28.06.2019 - 15:04

Einschränkung hier, Empfehlungen da Immer mehr Verbote wegen der Hitze! Worauf Sie jetzt verzichten müssen

Die Hitze macht uns in vielen Bereichen einen Strich durch die Rechnung! Welche Verbote und Einschränkungen jetzt herrschen.

Foto: imago images / Christian Ohde

Die Hitze macht uns in vielen Bereichen einen Strich durch die Rechnung! Welche Verbote und Einschränkungen jetzt herrschen.

Ganz Deutschland stöhnt unter den hohen Temperaturen – immer mehr Einschränkungen und Verbote wegen der Hitze sind die Folgen des extremen Klimas. Lesen Sie, was jetzt alles nicht erlaubt ist.

Die Hitze fordert ihren Tribut: Überall in Europa kommt es zu Ausnahmesituationen, die französische Regierung hat gar den "Klima-Notstand" erklärt – und wegen der hohen Ozonbelastung Fahrverbote sowie zum Schutz der Tiere deren Transport auf Straßen und Schienen untersagt.

Deutschland ächzt ebenfalls unter den Extremtemperaturen – Einschränkungen und Verbote wegen der Hitze sind auch bei uns die Folge. Mittlerweile gibt es eine ganze Reihe davon. Was alles – übrigens völlig zu Recht – nicht erlaubt ist, wo es Schwierigkeiten oder Einschränkungen gibt, worauf Sie besser verzichten sollten: Wir haben mal gesammelt.

Verbote wegen der Hitze: Diese Einschränkungen gelten jetzt

Für alle folgenden Beispiele gilt: Sie sind nur exemplarisch und stellvertretend für viele weitere Einschränkungen und Verbote zu verstehen. Für einen genaueren Überblick bzw. Regelungen, die dezidiert für Städte, Regionen und Kommunen gelten, informieren Sie sich bitte vor Ort.

Rasen sprengen

In Teilen Deutschlands wird bereits das Trinkwasser knapp. Behörden fordern Bürger auf, sparsam zu sein und vor allem auf das Rasensprengen zu verzichten. Es gibt erste Verbote mit Bußgeldauflagen.

  • Wegen Trinkwasser-Engpässen haben Versorger in Ostwestfalen an die Bevölkerung appelliert, auf Gartenbewässerung und Pool-Befüllungen zu verzichten. Wer sich nicht daran hält, muss mit Geldbußen von bis zu 1000 Euro wegen Vergeudung von Trinkwasser rechnen.
  • Auch in Niedersachsen, etwa im Emsland, Osnabrück und Ostfriesland, bitten Wasserversorger ihre Kunden um Sparsamkeit. Der Wasserverband Garbsen-Neustadt bei Hannover schränkt den Verbrauch seiner Kunden in der Region Hannover ein: Kunden dürfen derzeit das Trinkwasser nicht mehr dafür nutzen, Autos zu waschen, den Rasen zu sprengen, Schwimm- und Planschbecken zu füllen. Sollten sich Einzelne nicht an die Verbote halten, könne ihnen das Wasser abgestellt werden, heißt es.

Grillen

Wegen der hohen Brandgefahr haben erste Kommunen und Städte ein Grillverbot in öffentlichen Räumen verhängt.

  • Frankfurt hat ein Grillverbot in städtischen Grünanlagen verhängt. "Auf all unseren Grillplätzen stehen Bäume, auch das Gras kann sich blitzartig entzünden. Das Risiko ist einfach zu groß", so die Umweltdezernentin der Stadt. Auch Darmstadt appelliert an seine Bürger, auf "alle Aktivitäten, die Brände begünstigen, zu verzichten."
  • Auch im nordrhein-westfälischen Velbert bei Essen wurde jetzt das Grillen und offene Feuer in den öffentlichen Parkanlagen und auf Grünflächen verboten. Das Verbot gilt auch für die ausgewiesenen Grillplätze.
  • Mannheim in Baden-Württemberg zieht ebenfalls nach: Dort sind nicht nur alle Grillplätze und Feuerstellen in den umliegenden Wäldern ab sofort gesperrt, sondern auch das Grillen, Entzünden oder Unterhalten offener Feuer im öffentlichen Raum im Stadtgebiet ist untersagt.

Sport treiben

Okay, ein richtiges Verbot gibt es natürlich nicht, was die individuelle sportliche Betätigung betrifft, aber dringend ernstzunehmende Empfehlungen. Und für sportliche Veranstaltungen gelten tatsächlich auch Verbote.

  • Der Leichtathletikverband Rheinland-Pfalz hat für den Internationalen Stadtlauf in Trier am Sonntag Verbote ausgesprochen. Wegen der großen Hitze darf kein Start nach 10 Uhr erfolgen. Sollte der Veranstalter gegen diese Auflage verstoßen, würde der Versicherungsschutz für die Teilnehmer der Läufe entfallen.
  • Auch Sportwettkämpfe wurden bereits abgesagt, wie etwa die Bundesjugendspiele an manchen Schulen in Bonn, aber auch Tennis- und Fußballvereine lassen diverse Spiele ausfallen.
  • Mediziner empfehlen, auf keinen Fall in der direkten Sonne, sondern morgens und abends Sport zu treiben. Tim Meyer vom Institut für Sport und Präventivmedizin der Universität des Saarlandes: "Viele denken, es sind die Temperaturen, aber die direkte Sonneneinstrahlung ist ganz wesentlich in der Beanspruchung des Körpers."

Rauchen

Wer raucht, sollte ohnehin immer sorgsam im Umgang mit offenem Feuer und vor allem beim Wegschmeißen von Zigarettenkippen sein. Dieser Tage darf an etlichen Orten, vor allem im Grünen und in Wäldern, gar nicht geraucht werden.

  • In vielen Teilen Nordrhein-Westfalens besteht derzeit Rauchverbot in Wäldern. In Recklinghausen etwa herrscht derzeit Waldbrandgefahrenstufe drei. Weil Zigarettenstummel schnell einen Brand auslösen können, ist das Rauchen im Wald verboten. Das Verbot gilt auch für Wasserpfeifen!
  • In Frankfurt wurde die Nutzung von Shisha-Pfeifen mit glühender Kohle verboten.
  • Auch in Sachsen gilt ein strenges Rauchverbot in Wäldern – der Staatsbetrieb Sachsenforst warnt: Wer trotz Verboten raucht oder grillt, kann empfindlich zur Kasse gebeten werden. Um Waldbrände frühzeitig zu erkennen, wird teilweise sogar Videoüberwachung eingesetzt.

Kutschfahrten

Wir finden ja, dass Kutschfahrten durch Städte generell verboten gehören: Zu groß ist der Stress für die Tiere, zu wenig artgerecht ihr Leben auf der Straße und in der Stadt. Wie schlimm das Leid der Kutschpferde ist, können Sie hier nachlesen. Immerhin: Es gibt Kutschverbote wegen der Hitze – auch für Touristen im Ausland.

  • Berlin verbietet Pferdekutschen bei Hitze: Ab 30 Grad Celsius dürfen die Tiere von nun an nicht mehr vor die Kutsche gespannt werden.
  • In Lüneburg fahren ab 30 Grad ebenfalls keine Kutschen durch die Stadt – die dortigen Betreiber gönnen ihren Tieren und sich selbst an diesen Tagen "hitzefrei".
  • Die Stadtverwaltung von Palma de Mallorca hatte bei Temperaturen von 40 Grad zwischen 12 und 17 Uhr ein Fahrverbot für Kutschen erlassen. Sollten die Kutscher dieses Verbot ignorieren, dürfen Polizisten ihnen Bußgelder auferlegen.

Schnelles Autofahren

Wer gerne schnell über die Straßen brettert, sollte sich dieser Tage zurückhalten: Wegen der Hitze herrschen auf einigen Autobahnen Tempolimits.

  • Auf zwei Autobahnen durch Sachsen-Anhalt wurde wegen der hohen Temperaturen ein Tempolimit verhängt. Grund: Bei Hitze könnte es an bestimmten Autobahnstellen zu einem sogenannten Blow up kommen: Der Beton dehnt sich aus wird angehoben. Betroffen ist die A 9 Richtung München zwischen Naumburg und Droyßig und im Bereich Weißenfels. Dort dürfen nur noch 100 km/h gefahren werden. Am Schkeuditzer Kreuz Richtung Leipzig ist das Tempo auf 120 km/h beschränkt.
  • Auf der A38 müssen Autofahrer in beiden Richtungen zwischen Merseburg-Süd und Merseburg-Nord langsamer fahren sowie in Richtung Leipzig zwischen Lützen und der Grenze zu Sachsen. Auch hier gilt ein Tempolimit von 120 km/h.
  • Auf der A7 südlich der Anschlussstelle Westhausen im Ostalbkreis (Baden-Württemberg) herrscht derzeit ein Tempolimit von 80 km/h. Hinzu kommt ein Abschnitt auf bayerischem Gebiet in nördlicher Richtung ab der Anschlussstelle Dinkelsbühl/Fichtenau.

Öffentlicher Personenverkehr

Zu Einschränkungen kommt es auch im Schienenverkehr: Immer wieder wird von Ausfällen berichtet, weil sich Schienen verbiegen oder Wagen zu heiß werden.

  • Die Gleise der Schmalspurbahn Molli bei Bad Doberan sind durch die hohen Temperaturen beschädigt worden. Der Verkehr der dampfbetriebenen Bahn ist zwischen der Haltestelle Doberan Rennbahn und Heiligendamm bis auf weiteres eingestellt.
  • Bei Bahnunternehmen in Nordrhein-Westfalen kam es zu Ausfällen von Fahrzeugen: Auf mehreren S-Bahnlinien an Rhein und Ruhr sind nach wie vor Züge kürzer als gewohnt, weil sich Fahrzeuge in der Werkstatt befinden. Der Grund: Bei ihnen müssen Klimaanlagen repariert werden.
  • Bei der Bayrischen Oberlandbahn kam es zu Evakuierungen: Pendler aus München mussten die saunaartigen Züge verlassen, weil die Klimaanlagen nicht funktionierten.
  • Wer mit der Bahn in die Schweiz reisen will, sollte sich vorher nach Ausfällen erkundigen: Die extreme Hitze hat dort Bahngleise an verschiedenen Orten im Land verbogen und sorgt für Störungen im Zugverkehr.

Ob die Hitzewelle in Deutschland weiterhin anhält und ob es auch im Juli so heiß bleibt? Dazu haben sich Wetterexperten bereits geäußert – genauso wie zu der Frage, ob es diesen Sommer zu einer Hitze-Katastrophe kommt.

Temperaturen von bis zu 40 Grad verlangen Deutschlands Bewohnern derzeit einiges ab! Muss man da eigentlich arbeiten gehen – oder gibt's hitzefrei am Arbeitsplatz?

Damit Sie es bei der Hitze zu Hause auch nachts aushalten, haben wir hier eine gute Idee für Sie: Bauen Sie sich doch eine "Klimaanlage" aus Ihrem Ventilator. Sie ist ganz schnell gemacht, aber sehr effektiv!

Wie wollen ja nicht, dass uns das Wetter auf die Intelligenz schlägt:

Darum macht Hitze tatsächlich dumm
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Welche Auswirkungen die Hitzewelle im vergangenen Jahr hatte, können Sie hier nachlesen. Zum Beispiel wurden Lebensmittel teurer. Und hier gibt's 8 Folgen des Wetters. Auch die Natur hat unter der Hitze gelitten. Experten schlugen Alarm, weil Deutschland eine "Jahrhundertkatastrophe" drohte.

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