29.05.2019

Beleidigungen von Mitarbeitern Edeka wehrt sich gegen unfreundliche Kunden: So reagiert die Öffentlichkeit

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Übelste Beleidigungen der Mitarbeiter gehören zur Tagesordnung. Das will Edeka nicht länger hinnehmen und setzt sich zur Wehr.

Foto: Christian Charisius/dpa

Übelste Beleidigungen der Mitarbeiter gehören zur Tagesordnung. Das will Edeka nicht länger hinnehmen und setzt sich zur Wehr.

Der Einzelhändler hat genug von pöbelnden Kunden. So geht Edeka gegen Beschimpfungen seiner Mitarbeiter vor – und so reagiert das Netz.

Der Kunde ist König: Zumindest solange er sich an die gesellschaftlichen Spielregeln hält. "Lahmarschig", "unfähig", "Arschlöcher": Die Liste der Beleidigungen, die die Mitarbeiter einer Edeka-Filiale im Landkreis Gifhorn in Niedersachsen durch Kunden offensichtlich häufiger über sich ergehen lassen müssen, ist lang. Dem Einzelhändler reicht es jetzt. Er macht seinem Unmut über unhöfliche Kunden auf Facebook Luft. Und erntet dafür Lob von allen Seiten.

Edeka wehrt sich auf Facebook: So regiert das Netz

Seit Monaten würden die wüsten Beschimpfungen der Angestellten anhalten. Das wollte sich der Arbeitgeber nicht mehr gefallen lassen und entschied sich, in einem ausführlichen Facebook-Posting Stellung zu beziehen. "Da wird teilweise nicht mehr sachlich argumentiert oder sich für die Ansicht der anderen Seite interessiert, sondern es wird beim kleinsten Anlass gepöbelt, geschimpft und beleidigt."

Die vermeintlichen Gründe für die verbalen Übergriffe? "Da reicht es einigen bereits, dass am Bäckertresen noch zwei Kunden vor ihnen stehen, um aus der Haut zu fahren." Und die Reaktionen der sozialen Netzwerke? Über 32.000 Mal wurde der Post geliked und über 13.700 Mal geteilt –ein Beleg dafür, dass das mutige Statement nicht nur gefällt, sondern vermutlich auch nachwirken wird.

Hausverbot und Anzeigen als letztes, aber probates Mittel

Edeka belässt es nicht bei der bloßen Kritik am rüpelhaften Verhalten einiger weniger Kunden, sondern will knallharte Konsequenzen ziehen: "Wir werden es daher nicht mehr länger akzeptieren, dass ... unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ... derart behandelt werden. Wir werden zukünftig bei solchen Vorfällen von unserem Hausrecht Gebrauch machen und notfalls Hausverbot erteilen. Gezielte persönliche Beleidigungen werden wir zur Anzeige bringen."

Mutige Reaktion von Edeka stößt gesellschaftlichen Diskurs los

"Leider müssen wir seit einigen Monaten aber feststellen, dass sich die Art, Weise und besonders der Ton bei einer sehr geringen Zahl von Kunden geändert hat, was wir gerade in der heutigen Zeit und im Zusammenhang der politischen Entwicklung in unserem Land für außerordentlich bedenklich halten", schreibt der niedersächsische Markt.

Die Reaktionen des Einzelhändlers scheinen weit mehr zu sein als ein sich-zur-Wehr-Setzen gegen grantige Kunden. Der Arbeitgeber übernimmt auch nicht nur Verantwortung für seine Mitarbeiter, er könnte durch sein intensiv geteiltes Statement auch eine Diskussion um den gesellschaftlichen Wertewandel losgetreten haben, nämlich: Wie wollen wir miteinander umgehen und zusammen leben?

Die Kommentare des Netzes scheinen einhellig: "Endlich mal ein Arbeitgeber, der seinen Angestellten eine Wertschätzung entgegen bringt!!! Der Kunde darf gerne der König sein ... aber er sollte sich auch so benehmen!", "größten Respekt für so viel Achtung und Mut", betonen die User und wünschen sich mehr: "Vielen Dank im Namen sämtlicher Verkäufer und Verkäuferinnen, ... ich hoffe, es folgen weitere Unternehmen diesem Beispiel".

Edeka wehrt sich gegen pöbelnde Kunden und erntet viel Lob. Positiv wurde auch das „Food-Sharing“ aufgenommen, bei dem ein REWE-Markt Lebensmittel verschenkt. Lesen Sie auch, wie hart der Job der Kassiererin wirklich ist: wenig Geld und drohende Altersarmut.

Mehr Informationen bekommen Sie auf unserer Themenseite Ratgeber Recht.

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