22.10.2019

Wie Bauklötzchen Rätsel gelöst: Warum man mit Wombat-Kot kleine Türmchen bauen kann

Der Wombat bringt das Forscherteam auch mit seinen Hinterlassenschaften zum Staunen.

Foto: imago images / blickwinkel

Der Wombat bringt das Forscherteam auch mit seinen Hinterlassenschaften zum Staunen.

Die knuffigen Wombats haben schon allein mit ihrer Körperform etwas ungewöhnliches an sich. Doch auch die Form ihrer Hinterlassenschaften haben nun ein ganzes Forscherteam beschäftigt.

Es gibt wohl nichts in der Tierwelt, was es nicht gibt. Zum Tag des Wombats gibt es kurioses Wissen rund um das süße kleine Fellknäuel aus Ausatralien. Die Beutelsäuger ernähren sich von Pflanzen und verzücken Menschen mit ihrer niedlichen, kleinen und kompakten Form. Nun haben Wissenschaftler das Geheimnis gelüftet, wie und vor allem warum Wombats sprichwörtlich kleine Kot-Würfel ausscheiden können.

Wombats: Weshalb ihr Kot eine Würfelform hat

Die flauschigen Beuteltiere mit den kurzen Füßen haben eine ganz besondere Fähigkeit: Sie setzen ihren Kot nicht in der allgemein bekannten eher rundlichen Form ab, sondern sie schaffen es, ihre Hinterlassenschaften in rechteckige Formen zu pressen. Wie die tierischen Bewohner Australiens das hinbekommen, hat nun auch die Wissenschaft beschäftigt.

Ein Forscherteam, angeführt von Patricia Yang, vom Georgia Institute of Technology berichtete auf einer Tagung der American Physical Society über ihre Erkenntnisse, die sie über die Tiere gewonnen hatten. Sie sezierten die Verdauungstrakte der Wombats, welche nach Verkehrsunfällen auf Tasmanien eingeschläfert werden mussten.

Am Tag bis zu 100 Kot-Würfel

Wombats setzen am Tag circa 80-100 dieser Kot-Würfel ab. "Ich bin auf dieses Thema gekommen, weil ich noch nie etwas so Merkwürdiges in der Biologie gesehen habe. Es war ein Rätsel“, kommentierte Patricia Yang. Als sie den Kot das erste Mal auf Fotos im Internet sah, hielt sie es zuerst für einen Scherz.

Bei der Untersuchung der Wombats stellten sie fest, dass die Pflanzenfresser ihre ihre unterschiedlich elastischen und beweglichen Darmwände nutzen, um diese ungewöhnliche Form des Kots zu erzeugen. Mit den kleinen Würfeln markieren sie ihr Revier und senden Duftbotschaften an andere Wombats. Da die knuffigen Vierbeiner relativ schlecht sehen, wählen sie für ihre Hinterlassenschaften gut einsehbare Plätze. Je höher die Kot-Ablageplätze ausgesucht werden, desto höher ist auch die Wahrscheinlichkeit, mit anderen Wombats einen Austausch zu erzielen und diese anzulocken.

Kot-Türmchen zur Kommunikation

Und an dieser Stelle hat sich Mutter Natur etwas ganz Schlaues überlegt: Damit die Kot-Häufchen nicht wegrollen können, wenn sie beispielsweise auf einem Stein abgesetzt werden, sind sie eben eckig. Wenn der pelzige Verursacher es schafft, ein kleines Türmchen bei der Verrichtung abzulegen, steigen seine Chancen auf Austausch mit den Artgenossen noch einmal an.

Dieses Wissen könnte aber vielleicht auch dem Menschen von Nutzen sein, denn: "Derzeit gibt es zwei Möglichkeiten, Würfelformen herzustellen: durch Formen oder Schneiden,“ erklärt Patricia Yang. Vielleicht könne man aber auch das neue Wissen um den Wombat Darm dafür nutzen, Würfelformen mit weichem Gewebe herzustellen.

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