02.07.2019

Tierisch, tierisch... Wie ekelig: Das steckt angeblich in Weichspülern

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Schnell etwas davon in die Waschmaschine, und schon wird die Wäsche kuschlig weich. Aber Augen auf beim Weichspüler-Kauf: Angeblich stecken in manchen Schlachtabfälle – oder zumindest Stoffe, die daraus gewonnen werden...

Foto: Shutterstock/Ralf Maassen (DTEurope)

Schnell etwas davon in die Waschmaschine, und schon wird die Wäsche kuschlig weich. Aber Augen auf beim Weichspüler-Kauf: Angeblich stecken in manchen Schlachtabfälle – oder zumindest Stoffe, die daraus gewonnen werden...

Weich und gut duften soll die Wäsche – dabei helfen oft Weichspüler. Aber wussten Sie eigentlich, was in dem Produkt drinsteckt?

Einiges möchte man gar nicht so genau wissen...

Über Weichspüler haben sich wahrscheinlich die wenigsten von Ihnen bisher Gedanken gemacht. Sie lassen die Wäsche gut riechen und machen sie kuschelig weich. Bei Synthetikfasern vermindern sie elektrisches Aufladen. Der "SWR" hat Weichspüler in der Verbrauchersendung "Marktcheck" jetzt aber genauer unter die Lupe genommen. Und die Ergebnisse sind ziemlich ekelig. In vielen Weichspülern stecken nämlich Schlachtabfälle.

Schlachtabfälle sind Hauptbestandteil bei Weichspülern

Die Sendung hat nachgeforscht, woraus Weichspüler eigentlich bestehen. Das Ergebnis: In den meisten stecken kationische Tenside, die zum Teil aus tierischen Fetten, genauer gesagt aus Schlachtabfällen produziert werden. Sie seien laut "Marktcheck" sogar Hauptbestandteil der meisten Produkte. Diese Erkenntnis dürfte nicht nur bei Vegetariern und Veganern einen Ekel hervorrufen.

Aber warum werden die Schlachtabfälle für Weichspüler genutzt? Ganz einfach: Die kationischen Tenside, die aus dem Talg der Abfälle gewonnen werden, legen sich um die Fasern der Wäsche und machen sie so geschmeidig und weich.

Industrieverband äußert sich: "Keine Schlachtabfälle, aber tierische Fette"

Der Industrieverband Körperpflege- und Waschmittel (IKW) hat sich in Bezug auf den Beitrag des "SWR" nun geäußert und eine Richtigstellung geschickt. Demnach enthalten Weichspüler keinen Talg und keine Schlachtabfälle. Zumindest nicht in dem Sinne, wie er beim Verbraucher ankommt. Richtig sei, dass kationische Tenside enthalten seien, deren Ausgangsmaterial gereinigte tierische Fette, aber auch pflanzliche Öle oder aus Mineralöl gewonnene Stoffe sein können. Das Ausgangsmaterial müsse aber "in mehreren Schritten zu kationischen Tensiden umgewandelt werden, damit sie auf Textilien aufziehen können und den Weichgriff ermöglichen." Die Nutzung von tierischen Fetten diene der "Schonung von Ressourcen".

Heißt übersetzt: Schlachtabfälle direkt werden natürlich nicht in den Weichspüler gepackt. Wer jetzt also ein Bild von püriertem Schlachtfett im Kopf hat, das in die Weichspüler-Flüssigkeit gerührt wird, kann diesen Gedanken getrost wieder verwerfen. Die Gewinnung der Tenside aus tierischen Fetten – die aber sicherlich auch vom Schlachthof als Nebenprodukt abfallen – benötigt einige Schritte. Für Menschen, die auf tierische Produkte und deren Folgeprodukte verzichten, sind viele Weichspüler daher trotzdem ein "No-go". Aber sooo gut sind Weichspüler tatsächlich nicht – weder für die Gesundheit noch die Umwelt:

Weitere unschöne Nebeneffekte: Nährboden für Bakterien und Pilze

Es gibt nämlich weitere unschöne Nebeneffekte beim Einsatz von Weichspülern. Wie der "SWR" herausfand, können sie die Waschmaschine schädigen. Durch die Tierfette legt sich ein schmieriger Film in die Waschtrommel. Dieser bleibt auch nach dem Waschen an den Wänden der Maschine haften und bietet einen Nährboden für Bakterien und Pilze.

Wer also Weichspüler benutzt (oder nach dieser Meldung genutzt hat...), sollte seine Waschmaschine daher regelmäßig reinigen, sonst kann es schnell vorkommen, dass die Wäsche anfängt zu riechen – und sie beim Tragen aufgrund der Bakterien und Pilze unangenehm wird oder sogar allergische Reaktionen auslösen kann.

Beim Waschen schwarzer Kleidung wird Essig übrigens auch als toller Tipp gegeben – neben schwarzem Tee oder Kaffee.

Aber auch die Weichspüler selbst können Allergien auslösen und die Haut reizen. Auch, wenn Ihnen der Gedanke an Schlachtabfälle in Weichspüler nichts ausmacht, Babykleidung sollten Sie damit trotzdem nicht waschen.

Zudem gilt Weichspüler als sehr umweltschädlich. Die Tenside sind nicht gut abbaubar und belasten die Gewässer. Außerdem entsteht zusätzlicher Müll – für eigentlich viel zu viel Geld.

Alternative für Weichspüler? Besser gar nichts!

Also keine gut duftende Wäsche mehr? Mitnichten! Wer auf Weichspüler verzichtet und stattdessen nur mit Waschmittel wäscht, bekommt ja trotzdem gut duftende Wäsche – denn die Fasern werden nicht mehr von Fetten umlagert. So werden sie zum einen sauberer und können zum anderen besser Wasser aufnehmen. Und das ist im Fall von Handtüchern und Bettwäsche sowie Funktionskleidung ja von Vorteil.

Ein guter Haushaltstipp ist übrigens Essig statt Weichspüler! Der macht das Wasser nämlich weicher, schont die Fasern und hält die Wäsche trotzdem kuschelig – außerdem hält er noch die Waschmaschine fit und schont die Umwelt. Keine Angst vor Essiggeruch: Der verfliegt spätestens beim Trocknen.

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