12.11.2019

Kleingeld überflüssig? Auf der Insel Wangerooge gehen bald die Münzen aus

Auf der Insel Wangerooge wird bald auf Kupfergeld verzichtet – zumindest teilweise.

Foto: imago images / epd

Auf der Insel Wangerooge wird bald auf Kupfergeld verzichtet – zumindest teilweise.

Viel Kleingeld im Portemonaie mit sich herumtragen zu müssen – das kann auf die Dauer schon nerven. Doch, wie wäre es wohl ganz ohne Bargeld? Die Insel Wangerooge macht einen kleinen Schritt in diese Richtung – und will das Kufpergeld nicht mehr ausgeben.

Nur Bares ist Wahres! So könnte man wohl die Meinung der Deutschen zum Gebrauch von Bargeld gegenüber Kartenzahlung zusammenfassen. Die Insel Wangerooge geht nun andere Wege – und schafft die Kupfermünzen quasi ab.

Keine Kupfermünzen mehr auf Wangerooge?

Wie beliebt die Zahlung mit Bargeld in Deutschland immer noch ist, lässt sich ganz klar an den nackten Zahlen ablesen: Rund 80 Prozent der Zahlungen werden hierzulande noch in bar getätigt. Wenn man dies mit unseren europäischen Nachbarländern vergleicht, wird deutlich, wie groß der Unterschied ist. In den Niederlanden nimmt die Bezahlung mit Bargeld gerade noch einen Anteil von 45 Prozent ein. Wer in England nicht mit Karte zahlt, wird schräg beäugt. Zudem hat man sich sowohl in den Niederlanden, als auch in Italien, Belgien, Finnland und Irland bereits dazu entschlossen, das Kupfergeld abzuschaffen.

In der Politik gibt es Befürworter, die ebenfalls für eine Abschaffung des Kupfergeldes in Deutschland plädieren. Grünen-Fraktionsvize Oliver Krischer (50) meint dazu: "Ein- und Zwei-Cent-Münzen sind eine große Verschwendung an Kupfer, Eisen und Geld“. Womit er nicht ganz Unrecht hat, da die Kosten der Produktion der kleinen Münzen den jeweiligen Wert tatsächlich deutlich übersteigen. Um eine 1-Cent-Münze zu prägen, müssen vom Staat 1,65 Cent ausgegeben werden.

Hohe Transportkosten für Kupfergeld nach Wangerooge

Für die Volksbank Jever gibt es allerdings noch einen anderen Grund, um die Insel Wangerooge nicht mehr mit Ein-, Zwei- und Fünf-Cent-Münzen zu beliefern – nämlich die hohen Transportkosten. Pro Jahr müssen circa 20 Tonnen Kupfergeld per Flugzeug auf die Insel gelangen oder von dort abtransportiert werden.

Die Ladenbesitzer auf der Insel sollen nun ihre Beträge auf- oder abrunden. Nicht jeder ist bisher von dem Vorhaben begeistert. Immerhin versucht Bürgermeister Marcel Fangohr (37) zu beschwichtigen: "Die Insel wird natürlich trotzdem diese Münzen annehmen. Die Münzen werden nicht abgeschafft“ – allerdings werden sie eben nicht mehr ausgegeben.

Es bleibt also spannend, wie es die nächsten Jahre mit dem Bargeld in Deutschland weitergeht...

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