11.11.2019

Auch in Brandenburg gesichtet Gottesanbeterinnen sind in Deutschland auf dem Vormarsch!

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Die Gottesanbeterin ist ein beeindruckendes Insekt, das sich in Deutschland jetzt vermehrt niederlässt. Das sollten Sie über dieses spannende Tier wissen.

Foto: iStock/popp-design

Die Gottesanbeterin ist ein beeindruckendes Insekt, das sich in Deutschland jetzt vermehrt niederlässt. Das sollten Sie über dieses spannende Tier wissen.

Die Gottesanbeterin ist zurück in Norddeutschland. Das sollten Sie über das spannende Insekt wissen!

Daten des Potsdamer Naturkundemuseums und des Landesamtes für Umwelt bestätigen die Neuigkeit: Die Europäische Gottesanbeterin lässt sich immer häufiger jetzt auch in Brandenburg nieder. Warum das so ist und was die Gottesanbeterin so besonders macht, lesen Sie hier.

Gottesanbeterin in Brandenburg – bisher nur in wärmeren Gebieten

Die Gottesanbeterin ist ein besonders geschütztes Insekt, das auf der Roten Liste der bedrohten Tiere steht, das also weder gestört noch gefangen oder getötet werden darf. Die europäische Gottesanbeterin trägt den schönen Namen Mantis religiosa. "Mantis" bedeutet im Griechischen soviel wie "Seherin". Der Namenszusatz "religiosa" bezieht sich auf die Position ihrer Fangarme, die ähnlich einem Betenden zusammengefaltet sind.

Sie ist eigentlich im Mittelmeerraum verbreitet, besiedelt aber auch warme Gebiete in ganz Afrika und in größeren Teilen Asiens. Die gute Nachricht: In Deutschland lässt sich die Gottesanbeterin jetzt auch wieder vermehrt nieder. Das war nicht immer so, denn nördlich der Alpen war das interessante Insekt in Deutschland bisher nur in wärmeren Gegenden in Südwestdeutschland und sehr lokal zu beobachten.

Gottesanbeterin jetzt vermehrt in Brandenburg gesichtet

Das Potsdamer Naturkundemuseum haben gemeinsam mit den Mantidenfreunden Berlin-Brandenburg 2016 das "Citizen Science-Projekt" gestartet. Bürger werden dabei gebeten, ihre Insekten-Funde zu melden, um die Ausbreitung nachzuverfolgen und entsprechende Karten zu erstellen. Die Teilnahme war rege und so gingen bisher über 700 Meldungen ein.

Klimawandel begünstigt die Ausbreitung der Gottesanbeterin

Die einzigartige Fangschrecke, die vom Nabu (Naturschutzbund) in 2017 zum Insekt des Jahres gekürt wurde, liebt warme und trockene Gefilde. Die Temperaturentwicklung der letzten Jahre hat ihre Ansiedlung begünstigt. Selbst wenn die Tiere bei winterlichem Frost sterben, ist der Fortbestand durch die Überwinterung im Ei-Stadium sicher.

Wie lebt die Gottesanbeterin?

Das Gelege des interessanten Insekts wird Oothek genannt und ähnelt einem Kokon, ist genau genommen aber ein so genanntes Schaumgelege. Es ist nur so groß wie das letzte Fingerglied des Zeigefingers, aus ihm schlüpfen aber zwischen 60 bis 100 Junge aus. Die Gottesanbeterin klebt ihr "Nest" an unterschiedliche Ecken. Von der Hausmauer über ein Regenrohr bis zum Strauch. Sie ist flexibel und benötigt in der Nähe nur eine blühende Pflanze. Der Grund: Diese zieht die Beute der Gottesanbeterin, kleinere Insekten, an. Deshalb ist die Gottesanbeterin auch nicht im Wald, sondern eher in Böschungen und Gärten zu finden. Erwachsene Gottesanbeterinnen werden übrigens ca. sechs Zentimeter groß, wobei das Weibchen größer und kräftiger als das Männchen ist.

Gottesanbeterinnen sind Kannibalen

Gottesanbeterinnen fressen alles, was sich bewegt und ihnen zwischen die Fangarme kommt. Schon nach der ersten Häutung vertilgen die kleinen Gottesanbeterinnen alles, was sich in ihrer Nähe befindet, gern auch die eigenen Artgenossen, denn sie sind Kannibalen. So fressen gelegentlich die Weibchen auch die Männchen schon während der Paarung auf.

Können Gottesanbeterinnen dem Menschen schaden?

Da Gottesanbeterinnen weder beißen oder stechen, noch giftig oder schädlich sind, brauchen sich Menschen nicht vor ihr zu fürchten.

Wer eine Gottesanbeterin in seinem Garten entdeckt, sollte sich an der Beobachtung der einzigartigen Fangschrecke einfach nur erfreuen. Gern darf er ihr noch etwas Blühendes in die Nähe des Geleges stellen, damit sie Futter findet. Diese Gartenarbeit steht übrigens im November an.

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Die Gottesanbeterin wurde jetzt vermehrt in Norddeutschland gesichtet. Ein schönes Insekt, das es zu beobachten lohnt. Aber was ist mit Krabbeltieren, die es sich bei Ihnen zuhause gemütlich machen wollen? Lesen Sie, was Sie gegen Stinkwanzen und Kiefernwanzen tun können. Wussten Sie auch, auf welchem Wege Läuse, Milben, Spinnen und Co. ins Haus gelangen?

Mehr spannende Artikel finden Sie auf unserer Themenseite Garten und Balkon.

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