18.10.2019

Onlinehandel ist schuld Deutsche verbrauchen zu viel Papier und Pappe!

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Im Jahr schmeißt jeder Deutsche 241,7 kg Papier in den Müll.

Foto: imago images / Schöning

Im Jahr schmeißt jeder Deutsche 241,7 kg Papier in den Müll.

Alle reden aktuell über den hohen Plastikverbrauch in Deutschland, aber was ist eigentlich mit dem Papierkonsum? Fest steht zwar, dass Papier recycelt werden kann, aber müssen wir deswegen mit Kartons, Papiertüten und Zetteln nur so um uns werfen? Hier erfahren Sie mehr.

Wohl jeder kennt es: Man hat mal eben online die neuesten Schuhe, ein Buch und ein bisschen Kosmetik geshoppt und schon ist die halbe Wohnung voll mit Pappkartons und Verpackungspapier. Muss das sein? Eigentlich nicht, außer Deutschland möchte weiterhin Spitzenreiter unter den Industrieländern im Papierverbrauch sein.

Papierverbrauch der Deutschen: 241,7 kg Papier jährlich pro Kopf

Die Deutschen verzeichnen im Papierverbrauch einen drastischen Anstieg. Sind es 1991 nur ungefähr 70 Kilogramm pro Kopf pro Jahr gewesen, haben wir in 2019 die 200 kg schon weit überschritten. Schuld daran ist einerseits der zunehmende Onlinehandel. Aber auch in den deutschen Behörden werden mehr Papierblätter verbraucht. Doch andere Länder haben die gleichen Probleme. Während derzeit Deutschland mit einem jährlichen Pro-Kopf-Papierverbrauch von 241,7 kg rekordverdächtig die Spitzenposition anführt, folgen dicht dahinter die USA mit 211 kg.

Doch was ist am hohen Verbrauch so schlimm, wenn Papier recycelt wird?

Das Problem besteht darin, dass nicht jedes Papier recycelt werden kann. Beispielsweise lässt sich beschichtetes oder imprägniertes Papier nicht wiederverwenden. Genauso wenig bekommen Thermodruckpapier, wie es bei Kassenbons verwendet wird, und verschmutzte Papiertaschen- oder Küchentücher ein zweites Leben. Selbst bei Papieren, die sich recyceln lassen, kann die Wiederverwertung nicht bis ins Unendliche wiederholt werden. Nach dem fünften oder sechsten Mal wird das Papier unstabil. Um dieses Papier schließlich wiederverwenden zu können, müssen neue Holzfasern beigegeben werden.

Bei der Papierherstellung beträgt die Altpapiereinsatzquote aus diesen Gründen nur 75 Prozent. Somit müssen für die Papierherstellung weiterhin viele Bäume gefällt werden. Würde sich der Anteil an Altpapier zur Wiederverwertung erhöhen, wäre dies vorteilhaft für die Umwelt. Für die Papierherstellung wären weniger Bäume nötig.

Papierverschwendung: Das können Sie dagegen tun

Damit in Deutschland der Papierverbrauch wieder abnimmt, kann jeder mithelfen. Folgende Maßnahmen können zum Beispiel behilflich sein:

  • Papier richtig wegwerfen: Damit aus verbrauchtem Papier neues entstehen kann, muss die Mülltrennung funktionieren. Papier ist kein herkömmlicher Müll, sondern eine kostbare Ressource und gehört demnach in den Altpapiercontainer, damit sich der Kreislauf schließt.
  • Mehr Recyclingpapier nutzen: Beim Kauf von Papier sollten Sie am besten auf Recyclingpapier achten. Ein Symbol, das dieses anzeigt, ist zum Beispiel "Der blaue Engel“, der oft auf Toilettenpapier oder Schreibheften zu sehen ist.
  • Insgesamt Papier sparen: Zum Beispiel lässt sich ein Einkaufszettel auch noch auf der Rückseite beschreiben. Digitale Dokumente sollten nur ausgedruckt werden, wenn es wirklich nötig ist. Geschenkpapier lässt sich beispielsweise durch ein schönes Geschirrtuch ersetzen, das der Beschenkte weiterverwenden kann.
  • Verpackungen vermeiden: Nicht alles lässt sich im Geschäft nebenan kaufen, aber vieles. All das, was geht, können Verbraucher dort kaufen, um Versandkartons zu sparen. Des Weiteren sind wiederverwendbare Stoffbeutel für den Einkauf eine gute Lösung. Plastiktüten stellen hingegen keine Alternative dar, denn durch sie kommt es nur zu einer Verschiebung der Umweltprobleme in einen anderen Bereich.

Neben Papierabfall möchten Sie auch ihren Plastikmüll reduzieren? Dann lesen Sie sich doch einfach einmal den Artikel "Plastik bis Tee: Diese Dinge sollten raus aus dem Haushalt" durch.

Mehr zur effizienten Ressourennutzung finden Sie auf unserer Themenseite "Nachhaltig leben".

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