04.12.2019

Nur gute 40 Kilometer entfernt Afrikanische Schweinepest steht vor Deutschlands Tür

Das sind die Gefahren der Afrikanischen Schweinepest
Di, 03.12.2019, 17.50 Uhr

Das sind die Gefahren der Afrikanischen Schweinepest

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Die Schweinepestkrise steht Deutschland kurz bevor. Können wir massenhaft tote Schweine und einen wirtschaftlichen Einbruch noch abwenden?

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) rückt immer näher und scheint unaufhaltsam zu sein. Jetzt steht sie vor den Toren Deutschlands. Denn nur noch 42 Kilometer trennen die Seuche von der deutschen Grenze. Nicht mehr lang und vermutlich bricht die Krankheit dann auch bei uns aus.

Afrikanische Schweinepest kommt von Polen her in deutsche Richtung

Mitte November kam es zum Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest in Westpolen. Nahe den Orten Nowa Sol und Slawa wurden tote Wildschweine entdeckt, die an der Tierkrankheit starben. Es kam zur ersten Sorge um einen Ausbruch der Tierseuche in Deutschland, denn der Fundort der Kadaver war nur 80 Kilometer von Deutschland entfernt. Doch jetzt spitzt sich die Lage zu und die Angst wird größer. Denn der jetzige Fund eines an der Afrikanischen Seuche verendeten Wildschweins liegt in der Nähe von Nowogrod Bobrzanski, einem Ort, der zur deutschen Grenze nur noch eine Entfernung von 42 Kilometern misst.

Experten warnen, dass nicht mehr die Frage, ob die Afrikanische Schweinepest Einzug nach Deutschland erhält, im Raum steht, sondern uns nur noch die Sorge umgibt, wann uns diese erreicht. Dänemarks Angst vor der folgenschweren Seuche ist so groß, dass sie an der Grenze zu Deutschland einen 70 Kilometer langen Zaun errichtet haben, der 1,50 Meter in die Höhe misst. Dabei wurde aber scheinbar nicht bedacht, dass nicht nur Wildschweine die Krankheit ins Land bringen können. Ein Mensch könnte den Erreger der Schweinepest ebenso einschleppen, denn der könnte genauso in importiertem oder anderweitig mitgebrachtem Fleisch stecken. Demnach würde sogar ein weggeworfenes Wurstbrot, welches von einem Wildschwein anschließend verzehrt wird, ebenso zum Krankheitsausbruch im Land führen.

Warum fürchten wir uns überhaupt so sehr vor der Afrikanischen Schweinepest?

Kommt die Seuche ins Land, droht Deutschland eine wirtschaftliche Katastrophe. Wildschweine könnten die Schweinepest eventuell auf Hausschweine übertragen. Die Folge davon wäre, dass Viehwirte ihre kompletten Tierbestände töten müssten, sobald ein Tier infiziert ist. Anschließend ist eine Rundum-Desinfektion von Nöten. Besonders für Massentierhalter wäre dies der Super-GAU für ihren Betrieb.

Die Ausbreitung ist nur schwer zu stoppen. Um zu verhindern, dass die Afrikanische Schweinepest sich weiter ausbreitet, müssten alle toten und infizierten Wildschweine aus der freien Wildbahn entsorgt werden. Dies ist ein unmögliches Unterfangen, da gar nicht alle Tiere mit Sicherheit gefunden werden können.

Afrikanische Schweinepest: Viren weitergeben vermeiden – so geht`s

Auch wenn eine sich ausbreitende Seuche aufzuhalten schier unmöglich erscheint, kann doch jeder etwas tun, um den Versuch dazu zu unternehmen. Im Folgenden haben wir die wichtigsten Hinweise, die das Ministerium für Landwirtschaft Luxemburg und "BILD" veröffentlichten, für Sie zusammengetragen. Erfahren Sie, wie Sie der Verbreitung der Afrikanischen Schweinepest entgegenwirken können:

  • Die Berührung von Wild- und Hausschweinen sollte vermieden werden.
  • Auf das Einführen von Produkten mit Schweinefleisch aus dem Ausland sollte besser verzichtet werden.
  • Wird ein Wildschwein mit roten Flecken gesichtet, ist dies umgehend dem Veterinäramt zu melden. Die roten Stellen können ein Zeichen für eine Infizierung sein.
  • Es ist sowieso seit den 80er-Jahren verboten, aber Schweine mit Lebensmittelabfällen zu füttern, ist absolut tabu.
  • Sollte ein Mastbetrieb betreten werden, ist sich zwingend an die Hygienevorschriften zu halten.
  • Haustiere, wie beispielsweise Hunde, am besten nicht in die Nähe von Wildschweinen kommen lassen.

Was bedeutet die Afrikanische Schweinepest für die Gesundheit der Menschen?

In Polen ist das Virus schon bei über 2000 Wildschweinen nachgewiesen worden. Ebenso waren 48 Hausschweine betroffen. Die Angst ist groß, dass Deutschland ähnlich viele Fälle oder sogar mehr folgen, sollte die Afrikanische Schweinepest über die deutsche Grenze kommen.

Eine gute Nachricht gibt es aber in all der panikreichen Zeit: Für den Menschen ist die Seuche ungefährlich. Selbst beim Essen eines Stückes infiziertem Schweinefleisch braucht sich niemand Sorgen zu machen.

Einen Impfstoff gegen die Afrikanische Schweinepest gibt es nicht. Wer jetzt aber generell an den Impfschutz erinnert wurde und mit einem kleinen Pieks bestimmten Krankheiten den Kampf ansagen möchte, findet alles zum Thema auf unserer Themenseite Impfung.

Wildschweine werden derzeit in den Medien fast ausschließlich mit negativen Meldungen in Verbindung gebracht. Zwar keine erfreuliche, aber dennoch eine kuriose Nachricht sorgte erst vor kurzem für Aufsehen. Lesen Sie alles über den Einbruch in einen Supermarkt und warum die Polizei den Täter laufen lässt.

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