27.12.2019 - 13:27

Tierschutz, Umwelt und Co. Silvesterböller: Tolle Tradition oder unnötige Umweltbelastung?

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Für manche ist die Knallerei des Jahres ein Riesenspaß und unverzichtbar mit Silvester verbunden. Anderen stoßen Umweltverschmutzung und mangelder Tierschutz auf. Pro & Contra Silvesterböller, ein Erklärungsversuch!

Die Deutsche Umwelthilfe hat die Bundesregierung aufgefordert, Städten ein Verbot von Silvester-Feuerwerk und Böllern zu erleichtern und will ein Böllerverbot in 98 Städten. Pro & Contra Silvesterböller: Lesen Sie mal, was die Befürworter und Gegner zu sagen haben. Und stimmen Sie selbst ab!

Böllerverbot: Mehrheit der Deutschen möchte es in bestimmten Gebieten

Laut einer repräsentativen Umfrage des Online-Meinungsforschungsinstituts Civey für die Funke Mediengruppe haben sich 63,2 Prozent der befragten Deutschen für ein generelles Verbot von Böllern und privatem Feuerwerk in dicht besiedelten Umgebungen ausgesprochen. Interessant ist, dass in diesem Jahr mehr 18- bis 29-Jährige ein Böllerverbot in bestimmten Lagen befürworten – nämlich rund 64 Prozent (im Vorjahr waren es 54 Prozent).

Am größten war die Feuerwerk-Abneigung bei den älteren Befragten: Unter den 65 Jahre alten und älteren befürworteten satte 68 Prozent der Teilnehmer ein Böllerverbot.

Lesen Sie hier, welche Städte bereits ein Verbot ausgesprochen haben. Böllerverbot ausgeweitet: Hier darf an Silvester nicht mehr geknallt werden

Deutsche Umwelthilfe wirbt weiter für Verbot von privatem Feuerwerk

Die Deutsche Umwelthilfe setzt sich auch in diesem Jahr verstärkt für ein Verbot von privater Knallerei ein. Die Begründung: Die höchsten Feinstaubwerte des Jahres seien in den Stunden und Tagen nach Silvester zu messen, so DUH-Präsident Jürgen Resch. "Wir haben aber auch das Problem mit Tausenden von Verletzungen, mit Hausbränden, Wohnungsbränden."

Laut Bundesumweltamt verpulvern die Deutschen zum Jahreswechsel zwischen 100 und 150 Millionen Euro – dabei werden ca. 4500 Tonnen Feinstaub freigesetzt. Ein Vergleich gefällig? Das entspricht rund 15,5 Prozent der jährlich im Straßenverkehr abgegebenen Menge Feinstaub.

Zwar soll es in diesem Jahr böllerfreie Zonen in einigen Innenstädten geben, wie in München, Stuttgart, Hannover und Köln. Auch Berlin, Düsseldorf und Braunschweig planen ein teilweises Verbot. Flächendeckende Verbote sind in Deutschland aber bisher kaum geplant, so die Ergebnisse einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur unter 53 Städten und Gemeinden vor zwei Wochen.

Wie sinnvoll ist ein generelles Böllerverbot in Deutschland überhaupt? Und wie argumentieren die Gegner und Befürworter des lautstarken Silvester-Spektakels. Ein Pro und Contra.

Sollen die Städte das Silvester-Feuerwerk verbieten?

NEIN: "Man trifft mit einem Verbot alle, die friedlich feiern wollen"

Der Verband der pyrotechnischen Industrie (VPI) kritisiert naturgemäß die Verbote von Silvesterfeuerwerken in großen Städten. Verbandsgeschäftsführer Klaus Gotzen moniert: "Man trifft nicht nur die, die über das Ziel hinausschießen, sondern auch alle, die friedlich feiern wollen."

Nur knapp 37 Prozent der Deutschen halten Feuerwerke für unproblematisch, für die Gegner eines Knallerverbotes gehören lautes Lichtspektakel und Silvester einfach zusammen. Den Abschied vom alten Jahr und die Begrüßung des neuen, möchten die Gegner nicht einfach still und heimlich begehen, sondern laut feiern, eben mit Pauken und Trompeten.

Argumente, es mache einfach Spaß ein einziges Mal im Jahr bunte Raketen in den Himmel zu schießen, anstatt als Alternativprogramm eine langweilige Lasershow zu betrachten, lassen die Befürworter des Böllerverbotes nicht gelten.

JA: "Schwarzpulver-Böllerei ist archaisch"

Feiern geht auch ohne Dreck, Lärm und Gefahr, meinen die Befürworter des generellen Böllerverbots. Die Knallerei sei nicht nur Umweltverschutzung und eine Gefahr für Mensch und Tier, sie koste auch noch richtig viel Geld.

Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer der DUH dazu: "Wir wünschen uns weiterhin freudige Feste zum Jahreswechsel – aber ohne verpestete Luft, brennende Häuser, verletzte Menschen und verängstigte Tiere durch archaische Schwarzpulver-Böllerei."

Wer sage, die Knallerei gehöre zum Jahreswechsel einfach dazu, könne genauso gut fordern, dass Gladiatorenkämpfe noch zum kulturellen Leben gehören sollen. Natürlich solle der Jahresbeginn weiter ausgiebig gefeiert werden, allerdings ohne Verbrennungsopfer und Feinstaub in der Luft.

Und was meinen Sie? Stimmen Sie ab!

Möchten Sie weiter Ihr Silvester-Feuerwerk abbrennen? Oder haben Sie genug von der Böllerei und denken an Umwelt und Tierschutz? Geben Sie hier Ihre Stimme ab und sagen Sie uns hier Ihre Meinung. Wir freuen uns darauf!

Manche Händler machen's vor. So hat kürzlich Hornbach seinen Feuerwerk-Verkauf gestoppt. Weitere spannende Artikel finden Sie auf unserer Themenseite Silvester.

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