18.11.2019

Ärgerlich? Bon-Pflicht ab 2020: Was es für Handel und Kunden bedeutet

Die "Beleg-Ausgabepflicht" kommt. Der Einzelhandel geht davon aus, dass die Regelung zu 2 Millionen Kilometern zusätzlicher Kassenbons führen wird.

Foto: imago images / Dean Pictures

Die "Beleg-Ausgabepflicht" kommt. Der Einzelhandel geht davon aus, dass die Regelung zu 2 Millionen Kilometern zusätzlicher Kassenbons führen wird.

Ab dem 1. Januar 2020 muss für jeden Einkauf ein Bon ausgehändigt werden. Welche Folgen diese Regelung hat, erfahren Sie hier.

Ab dem nächsten Jahr gibt es eine Neuerung, die wohl nicht nur Händler, sondern auch Kunden noch länger beschäftigen wird. Denn ab dem 1. Januar 2020 tritt die "Beleg-Ausgabepflicht“ in Kraft. Kleine Bestimmung, große Auswirkung denn ab diesem Zeitpunkt kann der Händler nicht mehr fragen, ob der Kunde einen Bon braucht, sondern muss für jeden noch so kleinen Einkauf einen Bon aushändigen.

Bon-Pflicht: 2 Millionen Kilometer zusätzliche Kassenbons

Bereits 2016 wurde die "Kassensicherungsverordnung" beschlossen und zu dieser gehört auch die Bon-Pflicht ab Januar 2020. Durch diese Maßnahme soll der Steuerbetrug bekämpft werden. Denn laut Bundesrechnungshof sollen jährlich 10 Mrd. Euro an Steuern an den Theken hinterzogen werden. Doch es gibt eben auch den Nachteil, dass es geradezu zu einer Zettelflut kommen wird und das ein oder andere Unternehmen damit auch deutliche Mehrkosten hat. Der Einzelhandel geht davon aus, dass die Regelung zu 2 Millionen Kilometern zusätzlichen Kassenbons führen wird.

Passt das zum Umweltschutz?

Im Bäckerhandwerk sieht man die Neuerungen ab nächstem Jahr kritisch: "Wir reden über Umweltschutz und diskutieren die Reduktion von Coffee-to-go-Bechern, schaffen dann aber Müllberge aus Thermopapier“, meint Daniel Schneider (41), Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands des Deutschen Bäckerhandwerks. Vor allem für kleine Betriebe könne es gefährdend für die Existenz werden.

Bäckermeister Karsten Berning (45) etwa gibt für seinen konkreten Fall an: "Bei unseren drei Filialen kommen ca. 4000 Euro Papierkosten im Jahr dazu." Für eine Ausnahmegenemigung müsse man "sachliche oder persönliche Härte" nachweisen. Doch Schneider gibt an, dass er noch von keinem Fall wisse, bei dem die Bewilligung erfolgreich gewesen sei.

Immerhin: Anderswo wird währenddessen gegen die Müllflut gekämpft. So macht sich beispielsweise der Tiefkühlkost-Händler Frosta für weniger Plastikmüll stark, denn Frosta will ab Januar 2020 plastikfrei sein. Und ähnliche Bestrebungen hat auch McDonalds – die den Verpackungsmüll ab 2020 einschränken wollen.

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Diese beiden machen sich auch für das Klima stark – Greta Thunberg und Barack Obama: "Wir sind ein Team".

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