03.01.2020 - 17:59

Keine Schnäppchen mehr? So teuer sollen Flugtickets bald werden

Ist Fliegen zu Schnäppchen-Preisen bald Geschichte?

Foto: iStock / undrey

Ist Fliegen zu Schnäppchen-Preisen bald Geschichte?

Für wenig Geld in den Sommerurlaub fliegen? Das könnte bald vorbei sein. Flugtickets sollen teurer werden. Warum und welche Preise erwartet werden.

Für 9,99 Euro von Berlin nach Köln, für 15 Euro von Hamburg nach Mallorca. Die vergangenen Jahre waren für Sparfüchse unter den Reisenden ein Segen. Doch das Fliegen geriet trotzdem immer mehr in die Kritik. Denn wegen des hohen CO2-Ausstoßes ist das Reisen im Flugzeug besonders klimaschädlich.

2020 müssen sich Reisende wohl auch deshalb von den Mega-Schnäppchen verabschieden. Denn die Flugtickets werden teurer werden. Warum eigentlich und welche Preise kommen auf Verbraucher zu?

Flugtickets: So teuer sollen sie bald werden

Eine wesentliche Änderung betrifft die sogenannte Luftverkehrsabgabe. Diese wurde 2011 eingeführt und gilt für Flüge im Inland und in EU-Staaten bis 2500 Kilometer. Ab April 2020 wird diese drastisch erhöht. Derzeit liegt sie bei 7,50 Euro pro Flug, bald wird sie auf 13,03 Euro steigen – ein Anstieg um satte 73 Prozent!

Auf der Mittelstrecke (2500 bis 6000 Kilometer) zahlen die Airlines an den Bund die erhöhte Luftverkehrsabgabe in Höhe von 33,01 Euro statt 23,43 Euro, bei der Langstrecke wird die Steuer von 42,18 Euro auf 59,43 Euro erhöht. Die Airlines werden die erhöhte Abgabe wohl direkt von den Kunden einfordern.

Das Ziel ist klar: Der Bund will damit Fliegen unattraktiver machen und mehr Menschen auf die Schiene locken. Hier erfahren Sie, ob die Bahn als Klimaschutz-Methode bei den Deutschen beliebt ist. Viele stecken in einem Dilemma und fragen sich, .

Die zusätzlichen Einnahmen durch die Luftverkehrsabgabe von schätzungsweise 740 Millionen Euro sollen direkt in die Bahn investiert werden und die ermäßigte Mehrwertsteuer auf Bahntickets bezahlen. Hier verraten wir Ihnen, wie günstig Bahntickets jetzt werden. Und hier sind die 10 besten Spar-Tipps, um günstig Bahn zu fahren.

Boeing-Unglück bremst Flug-Ausbau

Doch es gibt noch weitere Gründe, warum mit Dumping-Preisen in der Luft Schluss sein könnte. Einer ist das Flugverbot für die Boeing 737 Max. Vergangenes Jahr starben nach Abstürzen zweier dieser Maschinen in Indonesien und Äthiopien 346 Menschen. Ein Problem mit der Software wurde für die Unglücke verantwortlich gemacht. Seitdem darf dieser Flugzeugtyp nicht mehr ausgeliefert werden. Bereits gelieferte Maschinen des US-Konzerns müssen am Boden bleiben.

Vor allem Europas größte Billig-Airline Ryanair leidet sehr unter diesem Zustand. Denn die Iren wollten ihre Flotte von derzeit 450 Jets mit den Boeing-Maschinen vergrößern, um ein noch größeres Flugangebot aufzubauen. Das Flugverbot bremse den Ausbau des branchenweiten Flugangebots auch in Europa und führt dazu, dass die Ticketpreise nicht weiter sinken.

Ausgedünntes Flugangebot

Außerdem haben die Airlines ihre Strategien angepasst, was zu einem Ansteigen der Preise für Flugtickets führen könnte: Denn das Flugangebot wird weniger ausgebaut. "Ryanair reduziert stark an einzelnen Standorten, Easyjet dünnt das Angebot gezielt aus, und Eurowings nimmt vor allem innerdeutsch viel Kapazität aus dem Markt", zitiert die Deutsche Presse-Agentur den Flughafenverband ADV.

Vor allem Eurowings schreibt Rote Zahlen, Mutterkonzern Lufthansa will durch die neue Strategie endlich Gewinne mit Eurowings erzielen. Gleiches gilt für Ryanair-Tochter Laudamotion, die ebenfalls Verluste macht und nur durch den Mutterkonzern getragen werden kann.

Condor-Zukunft ungewiss

Dass das Konzept nicht von Erfolg gekrönt ist, zeigten zuletzt die angeschlagenen Airlines Wow Air, Germania und Thomas Cook, die alle 2019 Insolvenz anmelden mussten. Wie es zum Beispiel mit Thomas Cook-Tochter Condor weitergeht, ist noch nicht geklärt. Nur durch ein staatliches Rettungspaket konnten die Flieger weiter abheben, bis Ende März braucht die Airline einen neuen Eigentümer.

Dennoch sollten Reisende nicht allzu pessimistisch sein. Fliegen kann durchaus noch erschwinglich sein – doch die Preiserhöhungen sollten trotzdem dazu anregen, über das eigene Reiseverhalten nachzudenken und auch aus Klimaschutzgründen nach Alternativen zu schauen. Im Interview erklärt Bestseller-Autorin Susanne Fröhlich, wie viel Geld man beim Weltretten sparen kann.

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