02.07.2019

Weil sie kein Tape verwendete Bodyshaming wegen hängender Brüste: So reagiert Sängerin Tanerélle

Mutige Tanerélle: Die Sängerin zeigte sich in einem Kleid, das ihre hängenden Brüste kaum verdeckte. Es hagelte Bodyshaming, doch sie konterte daraufhin scharf und klug!

Foto: imago images / Starface

Mutige Tanerélle: Die Sängerin zeigte sich in einem Kleid, das ihre hängenden Brüste kaum verdeckte. Es hagelte Bodyshaming, doch sie konterte daraufhin scharf und klug!

Sängerin Tanerélle will ihre von Natur aus hängenden Brüste nicht verstecken: Bei einem Event trug sie sie in einem tief ausgeschnittenen Kleid zur Schau. Reichlich Bodyshaming ließ nicht lange auf sich warten – doch die Sängerin holte zum Gegenschlag aus...

Hochpushen kam für sie nicht in Frage: Als Sängerin Tanerélle bei einem Event in einem Kleid erschien, unter dem ihre Brüste sich so abzeichneten, wie sie nun mal sind, nämlich hängend, musste sie sich dafür über die sozialen Medien wüst beschimpfen lassen. Doch die 25-Jährige reagierte prompt – und antwortete mit einem flammenden Plädoyer gegen Hater im Netz und für Body Positivity.

Sängerin Tanerélle: Bodyshaming wegen ihrer Brüste

Mit den US-amerikanischen Fernsehpreisen "BET Awards" werden jedes Jahr afroamerikanische Künstler in den Bereichen Musik, Schauspiel und Sport ausgezeichnet. Dieses Jahr fand das populäre Event am 24. Juni 2019 in Los Angeles statt. Auch Tanerélle erschien an dem Abend – und wie!

Die Sängerin trug ein Kleid mit tiefem Ausschnitt am Dekolleté – so weit nichts Besonderes an einem glamourösen Abend wie diesem. Doch die 25-Jährige brachte ihre Brüste darunter nicht entsprechend in Form mithilfe von Shapewear oder Klebeband, sondern ließ sie so, wie sie eben sind, im Ansatz deutlich sichtbar für alle.

Kein Ding im Jahr 2020, oder? Das ist doch jedem selbst überlassen und nicht der Rede wert, sollte man meinen. Leider weit gefehlt: Sofort hagelte es hässliche Kommentare zum Look der hübschen Sängerin, sie musste sich üble Vergleiche und wüste Beschimpfungen bis hin zu Silikon-Empfehlungen gefallen lassen – Bodyshaming in Reinform. Wie traurig! Überflüssig zu sagen, dass die meisten Kommentare dieser Art von Männern stammen.

So wehrt sie sich gegen die Beschimpfungen

Ein Glück hat Tanerélle all das nicht auf sich sitzen lassen, sondern sie vielmehr dazu animiert, schon am folgenden Tag über Twitter zum Gegenschlag auszuholen:

Übersetzt heißt das: "Zu all den negativen Kommentaren, die auf meinen heutigen Look abzielen: Ich muss meine Brüste nicht anheben, um ein verdammtes Kleid tragen zu können. Ich bin eine Frau, meine natürlichen Titten hängen und ich liebe das verdammt noch mal – ich habe nicht die Absicht, es zu ändern, damit es euch passt. Ich lebe hier meinen Traum – konzentriert euch auf wichtigere Dinge."

Noch einen Tag später ließ Tanerélle via Instagram eine deutlich längere Ansage folgen, die allerdings leider mittlerweile gelöscht wurde. Darin beschrieb sie, wie sie sich vor dem Event zunächst entschloss, ihre Brüste zu tapen – einfach deshalb, weil es eben alle so machen und so zu sein hat. Doch als sie das riesige Stück Klebeband betrachtete, das unter ihren Brüsten bis zu den Schultern verlief, habe sie sich ganz bewusst dafür entschieden, es wieder zu entfernen, weil sie sich ohne einfach schöner und natürlicher fand: "Ich kann nicht jedem gefallen und ich will es auch gar nicht", schreibt sie.

Was ihr vielmehr auffalle, sei die Tatsache, dass "so viele Frauen immer noch in ihrem Selbsthass gefangen sind und es jedem recht machen wollen." Viel zu viele Frauen würden ihren Selbstwert und ihre Möglichkeiten immer noch aus dem Blickwinkel eines Mannes bestimmen lassen. Das erschüttere sie immer wieder, aber sie fügt gleich noch hinzu: "Ich lasse mich davon nicht kaputt machen." Im Gegenteil, das bestärke sie immens in ihrer Mission, Frauen zu mehr Selbstliebe zu animieren. "Ihr verdient es, dass ihr zumindest versucht, euch so anzunehmen, wie ihr seid – mit all den Körperteilen an euch, die ihr nicht mögt, weil andere euch sagen, ihr sollt sie nicht mögen."

Das sagen die Befürworterinnen

Was für ein flammendes, großartiges Plädoyer von Tanerélle! Und wie schön, dass es daraufhin jede Menge Zustimmung von allen Seiten gibt – viel mehr, als es bei den schmählichen Body-Shaming-Kommentaren der Fall war. Selbstredend, dass diese wiederum fast ausschließlich von Frauen kamen!

So gab es viel Lob für ihren Mut, sich öffentlich so zu zeigen, wie sie aussieht, weil sich viele genau das eben nicht trauen. Etliche Frauen schrieben außerdem, dass sie künftig ebenfalls auf Push-BHs, getapte Brüste und dergleichen verzichten wollen, und einige wollen sogar ganz ohne BHs auskommen, die ohnehin nur einengen und unbequem sind. Nicht wenige bedanken sich auch bei Tanerélle, weil sie sich durch ihr Engagement endlich in der Lage sehen, selbstbewusster durchs Leben zu gehen – auch und gerade den Männern gegenüber.

Das vielleicht schönste Kompliment versteckt sich im Kommentar einer Userin, die über Twitter Folgendes schreibt: "Bis ich diesen Tweet gelesen habe, war mir das nicht einmal aufgefallen: Ich hatte einfach Dein Haar und Dein Lächeln bewundert." Das Augenmerk lag auf dem Gesicht und nicht auf dem Dekolleté – besser hätte man es kaum formulieren können.

Und: Vermutlich haben Tanerélles viele Kritiker ihr zumindest dahingehend einen Gefallen getan, dass sie dafür gesorgt haben, der Sängerin durch die Aktion einen ordentlichen Bekanntheits-Schub zu verschaffen. Und das sei allen Beteiligten doch von Herzen gegönnt!

Haben Sie schon vom Instagram-Hype #saggyboobsmatter gehört? Tanerélle hoffentlich schon, denn die Aussage dieser tollen Bewegung ist: hängende Brüste – na und?

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Ich bin gut so wie ich bin

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