04.10.2019

Blankes Entsetzen Wehrloses Zebra Pumba erschossen – zu Recht?

Das Zebra Pumba wird im Circus Barlay schmerzlich vermisst. (Symbolbild)

Foto: imago images / Panthermedia

Das Zebra Pumba wird im Circus Barlay schmerzlich vermisst. (Symbolbild)

Es herrscht immer noch Fassungslosigkeit über die Todesschüsse auf das ausgebüchste Zebra Pumba. War der Einsatz von scharfer Munition wirklich notwendig?

Es herrscht blankes Entsetzen über die Todesschüsse auf das Zebra Pumba in dem kleinen Ort Liepen, rund 40 Kilometer östlich von Rostock.

Zirkus-Dompteur Angelo Madel: " bin nur am Heulen"

Als der Zirkus in der Nacht zu Mittwoch in Tessin ankam, nahm das Drama seinen Lauf. Zirkuschef Jonny Ortmann gab an, dass es ihnen nicht möglich gewesen sei, mit den vier Schwertransportern und den Tieren direkt auf das Gelände zu fahren. Beim Abladen sei es dann zwei Zebras gelungen, zu flüchten. Ein Zebra konnte wieder eingefangen werden, doch das Zebra Pumba ließ sich weder mit Nahrung noch mit anderen Methoden locken. Pumba lief am frühen Mittwochmorgen auf die Autobahn 20. Als zwei Autos einen Zusammenstoß mit dem Tier vermeiden wollten, touchierten sich die beiden Wagen. Die Autobahn wurde dann bis auf weiteres gesperrt.

Pumba "nicht zu bändigen"

Auf Pumbas weiterer Flucht beschädigte das Tier einen Streifenwagen. Neben der Polizei war mittlerweile auch die Tierrettung der Rostocker Feuerwehr verständigt. Es war auch ein Mitarbeiter der Tierrettung, der Pumbas Flucht in dem kleinen Örtchen Liepen mit zwei Schüssen beendete. Der Rostocker Stadtsprecher Ulrich Kunze gibt zu dem Vorfall an, dass angeblich der Einsatz eines Betäubungsgewehres nicht möglich gewesen wäre, da eine Gefährdung anderer nicht ausgeschlossen werden konnte. Nach der Einschätzung der Mitarbeiter war das Tier "nicht zu bändigen". Das Tier sei circa 60 Meter entfernt gewesen.

Augenzeugin berichtet Gegenteiliges

Die Anwohnerin Petra Melchin gibt allerdings eine völlig andere Einschätzung der Situation wieder: "Es ging doch gar keine Gefahr aus. Der war kaputt, der Kopf war unten." Die meisten Anwesenden seien davon ausgegangen, dass die Schüsse das Tier nur betäuben sollten. Melchin sagte: "Ich dachte, da kommt ein Betäubungsschuss. Doch der Knall war so laut. Ich stand unter Schock. Das Tier zappelte mit den Beinen. Dann der zweite Schuss."

Weiterhin berichtet sie: "„Aus keinen 20 Metern Entfernung schoss er. Er schoss ohne Not. Da waren keine Menschen. Das Tier war völlig erschöpft, stellte keine Gefahr dar. Als der Tierlehrer das tote Zebra sah, hat er sich darauf geworfen und rief 'mein Baby'.“

Mitarbeiter des Circus Barlay schockiert

Als Pumba erschossen am Straßenrand liegt, sammeln sich fünf Mitarbeiter des Circus Barlay um das tote Tier. Sie sind schockiert und wütend, dass ihr 5-jähriges Zebra tot ist. Tränen fließen.

"Das war Mord! Mein Herz ist gebrochen."

Zirkus-Dompteur Angelo Madel, der Besitzer von Pumba ist tieftraurig: "Ich sitze hier im Wohnwagen und bin nur am Heulen. Ich kann das alles gar nicht in Worte fassen. Ich war ständig in Kontakt mit der Polizei. Die haben alles richtig gemacht. Die haben mir gesagt, dass das Tier betäubt werden soll, gingen ja selbst davon aus. "Aber wieso der Mann von der Feuerwehr das Tier erschießen musste, verstehe ich nicht. Das war Mord! Mein Herz ist gebrochen.“

Der Sprecher der Berufsfeuerwehr Rostock verteidigt ihr Handeln jedoch: "Die entsprechenden Kollegen der Tierrettung besitzen einen Jagdschein und waren deshalb bereits des Öfteren zu Einsätzen im Rahmen der Amtshilfe von der Polizei hinzugezogen worden. Sie hatten keine andere Wahl und entschieden sich deshalb zum Gebrauch der scharfen Munition.“

Anzeige gegen Feuerwehrmann

Ob der Einsatz der Schusswaffe wirklich nötig war und das Tier nicht anders hätte eingefangen werden können, wird wohl noch ermittelt werden müssen. Der Zirkus hat jedenfalls eine Anzeige gegen den Feuerwehrmann erstattet, der die Schüsse abgab, um den genauen Sachverhalt zu klären.

Mach's gut, Pumba!

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