Aktualisiert: 08.04.2019 - 13:20

Rafah-Zoo im Gazastreifen Rettungsaktion gelungen! Tiere sind aus Horror-Zoo befreit

Diese Tiere wurden aus einem Horror-Zoo gerettet

Diese Tiere wurden aus einem Horror-Zoo gerettet

Der Rafah Zoo hat bereits zuvor wegen Tiermissbrauch Schlagzeilen gemacht aber diesmal war die Tierschutzorganisation "Four Paws" da, um einzugreifen.

Beschreibung anzeigen

Rund 40 Tiere leben in einem Zoo im Gazastreifen unter schlimmen Bedingungen. Tierschützer fordern seit langem die Schließung des Zoos. Eine Rettungsaktion der Tiere hat jetzt geklappt.

Update vom 08.04.2019: Der Zoo von Rafah im Gazastreifen sorgte in den letzten Wochen für große Schlagzeilen. Vom Gefriertod von Löwen-Welpen und der Verstümmelung einer Löwin musste man lesen. Eine Rettungsaktion der Tierschutzorganisation VIER PFOTEN vor mehr als einer Woche sollte die Erlösung für die gequälten Tiere, musste aber aufgrund von Einreiseschwierigkeiten abgesagt werden. Jetzt ist es den Helfern aber geglückt, der Tierquälerei ein Ende zu setzen und die Löwen aus dem Zoo im Gazastreifen zu befreien. Die rührenden Bilder der Rettung sehen Sie oben im Video.

Tierquälerei im Rafah-Zoo hat endlich ein Ende

Bevor die Tierschützer dem mehrjährigen Leiden der Tiere ein Ende bereiten konnten, mussten sie sich durch lange Verhandlungen mit dem Besitzer des maroden Zoos und den Behörden quälen. Als die Bewilligung kam, durfte das Team die verwahrlosten Tiere untersuchen und in Transportkäfigen mitnehmen. Die Aktion zog sich über mehrere Tage. RTL-Reporterin Raschel Blufarb war bei der Rettung dabei und schilderte die Aktion so: "Hier wird die ganze Nacht gearbeitet. Die ersten Löwen sind betäubt worden, jetzt werden die Kisten noch beschriftet und um vier Uhr in der Früh geht's weiter".

Die Tiere werden jetzt in Lastwagen etwa 300 Kilometer weit transportiert, von Gaza über Israel nach Jordanien. Dort werden Tierärzte die geretteten Tiere im jordanischen Wildtierschutzzentrum "Al Ma'wa for Nature and Wildlife" wieder fit machen.

So berichteten wir am 29.03.2019 über den Rafah-Zoo:

Bereits vor einigen Wochen hat die Tierschutzorganisation VIER PFOTEN Fotos aus dem Rafah-Zoo im Gazastreifen veröffentlicht. Dort müssen rund 40 Tiere unter ganz schlimmen Umständen leben. Eine geplante Rettungsaktion musste jetzt verschoben werden.

Tiere können nicht aus Horror-Zoo gerettet werden

Die Tierschützer konnten nicht nach Gaza einreisen, weil die Grenzen aufgrund der gewaltsamen Eskalationen gesperrt sind. Die Rettungsmission soll nachgeholt werden, sobald sich die Lage in dem Gebiet entspannt hat. VIER PFOTEN schreibt dazu: "Der ursprüngliche Plan war es, über 40 Tiere aus dem verwahrlosten Zoo in Rafah zu evakuieren und in Tierschutzzentren in Jordanien und Südafrika unterzubringen."

Bis zur Rettung der Tiere unterstützen lokale Helfer vor Ort, zum Beispiel bei der Fütterung. Die Tierschützer sind bereit, sofort einzugreifen, sobald es die Lage im Land zulässt. Dr. Amir Khalil, Tierarzt und Leiter der Mission, sagt: "Egal wie lange wir warten müssen, wir geben die Tiere des Rafah-Zoos nicht auf."

Die Tiere im Horror-Zoo im Gazastreifen leiden

Die Tiere in Rafah-Zoo werden teilweise brutal gequält. Einer jungen Löwin (Bild rechts) wurden Ende Januar mit einer Gartenschere die Krallen entfernt. Der Grund: Der Zoobesitzer lässt Besucher mit dem 14 Monate alten Tier spielen. Die fehlenden Krallen sollen das Verletzungsrisiko reduzieren.

Tierarzt Dr. Amir Khalil von VIER PFOTEN äußert sich dazu: "Krallen sind die Finger und Zehen für Löwen. Ihre Entfernung ist Tierquälerei und weltweit verboten. Die brutale Prozedur wird oft mit der Amputation aller Finger eines Menschen bis zum ersten Knöchel verglichen. Wir sind schockiert, dass der Besitzer des Rafah-Zoos diesen Eingriff erlaubt hat. Natürliches Verhalten, wie das Fassen von Nahrung oder klettern, ist für die Tiere nun kaum noch möglich."

Fast 50 Tiere leben noch im Horror-Zoo

Neben der Löwin sind aktuell fast 50 weitere Tiere in dem Zoo untergebracht, unter anderem fünf Löwen, eine Hyäne, mehrere Affen, Wölfe, Emus, Katzen, Hunde und exotische Vögel. Alle Tiere brauchen dringend Hilfe. Die schlechten Haltungsbedingungen, mangelnde Nahrung und fehlende medizinische Betreuung haben ihre Spuren an den Tieren hinterlassen.

Zoo ist seit 1999 geöffnet

Der Zoo in Rafah wurde 1999 eröffnet und liegt südlich im Gazastreifen an der ägyptischen Grenze. Von dort werden durch unterirdische Tunnel immer wieder Wildtiere nach und aus Gaza geschmuggelt. Viele der Tiere kamen seit der Eröffnung des Zoos bei Raketenangriffen und Kriegsgefechten ums Leben.

Immer wieder geraten Zoos in die Kritik. Im Oktober organisierte VIER PFOTEN eine große Rettungs-Aktion, um Wildtiere aus "Europas schlimmstem Zoo" zu befreien. Die Mission glückte. Insgesamt zwölf Tiere konnten die Tierschützer aus ihren Käfigen befreien. Bleibt zu hoffen, dass auch die Tiere im Rafah-Zoo bald ein besseres Zuhause bekommen.

Weitere Informationen über den Rafah-Zoo und auch Bilder von dort gibt es auf der Website von VIER PFOTEN – einfach hier klicken.

Übrigens: Tierquälerei passiert auch manchmal da, wo man sie gar nicht vermutet. Erfahren Sie hier, unter welchem vermeintlichem Urlaubs-Spaß Tiere sehr leiden müssen. Und lesen Sie hier noch von einem schönen Beispiel der Tierliebe: Das Möbelhaus Ikea hat Straßenhunden während eines Unwetters Obdach gegeben. Die tollen Bilder dazu – sehen Sie hier.

Mehr über Tiere und vor allem Haustiere – haben wir hier für Sie.

Familie und Leben

Familie und Leben

Alles rund um Haus & Garten, Wissenswertes aus dem Alltagsleben und Ratgeberthemen sehen Sie in den Videos.

Beschreibung anzeigen
Eine Webseite der FUNKE Mediengruppe