20.11.2019

Bewegendes Schicksal "Hier & Jetzt" TV-Doku: Leona spricht über ihre unheilbare Krankheit und ihre Wünsche

Leona aus der 2. Staffel der RTLZWEI- Doku "Hier & Jetzt": Sie ist unheilbar an einem Nebennierenrindenkarzinom erkrankt.

Foto: RTLZWEI

Leona aus der 2. Staffel der RTLZWEI- Doku "Hier & Jetzt": Sie ist unheilbar an einem Nebennierenrindenkarzinom erkrankt.

Leona ist ein 21-jähriges, junges Mädchen aus der neuen Staffel der RTLZWEI TV-Doku "Hier & Jetzt". Doch ihr Schicksal ist ein Hartes, denn sie ist unheilbar an einem sehr seltenen Nebennierenrindenkarzinom erkrankt. Was ihr Kraft gibt, weiterzumachen, hat sie uns in einem Interview verraten.

Leona ist 21 Jahre alt und sie hat ein Nebennierenrindenkarzinom. Diese sehr seltene Form des Krebses hat sie bereits seit ihrem 19.Lebensjahr. Der Krebs hat bereits gestreut und eine Chance auf Heilung gibt es nicht mehr. Die Ärzte geben dem jungen Mädchen nur noch ein paar Monate. Doch Leona hat der Mut nicht verlassen und sie hat sich vorgenommen, noch einige ihrer Herzenwünsche in die Tat umzusetzen.

Für ihre Familie und Freunde, für sich selbst, aber vielleicht auch, um anderen zu zeigen, wie wichtig es sein kann, positiv zu denken, hat sie sich bei ihren Abenteuern und bei dem Blick in den nie einfachen Alltag von einem RTLZWEI-Kamerateam begleiten lassen. Herausgekommen ist die TV-Doku "Hier & Jetzt", die ab dem 20.November im Fernsehen ausgestrahlt wird.

"Hier & Jetzt"-Leona im bewegenden Interview

BILD der FRAU sprach vorab mit der jungen Leona. Im Interview berichtet sie, wie der Moment war, als sie von ihrer Krankheit erfuhr. Wie viel Unterstützung sie von ihrer Familie und Freunden erhielt und welche Momente besonders weh taten. Und die 21-Jährige teilte die Erinnerungen an ihren schönsten Moment mit uns. Zudem möchte sie unseren Lesern gerne etwas mit auf den Weg geben, was das Zusammenleben von gesunden und schwerst kranken Menschen besser machen könnte.

BILD der FRAU: Wie war es für dich, als du die Diagnose zu deiner Krankheit bekommen hast?

LEONA: Ich weiss es noch ganz genau, es war Freitag, der 13. und ich saß mit meiner Mutter in der Notaufnahme im Krankenhaus. Nach der Untersuchung kam der Arzt rein und erzählte erst einmal viel und ich wusste überhaupt nicht, was er von mir will. Dann hat er meine Mutter angeschaut und sagte den Satz, dass sie bei ihrer Tochter nach einer seltenen Krebsart suchen würden. Und ab dem Moment habe ich an nichts mehr gedacht. Es war einfach eine komplette Leere in meinem Kopf!

Ich konnte das in diesem Moment überhaupt nicht verarbeiten und habe nur gedacht: "Ich bin 19 Jahre alt! Ich war letzte Woche im Skiurlaub, wir hatten Spaß und haben gefeiert. Mir ging es so gut und ich habe überhaupt nichts gemerkt – und dann gesagt zu bekommen, dass man Krebs hat. Das war so surreal! Das war wie ein Schock. Nach ein paar Sekunden kamen mir einfach die Tränen und ich lag bei meiner Mutter in den Armen. Wir haben beide zusammen geheult. Wir wussten überhaupt nicht, wie wir jetzt mit dieser Situation umgehen sollten.

Fühltest du dich von den Ärzten gut betreut?

Ich habe wirklich viele Ärzte kennengelernt und auch viele Krankenhäuser. Es gibt Ärzte, die extrem einfühlsam sind, gut erklären können und auf einen eingehen. Sie erklären dieses schwierige und komplexe Thema auch zehn Mal, wenn man es nicht versteht. Es gibt aber auch die, die einem einfach nur die verschiedenen Fachbegriffe an den Kopf knallen und genervt reagieren, wenn man nachfragt, da sie auch Zeitdruck haben.

Da es eine so seltene Krebsart ist, fällt es mir aber auch immer noch schwer, da komplett durchzublicken. Was die einzelnen Therapien betrifft, lege ich mein komplettes Vertrauen in die Ärzte, da kenne ich mich einfach zu wenig aus. Auch wenn die Krebsart aufgrund ihrer Seltenheit noch nicht so gut erforscht ist, hatte ich das Gefühl, dass die Ärzte all ihre Möglichkeiten komplett ausgeschöpft haben. Nach meiner letzten Therapie haben sie gesagt, dass es die letzte Möglichkeit ist – etwas anderes haben sie nicht mehr in petto.

Besonderer Rückhalt durch die Familie

Unterstützen dich deine Freund und deine Familie? Gab es Menschen, die dich aufgefangen haben und für dich da sind?

Am Anfang war es ein riesengroßer Schock. Meine Großeltern kamen an dem Freitag, den 13. und meine Familie war da. Als sie es erfahren haben, sind alle in Tränen ausgebrochen. Im ersten Moment wusste wohl niemand so genau, wie er darauf reagieren soll. Alle aus meiner Familie wollten mich besuchen kommen, auch meine Freunde.

Doch je länger es mit der Krankheit ging und je schwieriger es mit der Therapie wurde, desto mehr Leute haben sich von mir abgewand. Oft mit dem Vorwand, sie wüssten nicht, wie sie mit mir umgehen sollen. Das konnte ich einfach nicht verstehen. Denn ich bin ja schließlich immer noch der selbe Mensch wie vorher. Ich sehe nicht krank aus, ich rede nicht besonders oft über meine Krankheit. Wenn man nicht wüsste, dass ich krank bin, dann würde man eigentlich denken, ich bin gesund. Ich weiss aber jetzt, wer meine wahren Freunde sind – und diese unterstützen mich, wo sie nur können.

Meine Familie war immer da. Ich wüsste gar nicht, was ich ohne sie gemacht hätte. Ich bin nun so viel gereist. Sie haben mir auch mit finanzieller Unterstützung so viel ermöglicht, da ich selbst gerade nicht arbeite.

Was war für dich der Grund, dich von einem Kamerateam begleiten zu lassen?

Am Anfang, als ich gefragt wurde, war ich gleich begeistert von der Idee. Ich habe mir gedacht, dass dies für meine Familie und meine Freunde auch eine schöne Erinnerung ist, wenn ich dann nicht mehr da bin oder es mir schlechter geht. Sie können es sich auch in Jahren noch mal anschauen und Menschen davon erzählen: "Schau mal, das war die Leona. Sie war so ein lebensfroher Mensch und hat noch so viel gemacht, trotz ihrer Krankheit und obwohl es ihr eben nicht immer gut ging."

Natürlich wollte das Kamerateam auch bei meinem privaten Alltag dabei sein, der Familie und Freunde involviert. Da musste ich bei meinen Eltern natürlich eine ziemliche Überzeugungsarbeit leisten, damit sie sich darauf einlassen. Zum Glück hat es geklappt. Ich habe mir dann auch die erste Staffel von "Hier & Jetzt" angeschaut und war begeistert, weil nicht die Krankheit im Vordergrund steht, sondern das Leben, die positiven Seiten und wie viel Kraft man trotzdem noch daraus schöpfen kann. Das Team hat mich dann bei meinem Fallschirmsprung begleitet, bei meiner Oma und bei meinen Freunden – und ich bin echt froh, dass ich das gemacht habe, weil wirklich ein schöner Film dabei rausgekommen ist.

Leona erfüllt sich vor dem Tod ihren größten Wunsch

Was war dein größter Wunsch, den du dir erfüllen wolltest?

Was in der Doku zu sehen ist: definitiv mein Fallschirmsprung! Das wollte ich immer schon mal machen. Es war so unbeschreiblich und ich habe mich so frei gefühlt. Ich war so glücklich!

Ansonsten: meine New York Reise! Da war ich mit einer meiner besten Freundinnen für fünf Tage und wir haben die ganze Stadt erkundet. Wir waren shoppen und im Central Park und haben so viel zusammen erlebt! Diese große Stadt war so atemberaubend – ich komme ja vom Dorf und kenne so etwas nicht.

Ich hatte in New York einen der schönsten Augenblicke meines Lebens: Wir waren mit einem Hop-on-Hop-off-Bus abends unterwegs und sind über die Manhattan Bridge nach Brooklyn gefahren. Auf dem Weg zurück über die Brücke war es so unglaublich schön. Über die Kopfhörer hörten wir das Lied "Empire State of Mind" von Alicia Keys und Jay-Z. Dazu sahen wir die Skyline von New York, wie sie gerade vom Sonnenuntergang in ein Gelb-Lila getaucht wurde. Diese hohen Gebäude, die Brücke, das Lied – mir sind einfach die Tränen gekommen, weil es ein so unbeschreiblich schöner Moment war. Es war nur ein kurzer Augenblick, aber ich bin so froh, dass ich das erleben konnte.

Jay Z & Alicia Keys - Empire State of Mind

Zu jung, um einfach aufzugeben

Was hat dich stark gemacht, weiterzukämpfen? Weshalb hast du nicht aufgegeben?

Das ist eine sehr gute Frage. Ich war 19 Jahre alt, als ich die Diagnose bekommen habe und ich war kein starker Charakter. Ich war nicht besonders selbstbewusst und habe mich viel an anderen orientiert. Dann kam diese schreckliche Nachricht, die einfach alles auf den Kopf gestellt hat. Dann war ich praktisch auf mich allein gestellt, denn ich hatte niemanden, mit dem ich darüber reden konnte. Die meisten Krebs-Betroffenen sind älter und haben nicht die gleiche Art, wie ich. Natürlich waren meine Familie und Freunde da, aber niemand war in der selben Situation, wie ich. Drei Wochen später wurde ich operiert und hatte wahnsinnige Schmerzen.

Ich habe vor allem wegen meiner Mutter immer weiter gemacht. Ich bin mit meiner Mutter oft im Wald spazieren gewesen, sie hat mir alles gekocht, worauf ich Hunger hatte und auch bei schlechter Laune war sie immer für mich da. Meine Mutter stand immer hinter mir. Ich wusste selbst, dass ich noch so extrem jung bin und ich einfach noch nicht aufgeben kann und will. Ich habe gesehen, wie viel Spaß meine Freunde haben, dass sie Fasching feiern – und ich wollte mir das einfach nicht entgehen lassen und trotzdem dabei sein.

Bereits drei Wochen nach meiner Operation, wo sie mir den ganzen Bauch aufschneiden mussten, stand ich schon wieder auf dem Umzugswagen beim Fasching. Einfach, weil ich überall dabei sein wollte! Dass andere Spaß haben – das allein hat mich schon motiviert. Deshalb habe ich mich immer wieder aufgerafft und gekämpft – und meine Freunde und meine Familie haben mich dabei unterstützt. Ohne sie hätte ich es niemals geschafft! Mein eigener, starker Wille dazu hat sehr geholfen, dahin zu kommen, wo ich heute bin.

Leona: "Man sollte niemanden ausschließen"

Was möchtest du unseren Lesern sagen? Welchen Umgang wünscht du dir mit kranken Menschen und was rätst du Menschen, die schwer erkrankt sind?

Jeder Mensch geht anders mit seiner Krankheit um. Manche sind offen, andere eher verschlossen. Ich finde, man sollte einem kranken Menschen niemals nur Mitleid oder Bedauern zeigen, sondern probieren, respektvoll zu sein und ihn zu behandeln, wie einen ganz normalen Menschen. Man sollte nicht das Gefühl vermitteln, das derjenige nicht mehr so viel kann, wie ein "gesunder" Mensch.

Der respektvolle Umgang ist am wichtigsten. Natürlich hat man viel durchgemacht, aber man ist immer noch ein Mensch, mit dem man Spaß haben kann. Deshalb sollte man auch als Kranker das Beste daraus machen und sich nicht hängen lassen. Natürlich gibt es bei Betroffenen immer schlechte Tage, aber man muss immer im Hinterkopf behalten, dass es wieder besser wird. Wenn man daran glaubt, dann lässt man sich nicht so schnell hängen. Man darf nie die Hoffnung verlieren – und das schafft man nur mit einer positiven Einstellung. Und Rücksicht aufeinander nehmen, das ist auch wichtig. Man sollte niemanden ausschließen oder schlechter behandeln, nur weil die Person jetzt krank ist.

__________________________

Am Mittwoch, den 20. November wird die erste Folge der neuen Staffel von "Hier & Jetzt" auf RTLZWEI um 21:15 Uhr zu sehen sein. In der TV-Doku wird das Kamerateam insgesamt sechs sterbenskranke Menschen begleiten und zeigen, wie diese jeden Tag das Leben spüren wollen. Leona aus unserem Interview wird mit der ersten Folge starten und die Zuschauer mit in ihren Alltag nehmen und zu ihren Wunscherfüllungen.

Weitere interessante Artikel rund um bekannte TV-Formate und beliebte Prominente finden Sie auf unserer Themenseite TV-Sendungen.

Die neuesten Videos von BILD der FRAU

Die neuesten Videos von BILD der FRAU

Beschreibung anzeigen