07.03.2019

Sie übertragen Tropenkrankheiten 3 gefährliche Mückenarten breiten sich bei uns aus – und sie stechen ab jetzt

Die Stiche der drei neuen exotischen Mückenarten in Deutschland jucken nicht nur, sie können vor allem gefährliche Tropenkrankheiten hervorrufen.

Foto: imago/Panthermedia

Die Stiche der drei neuen exotischen Mückenarten in Deutschland jucken nicht nur, sie können vor allem gefährliche Tropenkrankheiten hervorrufen.

Der milde Frühling lockt schon jetzt Stechmücken hervor. Darunter sind in Deutschland mittlerweile drei exotische Arten zu finden. Das Schlimme: sie können gefährliche Tropenkrankheiten übertragen!

Stechalarm in Deutschland: Forscher warnen vor drei neuen exotischen Mückenarten, die dabei sind, sich auch bei uns niederzulassen. Das Schlimme: sie können Viren schwerer Tropenkrankheiten auf den Menschen übertragen. Und sie stechen bei milden Temperaturen auch jetzt schon!

Exotische Mücken in Deutschland können Tropenkrankheiten übertragen

"Drei dieser Arten haben sich bereits in Deutschland etabliert", warnt Mücken-Expertin Doreen Walther vom Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) in Müncheberg (Brandenburg) der Nachrichtenagentur dpa gegenüber:

  • Die Asiatische Tigermücke, von der mittlerweile Populationen in Baden-Württemberg, Bayern, Thüringen und auch in Hessen bekannt sind.
  • Die Japanische Buschmücke kommt in Deutschland in Sachsen-Anhalt, Berlin, Brandenburg und den nördlichen Bundesländern vor.
  • Neu dazu kommt laut Walther die Art Aedes koreicus, für die es noch keine deutsche Bezeichnung gibt. Zunächst war sie im bayrischen Augsburg entdeckt worden, eine Population gibt es inzwischen auch in Wiesbaden (Hessen).

Bei der Aedes koreicus hält es Prof. Dr. Sven Klimpel vom Senckenberg Biodiversität und Klima Forschungszentrum in Frankfurt am Main für "wahrscheinlich, dass in Hessen eine ganze Population überwintert hat und diese Mücke langsam anfängt, sich in Deutschland auszubreiten." Das berichtet die Online-Seite "Medizin Aspekte".

Die Exoten sind deshalb so gefährlich, weil sie prinzipiell Viren schwerer Tropen-Krankheiten wie West-Nil-, Chikungunya-, Dengue- oder auch Zika-Fieber auf den Menschen übertragen können. Aedes koreicus könne nachgewiesenermaßen auch das Virus der Japanischen Enzephalitis übertragen und Menschen mit Fadenwürmern (Dirofilarien) infizieren, heißt es aus dem Frankfurter Forschungszentrum.

Feuchter Frühling hat viele Mücken zur Folge

"Egal, wie viele oder wenige den Winter überleben – entscheidend sind die Witterungsverhältnisse im Frühling", sagt Mücken-Expertin Doreen Walther. Denn die blutsaugenden Insekten brauchen feuchte Brutplätze, um ihre Eier ablegen zu können. Ein nasser Frühling hat also schon früh viele Mücken zur Folge. Ist es eher trocken, verschiebt sich die Entwicklung in das spätere Jahr.

Den sogenannten invasiven, also nach Deutschland eingewanderten oder eingeschleppten Arten habe die Trockenheit des vergangenen Sommers laut der Mückenexpertin nichts anhaben können. Während einheimische Arten nämlich tiefe Wasserflächen für die Eiablage brauchen, reichen den Exoten schon kleinste Gefäße mit äußerst geringem Wasserstand.

Mildes Wetter lockt Mücken schon früh ins Freie

Das aktuelle milde Wetter hat bereits die ein oder andere Mücke ins Freie gelockt. Sie haben in Kellern oder auf Dachböden überwintert und schwärmen aus, sobald die Temperaturen steigen. "Im Frühjahr gehen die ausgehungerten Weibchen auf die Jagd, um noch mal Blut nachzutanken", erklärt Doreen Walther. Das Blut brauchen sie für die Eiablage. Ein Mückenweibchen kann stolze 300 Eier auf einen Schlag ablegen.

In diesem Jahr seien die Mücken früh dran, so die Mückenexpertin weiter. Als Startmonate gelten in der Regel März und April, die ersten Mücken seien dieses Jahr wegen der milden Temperaturen schon im Februar unterwegs gewesen. Und: Was jetzt herum schwirrt, kann auch schon stechen!

Es wird zu wenig gegen die Ausbreitung getan

Bisher ist in Deutschland noch kein Fall bekannt, bei dem ein Mückenstich an einer schweren, lebensgefährlichen Erkrankung Schuld war, erklärt die Wissenschaftlerin: "Es hat noch nicht geknallt, aber die Wahrscheinlichkeit steigt. Je wärmer es in Deutschland wird, umso besser sind die Bedingungen dafür, dass sich die Viren in den Mücken vervielfältigen." Sie findet, es müsse mehr an Präventivmaßnahmen gegen die gefährlichen Mückenarten geforscht werden.

Professor Kimpel sieht das ähnlich: "Durch den weltweiten Handel und Verkehr werden immer wieder einzelne exotische Mücken nach Deutschland eingeführt. Wenn sich bislang nur eine kleine Population einer neuen Mückenart in Deutschland angesiedelt hat, kann man diese gegebenenfalls zurückdrängen. Haben sich die Mücken erst großflächig ausgebreitet, ist diese Chance jedoch vertan."

Erfahren Sie im Video, was wirklich bei Mückenstichen hilft:

Mückenstich

Mückenstich

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Im vergangenen Spätsommer wurde das gefährliche West-Nil-Virus erstmals in Deutschland festgestellt, das durch Stechmücken übertragen wird.

Lesen Sie außerdem, warum die Mückenplage immer mehr zu Infektionen führt und Menschen immer stärker auf Stiche reagieren.

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