05.11.2019

Klappt's dann auch mit dem Nachbarn? Geschirrspülmittel im Test: Die Verlierer bei Stiftung Warentest

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Wie gut sind sie wirklich? Und was ist drin? Stiftung Warentest hat Geschirrspülmittel in Tab- und Pulverform getestet. Das sind die überraschenden Ergebnisse.

Foto: iStock/Naked King

Wie gut sind sie wirklich? Und was ist drin? Stiftung Warentest hat Geschirrspülmittel in Tab- und Pulverform getestet. Das sind die überraschenden Ergebnisse.

Da wartet man Stunden auf das saubere Geschirr und es kleben noch Essensreste am Geschirr. Was taugen welche Geschirrspülmittel? Das sind die Verlierer bei Stiftung Warentest!

Wir sind dankbar, dass Geschirrspüler uns diese Arbeit abnehmen. Aber ärgerlich ist, wenn Teller, Tassen und Gläser nicht so sauber herauskommen wie versprochen. Das sind die Gewinner und Verlierer im Geschirrspülmittel-Test von Stiftung Warentest!

Geschirrspülmittel-Test von Stiftung Warentest: So wurde getestet

Wie viel Reinigungskraft steckt in Geschirrspülmitteln? Im Test wurde die Reinigungskraft von Geschirrspülmitteln an elf alltagstypischen Schmutzarten wie Milchhaut in Gläsern, Hackfleisch-, Nudel- oder Eierspeisen auf Tellern oder Edelstahlblechen und Teeränder in Tassen sowie Fett- und Cerealienreste auf Geschirr getestet. Pulver und Tabs mussten die Herausforderung annehmen.

Mit jedem Geschirrspülmittel liefen die Geschirrspüler im Labor wochenlang − mit jedem Spülmittel 300-mal. Zwischendurch und am Ende des Durchlaufs nahmen die Prüfer jedes Geschirrteil in die Hand und untersuchten es.

Die gute Nachricht: Keine weißen Beläge

Bei den aktuellen Produkten sind weiße Belege sowie Schillereffekte auf Edelstahl kein Problem mehr. Auch das Verblassen der Aufdrucke auf Gläsern und Dekoren von Tellern sind ein geringeres Problem als bei früheren Geschirrspülmittel-Tests.

  • Tipp: Spülen Sie Omas gutes Teeservice mit Goldrand und Verzierungen doch lieber vorsichtshalber mit der Hand.

Geschirrspülmittel – ein Problem für die Umwelt?

Kläranlagen können Tenside und andere Stoffe zwar zuverlässig entfernen, eine Ausnahme bildet aber das Silberschutzmittel Benzotriazol (BTA). 15 der 19 Mittel enthalten es – zwar nur zu einem geringen Anteil. Das Problem ist aber, dass es in Kläranlagen kaum abbaubar ist und so in die Umwelt gelangt.

Die Stiftung Warentest-Analysen zeigen: Die Geschirrspülpulver sind oft zu rund 25 Prozent mit Natriumsulfat aufgefüllt. Dieses Salz muss aber gar nicht in diesen hohen Konzentrationen in den Pulvern enthalten sein, da es keine Reinigungswirkung besitzt.

Sitftung Warentest: Das ist die beste Wahl

Am besten liegen Sie mit diesen preiswerten Produkten: Die Claro-Classic-Tabs und das Denkmit-Pulver von dm meistern dank ihrer schmutzknackenden Enzyme und fettlösenden Tenside den größten Teil der Speisereste problemlos. Das Produkt Claro löst auch Teeränder gut.

Zwölf Spülmittel mit gutem Qualitätsurteil konnten mit einer befriedigenden Putzleistung überzeugen. Sie konnten die meisten Speisereste entfernen. Der Grund für den Punktabzug: Mindestens fünf Speisereste bereiten ihnen Probleme.

Menge und Qualität der Enzyme entscheiden über die Putzleistung von Geschirrspülmitteln. Wenn dieser Mix nicht stimmt, wie bei den mit "Befriedigend" ausgezeichneten Produkten, kann ein Spülmittel u.U. weniger kraftvoll gegen eiweiß- und stärkehaltige Reste agieren.

Dieses bekannte Geschirrspülmittel schnitt am schlechtesten ab

Auch die Tabs von Aldi Süd und Somat kamen nur mit einem befriedigendem Qualitätsurteil davon. Die schwächste Vorstellung legten allerdings die bekannten Markenprodukte Somat Classic Pulver sowie die Pulver und Tabs von Finish hin, denn sie reinigten nur ausreichend. Das Ergebnis dieser schwachen Leistung: Zum Teil kam das Geschirr ähnlich schmutzig aus der Maschine, wie es hineingestellt wurde. Ausnahme: Bei hartnäckigen Teerändern schlugen beide Somat-Produkte alle anderen Geschirrspülmittel im Test. Der Grund: Sie enthalten besonders viel Bleichmittel.

Die Auswirkungen der Geschirrspülmittel auf Glas

Die meisten Geschirrspülmittel schädigten die Gläser trotz zahlreicher Spülgänge kaum. Anders das Somat-Pulver: Im Licht waren Korrosionslinien auf dem Material zu sehen. Das gleiche konnten die Prüfer beim Silber feststellen. Der Grund: Finish Pulver enthält kein Silberschutzmittel und lässt das Besteck so stark anlaufen, dass nur kräftiges Nachpolieren den Belag entfernen kann. Obwohl Somat-Tabs dagegen viel Schutzmittel haben, läuft das Silberbesteck nach dem Dauertest genauso an, da das Problem offensichtlich in der Gesamtrezeptur liegt. Claro schafft dagegen guten Silberschutz mit Inhaltsstoffen, die sich in Kläranlagen in der Regel gut entfernen lassen.

Übrigens muss die Spülmaschine selbst auch immer mal wieder gereinigt werden. Wie das am besten sogar mit Hausmitteln geht, sehen Sie hier im Video:

Spülmaschine reinigen mit einfachen Hausmitteln

Spülmaschine reinigen mit einfachen Hausmitteln

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Geschirrspülmittel bei Stiftung Warentest: Das Gesamtergebnis

Neun der getesteten Tabs schneiden gut ab. Testsieger ist Claro Classic mit wasserlöslicher Folie für 13 Cent je Tab. Andere Handelsmarken sind mit 5 Cent pro Tab deutlich preiswerter, Reinigungsleistung und Umweltbelastung lassen aber zu wünschen übrig. Die Reiniger von Aldi Süd sind mit einem 12-Gramm-Tab zu schwach, um Schmutz optimal zu entfernen. Tipp: Gute Tabs wiegen oft 15 Gramm.

Die fünf getesteten und mit "Gut" ausgezeichneten Pulver sind mit 3 Cent pro Spülgang besonders preiswert. Reinigungssieger ist hier Denkmit Classic von dm. Die anderen mit "Gut" ausgezeichneten Handelsmarken machen Geschirr weniger kraftvoll sauber. Nicht gut abgeschnitten haben die bekannten Markenprodukte von Somat und Finish, die mindestens doppelt so teuer wie die Konkurrenz sind und dabei nur ausreichend säubern.

Das sind die Ergebnisse von Stiftung Warentest zu Geschirrspülmitteln. Und was können Sie tun, wenn das Geschirr nicht sauber wird? Wenn es an der Spülmaschine liegt, lesen Sie hier weiter: So einfach reinigen Sie Ihre Spülmaschine mit Hausmitteln!

Weitere interessante Ergebnisse finden Sie auch auf unserer Themenseite Stiftung Warentest.

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