21.07.2020 - 12:16

Supermarkt-Riese nach dem Aus Real ist zerschlagen – und schon bekommen die Märkte einen neuen Namen!

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Real-Kunden müssen sich darauf einstellen, schon bald einen anderen Namen auf ihren Einkaufswägen zu lesen.

Foto: imago/Revierfoto

Real-Kunden müssen sich darauf einstellen, schon bald einen anderen Namen auf ihren Einkaufswägen zu lesen.

Einer der größten Supermarkt-Riesen ist verkauft und wird nun zerschlagen: Die Real-Märkte der Metro-Gruppe gehen jetzt offenbar an die Mitbewerber Kaufland und Edeka. Und ersterer macht Nägel mit Köpfen: Noch dieses Jahr soll es mit einigen Filialen unter neuem Namen weitergehen.

Kaiser's Tengelmann, Sky, Mini Mal und Plus sind bereits seit mehreren Monaten oder Jahren Geschichte. Seit Februar steht fest: Auch die SB-Warenkette Real segnet das Zeitliche. Die Metro-Gruppe hat die Kette an die russische Investorengruppe SCP Group verkauft – und nun sollen die Märkte zwischen Kaufland und Edeka aufgeteilt werden, während der Online-Shop real.de ebenfalls an die Schwarz-Gruppe übergeht, der zu Kaufland gehört. Das Online-Geschäft soll entsprechend unter dem Namen Kaufland weitermachen. Und so oder so geht es nun wohl schnell: Die ersten Real-Märkte sollen noch dieses Jahr einen neuen Namen bekommen.

Real wird aufgeteilt: Märkte bekommen neue Namen

Update vom 21. Juli 2020: Schon in den nächsten drei Monaten will sich Kaufland einen Teil der vom Unternehmen übernommenen Märkte einverleiben. 101 Filialen will der Handelsriese übernehmen, die ersten 20 davon sollen schon im Oktober unter neuem Namen weitermachen, heißt es seitens Lebensmittel Zeitung. Das hat vor allem einen Grund: Man will das umsatzstarke Weihnachtsgeschäft unbedingt mitnehmen.

Komplett umgestellt soll das Filialnetzwerk dann bis zum ersten Quartal 2022 sein. Eine recht lange Zeit, jedoch müssen in vielen Filialen laut Schwarz-Gruppe Umbauarbeiten stattfinden, um sie dem Kaufland-Konzept anzupassen.

Hundertprozentig fest steht der Deal aber noch nicht. Denn damit die Filialen wirklich von der SCP Group an Kaufland weiterverkauft werden können, müssen die Wettbewerbsbehörden erst noch zustimmen.

Kaufland lässt sich die Übernahme von Lieferanten und Herstellern finanzieren

Geld nimmt die Schwarz-Gruppe für die Übernahme aber anscheinend möglichst wenig in die Hand. Hersteller und Lieferanten beliebter Produkte sollen einen kleinen Teil ihres Umsatzes an Kaufland abgeben. Die Lebensmittel Zeitung berichtet von einem Prozentsatz vom Umsatz pro übernommenem Markt – für große Marken wie Henkel oder Ferrero kommen so schnell hohe Summen zusammen.

Real.de geht an Kaufland über

Fest steht schon seit Anfang Juli, dass das Digitalgeschäft von Real zusammen mit dem Online-Marktplatz real.de an die Schwarz-Gruppe übergeht. Neben Kaufland gehört der Gruppe auch Lidl inklusive Onlinegeschäft lidl.de, das 2018 einen Umsatz von 757 Millionen Euro erwirtschaften konnte.

Real.de soll nun perspektivisch unter dem Namen Kaufland weitermachen. Kaufland hatte vor einigen Jahren bereits seinen Online-Lebensmittelshop mit Bringdienst nach nur kurzer Laufzeit wieder eingestellt und versucht es derzeit mit einem Online-Handel für Haushalts- und Elektronikprodukte unter dem Namen "Kaufland bringt's".

276 Märkte und ein Onlineshop: Wie geht es mit Real weiter?

Artikel vom 11. Juni 2020: Statt die Supermarkt-Kette für viel Geld rundum zu erneuern und teuer zu sanieren, entschied sich Metro dafür, Real verkaufen zu wollen. Stattdessen wolle man verstärkt an Online-Diensten wie "GetNow" arbeiten und dort investieren.

276 Filialen gehören zur SB-Kette, 15.000 Arbeitsplätze sind betroffen. Nach anfänglichen Schwierigkeiten konnte man sich im Februar aber halbwegs einigen: Metro hat mit dem deutsch-russischen Konsortium bestehend aus dem Immobilienriesen x+Bricks sowie dem Investor SCP Group bereits vor Wochen Verträge unterzeichnet. Jetzt ist klar: Zum 25. Juni wechseln alle Real-Filialen den Besitzer. "An diesem Tag wird die SCP Group alleiniger Eigentümer des stationären Real-Geschäftes, des Digitalgeschäfts inkl. des Online-Marktplatzes real.de, von 80 Immobilien sowie aller zu Real gehörenden Gesellschaften", erklärt Patrick Kaudewitz, Vorsitzender des Verwaltungsrats von SCP Retail Investments. Was genau dann mit den einzelnen Filialen passiert, ist aber noch nicht in allen Fällen klar.

Marke bleibt – zumindest teilweise

Die SCP Retail Investment kann also ab Ende Juni beginnen, das Filialnetz zu zerschlagen – und wird dies sicherlich auch tun. Ein wenig Entwarnung gibt es immerhin: Ein Teil der Filialen soll für die kommenden Jahre weiterbetrieben werden. Allerdings ist noch nicht klar, wie viele Märkte dies betrifft. Bisher wurden Gerüchte um 50 Filialen laut.

"Chip" zufolge wird es drei Kategorien geben:

  • Kategorie 1: Real macht mit weniger Filialen weiter. Dazu sollen bereits Strategien erstellt sowie Manager einbezogen worden sein. Die Real GmbH leitet das operative Geschäft.
  • Kategorie 2: Einen Großteil der Filialen erhalten Konkurrenten, darunter möglicherweise Edeka, Kaufland und Rewe. Rewe interessiert sich dabei vor allem für Mietverträge von rund 20 Real-Filialen, während Edeka und Kaufland rund 140 Filialen kaufen wollen. Jedoch hat sich "Chip" zufolge bisher keiner der Händler öffentlich geäußert.
  • Kategorie 3: Die restlichen rund 60 Filialen haben noch eine offene Zukunft. "Chip" will aus Unternehmenskreisen erfahren haben, dass man die Verkaufsflächen dieser Märkte in kleinere Mini-Malls umwandeln könnte, um dort Tierbedarfsfirmen, Drogerien, Discounter, aber auch Ärzte unterzubringen. Die neuen Käufer sollen einen Großteil der Mitarbeiter übernehmen.

Müssen noch Geduld haben: Kaufprozess könnte Jahre dauern

Viele Real-Märkte verfügen über eine sehr gute Verkehrsanbindung mit vielen Parkplätzen, Bushaltestellen oder Taxiständen, erklärte ein Branchenkenner "Chip" gegenüber. Ein Vorteil, auch für Käufer. Doch die Zerschlagung an sich könne sich über mehrere Jahre hinziehen. Je nach Einzelfall müsse entschieden werden, ob die einzelnen Händler Real übernehmen dürfen. Man habe vor allem auf dem Land wohl die Sorge einer Monopolbildung von Edeka, Kaufland oder Rewe. Hinzu kommen neue Grundbucheinträge – und die dauern.

Viele der Häuser sind zudem bereits in die Jahre gekommen und müssten erst einmal saniert werden. Aus diesem Grund waren zuvor Kaufinteressenten wie die Markant-Gruppe oder die Schwarz-Gruppe abgesprungen. Nun kommt es also wirklich zur Zerschlagung der Real-Märkte.

Wir sind gespannt, wie es weitergeht. Derzeit haben Supermarktketten und Co. ja auch noch mit der Corona-Krise zu kämpfen. Beim Einkaufen im Supermarkt gelten daher 5 neue Regeln. Da liegt es nahe, dass viele Verbraucher sich nach anderen Wegen umsehen, um ihre Bedarfsgüter zu kaufen.Verändert Corona sogar unser Einkaufsverhalten für immer?

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