14.11.2019

Jugendzeitschrift im Wandel "Bravo"-Magazin wird nur noch halb so oft erscheinen

Das "Bravo"-Magazin gibt es seit 1956 und begeistert damals wie heute Millionen Jugendliche – mittlerweile aber vor allem über digitale Kanäle.

Foto: imago images / Becker&Bredel

Das "Bravo"-Magazin gibt es seit 1956 und begeistert damals wie heute Millionen Jugendliche – mittlerweile aber vor allem über digitale Kanäle.

Für viele Menschen im mittleren Erwachsenenalter mag die Änderung bedauernswert sein – gehörte für sie die "Bravo" doch zum Jugendalter wie der erste Kuss. Doch die Zeiten ändern sich, und weil digitale Formate heutzutage die wichtigste Informationsquelle für Jugendliche sind, passt sich das Magazin daran an.

Das populäre Teenie-Magazin kennt wohl jeder aus seiner eigenen Jugend. Damals warteten Millionen von Jugendlichen auf diese neueste Ausgabe, um sich die Poster der Stars an die Wand zu hängen oder die Tipps von Dr. Sommer für ihr Liebesleben zu erfahren. Zweimal im Monat war der Lesespaß in den letzten Jahren zu haben. Jetzt entschied sich der Heinrich Bauer Verlag dafür, die Printausgabe der "Bravo" nur noch einmal im Monat herauszugeben.

Große Veränderungen: Das "Bravo"-Magazin kommt nur noch einmal im Monat heraus

Der Grund für diese drastischen Änderungen bei der traditionsreichen Jugendzeitschrift waren die gesunkenen Leserzahlen der Printausgabe. Beispielsweise verkaufte sich das gedruckte "Bravo"-Magazin im dritten Quartal dieses Jahres nur knapp 80.000 Mal. Im Jahr 1998 schafften es die Verkaufszahlen in diesem Zeitraum in den Millionenbereich. So fiel die Entscheidung, die "Bravo" nur noch 13 Mal im Jahr erscheinen zu lassen. Im Jahr 2015 war die Erscheinungsperiode der Printausgabe schon einmal halbiert worden, von wöchentlich zu zweiwöchentlich.

Das Erfolgsmagazin "Bravo" ist weiterhin beliebt

Die Verkaufszahlen sind aber nicht etwa gesunken, weil die Teenager die seit 1956 bestehende "Bravo" nicht mehr lesen würden – oder gar, weil die Themen sie nicht mehr interessieren. Das Problem liegt viel mehr darin, dass sich die Heranwachsenden verstärkt im Internet aufhalten und sich daher ihre Informationen holen. Aus diesem Grund setzt "Bravo" auf neue Formate und ist derzeit schon auf Snapchat, Instagram, Youtube, Facebook, Pinterest, WhatsApp und TikTok vertreten. Dadurch eröffnen sich dem Magazin neue Wege, beispielsweise dazu, die jungen Leser zur Interaktion untereinander zu bewegen, wie sich im folgenden Instagram-Ausschnitt zeigt.

Den beliebten Dr. Sommer gibt es auch digital – als Podcast. Zu diesem Schritt erklärt "Bravo"-Verlagsleiter Karsten Binke: "Wir müssen dort sein, wo sich unsere Zielgruppe aufhält, um nicht an Relevanz zu verlieren."

Mit der neuen Strategie passt sich die Zeitschrift der Zeit an und wird moderner. Auch die jugendlichen "Bravo"-Leser profitieren von diesem Schritt. Dadurch, dass das Magazin sich zu einer "Multiplattform-Marke" gewandelt hat, haben sie nun Zugriff auf alle sie interessierenden Themen an dem Ort, den sie bevorzugen.

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Nicht nur die Jugendlichen steigen auf digitale Medien um. Generell verlagert sich alles mehr ins Internet. Lesen Sie, über welche Kanäle die Deutschen ihre Weihnachtsgrüße am liebsten digital senden.

Die "Bravo"-Leser informieren sich 2019 digital, beispielsweise über die neuesten Looks oder Sänger. Auf unseren Themenseiten Modetrends und Schlager lässt sich dazu auch so einiges entdecken.

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