06.12.2019

Augen auf beim Gänsekauf! Weihnachtsgans: Artgerechte Haltung statt Tierquälerei

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Tierquälerei ist ein NoGo: Darauf sollten Sie beim Kauf Ihrer Weihnachtsgans aus artgerechter Haltung achten.

Foto: iStock / Melbye

Tierquälerei ist ein NoGo: Darauf sollten Sie beim Kauf Ihrer Weihnachtsgans aus artgerechter Haltung achten.

Wer seinen Lieben zu Weihnachten nur das Beste servieren will, sollte beim Kauf der Weihnachtsgans auf diese Dinge achten!

Alle Jahre wieder gehört für viele Genießer das klassische Gansgericht auf den weihnachtlichen Essenstisch. In heutiger Zeit sollte aber, wer auf den traditionellen Genuss nicht verzichten möchte, auf artgerechte Tierhaltung, das Bio-Siegel oder die Kennzeichnungen "aus Freilandhaltung" achten. Wie Sie sicher gehen können, eine Weihnachtsgans aus artgerechter Tierhaltung zu kaufen:

Weihnachtsgans aus artgerechter Tierhaltung: Darauf sollten Sie achten!

Die Kennzeichnungspflicht von Lebensmitteln erleichtert die Einordnung, ob das ausgewählte Tier unter artgerechter Haltung gezüchtet wurde. Das ist nicht nur aus ethischen Gründen relevant, sondern sorgt auch für schmackhafteres und gesünderes Fleisch. Das sind die wichtigsten Kriterien.

Artgerechte Haltung: Achten Sie auf das Bio-Siegel oder die EU-weit gültige und geschützte Bezeichnungen "Freilandhaltung", "Bäuerliche Freilandhaltung" und "Bäuerliche Freilandhaltung unbegrenzter Auslauf". Diese gesetzlich definierten Haltungsformen schreiben vor, dass die Erzeuger bei der Freilandhaltung mindestens vier Quadratmeter Auslauf pro Tier garantieren müssen, bei der bäuerlichen Freilandhaltung sogar zehn Quadratmeter pro Gans oder unbegrenzter Auslauf. Darüber hinaus ist vorgeschrieben, wie viele Tiere maximal in einem Stall leben dürfen.

Neben der Freilandhaltung ist auch die extensive Bodenhaltung gesetzlich definiert. Die Kriterien garantieren bereits mehr Platz pro Tier und eine längere Mast im Vergleich zur normalen Intensivhaltung.

Bio- und Freilandhaltung garantieren ausreichend Auslauf und eine natürliche Fütterung mit überwiegend ökologisch erzeugtem Futter. Das sorgt für geschmacklich besseres Fleisch und wenig Fettgewebe.

Zwangsmast und Lebendrupf von Gänsen ist in einigen EU-Ländern leider immer noch erlaubt. Nicht dagegen in Deutschland. Achten Sie also auch auf die Herkunft der Weihnachtsgans.

Unerträglich: In diesen Ländern sind Zwangsmast und Lebendrupf noch erlaubt

In Belgien, Ungarn, Frankreich, Bulgarien und Spanien ist die Zwangsmast von Gänsen für die Produktion von Stopfleber immer noch erlaubt. Das sind die unerträglichen Zustände: Mit Hilfe eines Rohres stopft man den Tiere statt der normalen 200 Gramm Futter pro Tag bis zu ein Kilo Futter in den Hals. Die Folge: Die armen Gänse werden so in wenigen Wochen gemästet und erreichen schnell das gewünschte Gewicht. Außerdem vergrößert sich die Leber krankhaft durch unnatürliche Fetteinlagerung um ein Vielfaches.

Auch der Lebendrupf z. B. für Daunenprodukte ist in Deutschland glücklicherweise verboten. Nicht dagegen in China und Osteuropa (z. B. Ungarn und Polen). Setzen Sie ein Zeichen gegen diese Tierquälerei und achten Sie beim Kauf auf das Herkunftsland.

Weihnachtsgans aus artgerechter Haltung: Nachfrage ist größer als das Angebot

Das Angebot von Bio-Gänsen oder Gänsen, die aus europaweit gültigen Freilandhaltungsformen stammen, hält aber leider nicht mit der Nachfrage Schritt. Umso wichtiger ist, sich genau anzusehen, was man kauft. Wer sicher gehen will, sollte auf Gänse von deutschen Erzeugern setzen. Die Wahrscheinlichkeit ist hier größer, dass das Tier langsam gemästet wurde und genügend Auslauf hatte. ABER: Fragen Sie immer nach der Herkunft und Haltung des Geflügels. Vor allem Wochenmarkthändler bieten auch zugekaufte Tiere an.

Augen auf beim Gänsekauf im Supermarkt

85 bis 90 Prozent der im herkömmlichen Supermarkt verkauften Gänse stammen aus Ungarn und Polen. Achten Sie beim Gänsekauf also ganz genau auf die Herstellerangaben und auf die Kennzeichnung "Keine Stopfmast" und "Kein Lebendrupf".

Finger weg von nicht eindeutig gekennzeichneten Produkten aus Bulgarien, Frankreich, Polen und Ungarn.

Wichtig zu wissen: Angaben wie "bäuerliche Aufzucht" oder "tiergerechte Haltung" sind keine geschützten Kennzeichnungen und verwischen oft die realen Aufzuchtbedingungen.

Die Gänsemast in Deutschland dauert in der Regel sechs Monate, in anderen Ländern ist dagegen eine kürzere Mast üblich. Häufig werden die Tiere in nur 10 Wochen mit konzentriertem Kraftfutter zum Schlachtgewicht gebracht. Die Kennzeichnungen "Frühmastgans" oder "Junggänsemast" weisen darauf hin. Diese Tiere sollten Sie demnach nicht kaufen.

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