als eine halbe Milliarde Tiere durch die furchtbaren Feuer sind bereits verendet.

Es sind furchtbare Bilder, die man nie wieder vergisst. Brennende Wälder, tote Kängurus und Koalas, verzweifelte Menschen, die versuchen die Lebewesen zu retten. Die neuesten Informationen über die Zahl der getöteten Tiere sind nicht zu fassen.

Die Bilder gehen um die Welt und machen so unglaublich traurig. Koalas mit angesengten Nasen und verkohltem Fell, Feuerwehrleute, die mit ihnen das Trinkwasser teilen und Privatmenschen, die sie in ihre Kleidung hüllen und durch die Flammen rennen, da die Tiere nicht schnell genug laufen können, um dem Feuer zu entkommen. Hilflos umherirrende Kängurus und unzählige verkohlte Tierkadaver. Die Buschbrände in Australien zerstören Wälder und töten Mensch und Tier. Wie groß die Ausmaße der Zerstörung sind, wird angesichts der aktuellen Zahlen zu den durch die australischen Brände getöteten Tiere jetzt erst richtig klar.

Verheerende Buschbrände in Australien: Eine halbe Milliarde Tiere hatte keine Chance

Seit Wochen wüten die Brände in Australien. Sie bedrohen Mensch und Tier und haben bereits mehr als sechs Millionen Hektar Land zerstört, das sind mehr als die Feuer im Amazonas und der sibirischen Steppe zusammen verwüstet haben. Die katastrophalen Folgen für die einzigartige Tier- und Pflanzenwelt Australiens sind mehr als deutlich. Eine aktuelle Studie der Universität von Sydney schätzt die Zahl der seit September im von den Feuern besonders schlimm heimgesuchten Staat New South Wales gestorbenen Tiere auf 480 Millionen. Die Experten betonen, dass es sich um eine "sehr zurückhaltende" Kalkulation handelt. Das bedeutet, dass die realen Zahl "bedeutend höher" liegen könnten.

Professor Andrew Beattie von der Macquarie-Universität nahe Sydney geht sogar davon aus, dass bereits Milliarden von Tieren umgekommen seien, "wenn man Säugetiere, Vögel, Reptilien und größere Insekten wie Schmetterlinge mit einrechnet". Es sei "ziemlich sicher, dass in großen Teilen dieser sehr ausgedehnten Brandgebiete der größte Teil der Tierwelt tot ist", so der Biologe. "Die Flora und Fauna ist fort."

Diese Arten sind durch die Feuer vom Aussterben bedroht

Einige Tierarten wie Koalas sind vom Aussterben bedroht. Erste Experten-Schätzungen gehen davon aus, dass mehr als die Hälfte der insgesamt 50.000 Koalas bereits qualvoll in den Flammen gestorben sind.

Die Koalas trifft es besonders hart, da sie durch den Verlust ihres Lebensraums und durch Krankheiten ohnehin zu den bedrohten Arten gehören. Die auf Bäumen lebenden Beuteltiere ernähren sich nämlich nur von bestimmten Eukalyptusarten und sind zu langsam, um vor den Flammen zu fliehen. Schon vor den aktuellen Bränden sank die Zahl der Koalas in New South Wales und Queensland zwischen 1990 und 2010 um 42 Prozent.

Ökologe Mark Graham vom Naturschutzrat des Landes betont, dass es durch die Geschwindigkeit, mit der sich die Feuer ausbreiteten, und durch die starke Hitze, "eine beträchtliche Sterberate von auf Bäumen lebenden Tieren gibt". Da die Brände noch immer loderten, "werden wir die Kadaver wahrscheinlich nie finden".

Koala-Sterben in Australien bedroht Existenz der gesamten Art

Besonders dramatisch ist das Koala-Sterben laut einer Studie der University of Adelaide auch deshalb, da diese Tiere in dieser Region als Einzige nicht von Chlamydien betroffen sind, sie also den Fortbestand sichern sollten. Die gefährlichen Bakterien machen Koalas blind und unfruchtbar und führen nicht selten zum Tod.

Kann es eine Zukunft für die ohnehin schon bedrohten Tierarten geben? Laut Experten hängt die vor allem von Faktoren wie dem Klima und Niederschlag in den kommenden Monaten ab. Die Aussichten sind düster: So könne es bis zu 40 Jahre dauern, bis die Lebensräume wiederhergestellt seien.

Eine halbe Milliarde Tiere ist durch die australischen Buschbrände bereits tot. So reagieren Prominente auf die schlimmen Feuer:

Nicole Kidman, Hugh Jackman und Co. sammeln Spenden für Australien und so erschüttert reagieren andere Stars auf die Waldbrände.

Wer selbst unterstützen möchte, kann dies auf verschiedenen Wegen machen. Auch wenn wir hier zu weit weg sind, um vor Ort zu helfen, können wir zumindest die anwesenden Helfer unterstützen, indem etwa Geld für Trinkstationen und Wasser für Koalas, Kängurus und die vielen anderen Tiere gespendet wird. Anlaufstellen:

Aber auch den unermütlichen Feuerwehrleuten kann geholfen werden, wie etwa die australische Comedienne Celeste Barber zeigt, die für The Trustee for NSW Rural Fire Service & Brigades Donations Fund Spenden sammelt. Gespendet werden kann ganz einfach über Facebook:

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