22.01.2019

Bei Schnee beachten Morgens um 7 Uhr muss geschippt sein! 12 Winter-Regeln

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Pflicht zum Schneeräumen als Grundstücksbesitzer: Bei Schneefall über Nacht müssen die Gehwege unbedingt schon ab 7 Uhr morgens geräumt sein. Welche weiteren Regeln es bei Schnee einzuhalten gilt, lesen Sie hier.

Foto: iStock/aetb

Pflicht zum Schneeräumen als Grundstücksbesitzer: Bei Schneefall über Nacht müssen die Gehwege unbedingt schon ab 7 Uhr morgens geräumt sein. Welche weiteren Regeln es bei Schnee einzuhalten gilt, lesen Sie hier.

Keine Ahnung, wie das Wetter vor Ihrer Haustür gerade ist, aber besser, man ist vorbereitet. Bei Schnee und Eis sollten Sie diese Regeln besser beachten.

Wenn es draußen schneit, freuen sich besonders die Kinder! Doch wussten Sie, dass ein harmlos gemeinter Scherz mit einem Schneeball richtig teuer werden kann? Bei Schnee und Eis gibt es einige Regeln und Pflichten, etwa beim Schneeräumen, die man unbedingt beachten sollte.

Winter-Regeln: Pflicht zum Schneeräumen und Co

1. Beim Schneeschaufeln auf Zeiten achten: Gehwege müssen schon frühmorgens frei sein.

In der Woche müssen Gehwege generell ab 7 Uhr, am Wochenende ab 9 Uhr geräumt sein – also solche auf dem Grundstück sowie die angrenzenden öffentlichen Gehwege. Verpflichtet sind dazu Grundstückseigentümer und Vermieter. Die freie Fläche soll dabei so breit sein, dass zwei Personen aneinander vorbeigehen können. Rutscht jemand aus, weil ab 7 Uhr nicht geräumt ist, werden Sie für Schäden durch die Verletzung haftbar gemacht.

2. Schnee nicht einfach auf die Straße schippen.

Er wird in der Regel am Bordstein aufgetürmt, damit das Wasser bei Tauwetter gut in Kanalisation oder Boden versickern kann.

3. Achtung, Wintersportler: Beim Rodeln gibt's Regeln.

Es gelten allgemein die Verkehrsregeln des Internationalen Skiverbandes: Überholt werden darf von rechts und links, aber immer mit Abstand. Der Überholte muss für alle Bewegungen jederzeit genügend Raum behalten.

4. Nur ein Guckloch im vereisten Autofenster ist nicht erlaubt.

Alle Scheiben müssen frei sein. Es reicht nicht, nur die Frontscheibe zu kratzen. Kostet sonst 10 Euro Bußgeld.

5. Auto vor der Fahrt komplett von Schnee befreien.

Das ganze Fahrzeug muss schneefrei sein. Dazu gehören auch Dach, gesamte Front und Motorhaube sowie die Lichter – inklusive Nummernschild- Beleuchtung und das Kennzeichen selbst. Allein dafür werden sonst 5 Euro Verwarnungsgeld fällig, für ein verschneites Dach 25 Euro.

6. Winterreifen müssen immer ausreichend Profil haben.

Eine Pflicht für Winterreifen gibt es nicht. Allerdings muss die Bereifung jederzeit den Witterungsverhältnissen angepasst sein. Sonst werden 60 Euro Bußgeld fällig. Kommt es bei Glatteis, Schneematsch, Eis-oder Reifglätte ohne Winterreifen zum Unfall, kann es daher auch mit der Versicherung Probleme geben. Winterreifen müssen gesetzlich eine Profiltiefe von mindestens 1,6 Millimeter haben. ADAC-Experten raten zu 4 Millimeter.

7. Bei zugeschneiten Verkehrsschildern auf die Form achten.

Wenn die markante Form eines dreieckigen "Vorfahrt gewähren" oder achteckigen "Stopp"- Schildes zu erkennen ist, muss das Verkehrszeichen trotz der Schneehülle beachtet werden. Bei runden, völlig verschneiten Schildern wird nur von Ortskundigen erwartet, dass sie sich daran halten, weil sie das Verkehrszeichen kennen.

8. Tempolimit gilt auch mit Zusatzschild "Schneeflocke", das vor unerwarteter Glatteisbildung warnt.

Tempolimits müssen grundsätzlich immer eingehalten werden! Das Zusatzsymbol mit der Schneeflocke ist nur eine Ergänzung, die Autofahrer auf winterliche Bedingungen hinweisen soll.

9. Räumfahrzeuge dürfen überholt werden.

Das gilt jedenfalls, wenn der Platz reicht. Allerdings ist ein Überholmanöver auf schneeglatter Straße riskant. Außerdem geht's hinter dem Räumfahrzeug schneller voran, weil die Straße dort bereits frei ist, davor dagegen nicht.

10. Ist der Radweg nicht geräumt, können Radler die Straße benutzen.

Selbst wenn die Radwegnutzung durch ein Verkehrsschild vorgeschrieben ist: Bei Schnee und Eis auf dem Radweg darf die Fahrbahn genutzt werden.

11. Nicht mit dem Schlitten am Fahrrad das Kind in die Kita bringen.

Dafür ist die Geschwindigkeit zu hoch und der Schlitten über das Seil nicht kontrollierbar. Dadurch werden das Kind und andere Verkehrsteilnehmer gefährdet.

12. Wer andere mit Schneebällen bewirft, riskiert teuren Ärger.

Generell verboten ist es zwar nicht, Schulen können aber ein "Schneeballschlacht-Verbot" aussprechen. Kritisch wird es dann, wenn im Eifer des Gefechts jemand dadurch verletzt wird. Vor Gericht geht es dann bei einer Schadensersatzklage darum, ob die Verletzung vorsätzlich, also ganz gezielt verübt wurde. Als fahrlässig gilt, die Gefahr zwar zu erkennen, aber dennoch eine Verletzung in Kauf zu nehmen.

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Es bestehen im Winter bei Schnee und Eis also neben der Pflicht zum Schneeräumen noch weitere Regeln, an die wir uns alle halten sollten, damit niemand zu Schaden kommt. Fanden Sie diesen Artikel interessant? Dann informieren Sie sich unbedingt auch über weitere Rechte & Pflichten im Winter: Winterdienst, Heizpflicht & Co. Noch mehr Wissenswertes rund um Ihre Rechte und Pflichten – ganz unabhängig von Schnee und Eis – finden Sie auf der Themenseite Ratgeber Recht Viel Freude beim Stöbern!

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