02.12.2019

Snackification ist angesagt Foodtrends 2020: Ist das das Ende der vollen Mahlzeiten?

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Wer gern probiert und sich abwechslungsreich ernähren möchte, wird die neuen Foodtrends lieben. In Bowls haben viele verschiedene Lebensmittel Platz.

Foto: iStock/Magone

Wer gern probiert und sich abwechslungsreich ernähren möchte, wird die neuen Foodtrends lieben. In Bowls haben viele verschiedene Lebensmittel Platz.

Das Trio aus Vorspeise, Hauptgang und Dessert hat ausgedient. Jetzt ist Snackification angesagt. Bei diesem Foodtrend 2020 nehmen wir über den Tag verteilt mehrere kleine Mahlzeiten zu uns.

Die österreichische Ernährungswissenschaftlerin und Foodtrendforscherin Hanni Rützler veröffentlicht jährlich den Foodreport. Naschkatzen dürfen sich freuen: Zu den Foodtrends 2020 gehört das Snacken. Allerdings sollten die Snacks gesund sein!

Die Foodtrends 2020 sind nachhaltig

Foodtrends sind immer Ausdruck von Lebensgefühlen und Sehnsüchten. Dass sich unser Leben radikal verändert, zeigt sich also auch in der Art, wie wir essen. Immer mehr Menschen wird beispielsweise bewusst, dass die Klimakrise besorgniserregend und direkt mit unserer Ernährung verbunden ist. Wissenschaftler fanden heraus, dass wir unseren Planeten noch durch eine Ernährungsumstellung retten könnten!

Zu diesem neuen Bewusstsein gehört auch die Auseinandersetzung mit dem globalen Plastikproblem. Start-ups forschen intensiv an alternativen Verpackungsmaterialien für unsere Lebensmittel, um auf Kundenwünsche eingehen zu können. Auch der Gesetzgeber unterstützt diese Entwicklung und das Verbot von Plastikgeschirr war diesbezüglich sicherlich erst der Anfang.

Food-Trends können als „Barometer“ fungieren: An ihnen lassen sich Entwicklungen ablesen, die sich tiefer in die Gesellschaft ausbreiten. (Aus dem "Foodreport 2020" von Hanni Rützler)

Essen ist mehr als Nahrungsaufnahme. Was esse ich? Oder besser noch: Was esse ich besser nicht? Nachhaltige Fragen – zum Beispiel, wie wir die Lebensmittelverschwendung reduzieren können – und ein Alltag, der uns immer mehr abverlangt, prägen unser Verständnis von Essen.

Foodtrends 2020: Minimahlzeit und Snackification

Laut einer Umfrage des Online-Booking-Services Bookatable im deutschsprachigen Raum Anfang 2019 stehen Burger, Ramen und Bowls hoch im Kurs. Der Burger ist ein beliebtes Streetfood, wird aber auch in High-End-Restaurants serviert. Vor ein paar Jahren war der breiten Masse das japanische Nudelgericht Ramen kein Begriff. Laut Umfrage haben inzwischen 42 Prozent der Befragten ein Restaurant besucht, in dem sie serviert werden. Auch die hawaiianischen Poké-Bowls mit roh mariniertem Fisch, Algen und Edamame-Bohnen haben viele neue Fans gefunden.

In ihrem Foodreport 2020 prognostiziert Hanni Rützler das Aussterben der Mahlzeiten, wie wir sie heute kennen. Arbeiten, Hobby und soziale Kontakte sind nicht mehr an feste Orte oder Zeiten gebunden. Das hat Einfluss darauf, wo, wann und was wir essen. Ein Zeitfenster, das sich uns spontan bietet, nutzen wir, um einen Snack zu essen. Die sogenannte "Snackification" ist Ausdruck einer flexibleren, spontaneren und individuelleren Gesellschaft. Dabei werden nicht mehr Vorspeise, Hauptgang und Dessert verzehrt, sondern mehrere Minimahlzeiten (Mimas) über den Tag verteilt.

Essen als Stillleben: Gesund und Instagram-kompatibel soll es sein

Foodies posten ihre Impressionen auf den sozialen Plattformen und Dokumentationen à la "Chef's Table" zeigen, was Spitzenköche auftischen und inspirieren uns zu neuen Koch- und Essideen. Fakt ist: Die Gesundheit tritt 2020 noch mehr in den Vordergrund. Gemüse spielt die Hauptrolle auf dem Teller und Convenience und Fast Food müssen gesund sein! "Fast good" statt "Fast Food". In der Praxis gehen Gastronomen bereits auf diesen Kundenwunsch ein und bieten nicht nur die bereits genannten Trendgerichte wie Burger, Ramen und Poké Bowls in vegetarischen und veganen Varianten an.

Immer mehr Unternehmen nutzen außerdem künstlerisches Know-How, um ihre Produkte in Szene zu setzen. Die Aufgabe von Eat Artists und Food Designern geht über den Anspruch instagramabler Ess-Fotografie hinaus. Sie wollen Zukunftsszenarien denken, die den Weg für Innovationen ebnen. Ihr Einfluss ist im Alltag spürbar. Wer privat postet, dürfte bereits gemerkt haben, dass die Messlatte für gute Food-Fotografie hoch liegt. Auch hier gilt: Qualität schlägt Quantität!

Es würde uns nicht wundern, wenn Sie jetzt Hunger bekommen haben. Stöbern Sie auf unserer Themenseite und lassen Sie sich inspirieren! Hier finden Sie Schnelle Rezepte, die perfekt zu Ihrem Leben passen.

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Herausgeber des "Foodreport 2020" von Hanni Rützler ist das Zukunftsinstitut in Kooperation mit der Lebensmittel Zeitung, gv-praxis und foodservice (dfv Mediengruppe). Das Buch kostet 150 Euro. Die darin zusammengetragenen Brancheninsights, Themenschwerpunkte und Best Practices aus aller Welt dienen Lebensmittelherstellern, Gastronomen und Lebensmittelhändlern regelmäßig als Grundlage für ihre Zukunftsentscheidungen.

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