17.01.2019

Moderne Landwirtschaft Biobauer Christian Riedel: Diese Hühner sind glücklich

Von

Biobauer Christian Riedel verurteilt das Kükensterben entschieden. Bei ihm sind die Hühner glücklich.

Foto: Anika Büssemeier

Biobauer Christian Riedel verurteilt das Kükensterben entschieden. Bei ihm sind die Hühner glücklich.

Biobauer Christian Riedel lud BILD der FRAU auf seinen Hof ein, um über das Kükensterben zu sprechen. Außerdem zeigte er uns wie moderne Landwirtschaft funktioniert und wie glückliche seine Hühner sind.

Biobauer Christian Riedel meldete sich bei uns, um über das Thema Kükenschreddern zu sprechen. Er lud BILD der FRAU ein, sich selbst ein Bild zu machen von moderner Landwirtschaft. Uns erzählt er im Interview wie glücklich seine Hühner sind und warum Kükensterben vermieden werden muss.

Kein Kükensterben: Biobauer Christian Riedel zeigt seinen Hof

Die Sonne brennt und der Vorzeige-Effekt verpufft: Alle Hühner, die draußen auf einer riesigen Weidefläche scharren und picken könnten, drängen sich in den Stall. Hühner mögen keine heiße Sonne. Christian Riedel glaubt trotzdem, dass es seinen 18 000 Legehennen gut geht.

"Sie sind neugierig und entspannt", sagt der Landwirt, als wir der Hygienevorschriften wegen in Schutzanzügen einen der sechs Ställe betreten.

Je länger wir an einer Stelle stehen, desto mehr Hühner scharren sich um unsere Füße und picken zart auf den Schuhen herum. Ein Zeichen von gesunder Neugier – könnte ja etwas zum Fressen sein. Trotzdem: Ich hatte mir einen Biohof idyllischer vorgestellt. Aber in herkömmlichen Betrieben müssen sich neun Hühner einen Quadratmeter im Stall teilen. Hier sind nur sechs Tiere erlaubt. Auslauf haben Legehühner sonst gar nicht. Bei Christian Riedel steht jedem Tier eine Vier-Quadratmeter-Fläche zur Verfügung.

"Ich wünsche mir auch, dass das Kükensterben bald ein Ende hat"

Der Eier-Produzent will mit BILD der FRAU über das Thema Kükenschreddern und die immer noch nicht marktreifen, technischen Verfahren zur Geschlechtererkennung im Ei sprechen. Christian Riedel sagt: "Ich wünsche mir auch, dass das Kükensterben bald ein Ende hat, aber ob die Maschinen die Mengen von Eiern bearbeiten können, die wir brauchen, ist noch nicht vollends erprobt. Und manchen Tierschützern geht vielleicht auch das Aussortieren der männlichen Embryonen moralisch zu weit."

Bei Christian Riedel werden keine Küken getötet, denn er hält ausschließlich Legehennen und züchtet die Tiere nicht selbst, sondern kauft sie. Doch er hat eine Mission: "Wir müssen ehrlicher miteinander sein – Tiere dürfen nie gequält werden, aber Landwirtschaft ist kein Streichelzoo und wird es auch nie werden."

"Wir ziehen männliche Küken auf – bei uns werden sie nicht getötet!" Auch für Biobäuerin Bärbel Bird ist das Kükensterben keine Option.

So geht's vom Stall in den Karton

Riedel erklärt Reporterin Claudia Kirschner den sogenannten "Farm-Packer": Die frisch gesammelten Eier bekommen dabei den Bio-Stempel. Bei der Qualitätskontrolle wird jedes Ei durchleuchtet. Dabei wird unter anderem nach Haarrissen gesucht. Ist alles okay, wandern die Eier über die elektrische Waage direkt in den Eierkarton.

FAKTEN-CHECK: Männliche Küken

  • 50 Millionen werden pro Jahr in Deutschland geschreddert oder vergast, denn nur weibliche Küken eignen sich zur Eierproduktion.
  • Neue Verfahren erkennen das Geschlecht im drei Tage alten Ei. Männliche Embryonen würden dann nicht weiter bebrütet.
  • Diese Eier könnten z.B. in der Futtermittelherstellung verwertet werden.

---

Wir fragen uns schon länger: Wann kommt endlich das Kükenschreddern-Verbot? Im Ausland werden Küken mitunter zu Ostern bunt gefärbt, eine besonders perfide Art der Tierquälerei.

Woran Sie erkennen, ob bei Lebensmitteln auf das Tierwohl geachtet wurde, erfahren Sie im Video:

So erkenne ich, ob bei Lebensmitteln auf das Tierwohl geachtet wurde

Panorama Video

So erkenne ich, ob bei Lebensmitteln auf das Tierwohl geachtet wurde

Beschreibung anzeigen

Noch mehr spannende Tierbeiträge finden Sie auf unserer Themenseite Haustiere.

Seite