02.09.2019

Kampf gegen die fressenden Krabbler Borkenkäfer-Plage: deutschlandweit sterben die Bäume

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Schädlinge, Parasiten & Co.
Fr, 20.09.2019, 10.14 Uhr

Schädlinge, Parasiten & Co.

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Sie sind nur Millimeter groß, sorgen aber für ein großflächiges Sterben der Bäume in Deutschland. Der Borkenkäfer ist da. Jetzt musste sogar die Bundeswehr beim Kampf gegen die Borken fressenden Krabbler in Sachsen helfen.

Besonders lange, trocken-heiße Sommer sorgen für eine explosionsartige Vermehrung des Borkenkäfers, der die deutschen Wälder gerade in Scharen heimsucht und ganze Landschaftsbilder verändert. Tote, braune Baumgerippe statt tiefgrüner Wälder. Darum ist der Borkenkäfer so gefährlich.

Borkenkäfer: Ein Kampf gegen die Zeit

Der Freistaat Sachsen ist das erste Bundesland, das die Bundeswehr zum forstwirtschaftlichen Einsatz in diesem Jahr gerufen hat. Ca. 60 Soldaten, u.a. mit Kettensägen ausgerüstet, stehen über 400 sächsischen Forstarbeitern in den Wäldern zur Seite. Oberst Klaus Finck (59) vom Landeskommando Sachsen erklärte BILD: "Es ist eine Katastrophenlage, wir leisten Amtshilfe." Und wie lange soll die dauern? Sachsen Umweltminister Thomas Schmidt (58, CDU): "Erst mal für die nächsten drei Wochen, um den aktuellen Ausflug der dritten Borkenkäfer-Generation zu verhindern."


Borkenkäfer-Plage ist eine Katastrophe

Ökologisch gesehen haben Borkenkäfer zwar ihre Berechtigung, indem sie dafür sorgen, dass kränkliche Bäume den gesunden weichen und zudem lichtbedürftige Arten größere Freiflächen vorfinden, die massenweise Besiedelung ist jetzt aber durch die klimatischen Veränderungen zu einem Riesenproblem für die deutschen Wälder geworden.

Die Katastrophe nahm bereits 2017 ihren Lauf, als starke Stürme zum Abknicken vieler Bäume führten und die intensive und langanhaltende Trockenheit die Vermehrung der Tierchen befeuerte. Die Folge: Die Rinde fressenden Borkenkäfer besiedelten zuhauf auch gesunde Bäume. Und vergangenes Jahr gab es dann aufgrund der anhaltenden Hitze eine Borkenkäfer-Plage. Was das trockene Wetter sonst noch so angerichtet hat, lesen Sie auch bei uns.

Welche Arten gibt es und wie kann man sie bekämpfen?

Es existieren unterschiedliche Borkenkäferarten, die auch unterschiedliche Baumarten befallen. Zu den gefährlichsten, die die Fichte befallen, gehören der Buchdrucker und der Kupferstecher.

Meist werden kränkelnde Fichten in Deutschland von den Borkenkäfern als Brutstätte "auserkoren". Bei günstigsten klimatischen Bedingungen und wenn genügend Brutmaterial zur Verfügung steht, vermehrt sich die Borkenkäfer-Population rasend schnell und geht auf gesunde Bäume über.

Wie kann man dem Massensterben der Bäume durch Borkenkäferbefall vorbeugen? Eine der wichtigsten Maßnahmen ist der langfristige Umbau von reinen Nadelholzwäldern in laubholzreiche Mischwälder, da diese viel resistenter gegenüber Wind- und Schneeschäden sind. Auch das Vorhandensein bruttauglichen Materials fördert die Vermehrung des Borkenkäfers. Die Maßnahmen: regelmäßige Beregnung, sofortige Entsorgung und Entrindung des Holzes.

Ebenso können während der Flugzeit der Borkenkäfer im April Fallen mit Lockstoffen (sogenannten Aggregationspheromonen) aufgestellt werden.

Befall: Das sind die typischen Anzeichen

Borkenkäfer bohren sich in die Rinde und legen dort ihre Eier ab. Typische Kennzeichen sind Fraßgänge, kleine Bohrmehlspuren am Stamm, Harzaustritt sowie Nadelverfärbung und Nadelfall.

Vor allem die Fichtenwälder in Sachsen sind zur Zeit betroffen, die Plage weitet sich aber aus. Das Entrinden von Stämmen ist Knochenarbeit und kostet Zeit, ist aber als letzte Maßnahme unabdingbar, um das weitere Ausbreiten des Borkenkäfers und weiteres Baumsterben zu verhindern.

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Eine echte Plage im Haus können dagegen die süßen Marienkäfer werden. Zum Glück befallen die aber nicht die Bäume, sondern breiten sich einfach nur aus. Ein paar schonende Hausmittel helfen aber gegen Marienkäfer im Haus. Und auch gegen zu viele Ameisen im Garten und Haus haben wir Hausmittel zusammengestellt, mit denen Sie die Tiere loswerden, ohne sie zu quälen oder umzubringen.

Ganz andere, sehr wichtige Tiere leiden allerdings: Warum wir das Bienensterben dringend aufhalten sollten, erfahren Sie auch bei uns.

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