28.12.2018

Alles auf einen Blick Steuern, Kindergeld, Mütterrente: Das ändert sich 2019

Auch 2019 wird es wieder viele wichtige Änderungen geben. Hier erfahren Sie welche das sind.

Foto: iStock/oatawa

Auch 2019 wird es wieder viele wichtige Änderungen geben. Hier erfahren Sie welche das sind.

2019 wird es wieder zahlreiche Änderungen in Deutschland geben. Was alles im kommenden Jahr neu sein wird – erfahren Sie hier.

Mit dem neuen Jahr gibt es auch zahlreiche Veränderungen und neue Gesetze. Von der Steuererklärung über Pfandflaschen bis hin zu neuen Geldscheinen – hier gibt's die wichtigsten Änderungen 2019.

Mehr Zeit für die Steuererklärung

Wer seine Steuererklärung selber macht, musste diese immer bis Ende Mai für das vorherige Jahr beim Finanzamt abgeben. Das ändert sich ab 2019. Ab sofort muss die Steuererklärung erst am 31. Juli beim Amt sein. Stellt ein Steuerberater oder ein Lohnsteuerhilfeverein alles für das Finanzamt zusammen, müssen die Unterlagen von 2018 sogar erst bis zum 29. Februar 2020 eingereicht werden.

Aber Vorsicht: Steuerpflichtige, die die Frist versäumen und keine Fristverlängerung beantragt haben, sollen ab 2019 automatisch mit einem Verspätungszuschlag belegt werden. Bislang lag es im Ermessen des jeweiligen Finanzamts, diesen auszusprechen.

Pfand auf noch mehr Getränkeflaschen

Das Pfandsystem für Getränkeflaschen wird ausgeweitet. Laut der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen wird ab Januar für folgende Getränke 25 Cent Pfand fällig:

  • Frucht- und Gemüse-Nektare mit Kohlensäure in Einwegverpackungen
  • Mischgetränke mit einem Molkeanteil von mindestens 50 Prozent
  • Vanillemilch
  • einige Energydrinks

Weiterhin kein Pfand werde auf Säfte und Wein fällig. Die Supermärkte sollen ab Jahreswechsel für den Kunden besser erkennbar machen, wo Einweg- und wo Mehrwegflaschen stehen. Der Kunde soll sich so bewusster entscheiden können.

Neue Geldscheine

Ab dem 28. Mai gibt die Europäische Zentralbank (EZB) neue 100- und 200-Euro-Scheine heraus. Diese sind mit neuen Sicherheitsmerkmalen ausgestattet, die eine Fälschung erschweren sollen. Außerdem sind die neuen Scheine ein bisschen kleiner als die Vorgänger, so dass sie besser ins Portemonnaie passen. Die alten Scheine behalten weiterhin ihre Gültigkeit.

Das ändert sich für Steuerzahler

Auch für Steuerzahler gibt es einige Änderungen 2019. Viele können mit Steuerentlastungen rechnen. So wird beispielsweise der steuerliche Kinderfreibetrag angepasst – er soll von 7428 auf 7620 Euro erhöht werden.

Der Grundfreibetrag, bis zu dem ein Single keine Steuern zahlen muss, steigt 2019 von 9000 Euro auf 9168 Euro Jahresverdienst. Für Paare gilt der doppelte Betrag. Was sich sonst noch für Steuerzahler im Jahr 2019 ändert, das lesen Sie hier.

Schutz vor zu hohen Mieten

Ab Januar sollen Mieter besser vor Kostensprüngen bei der Miete geschützt werden. Nach Modernisierungen darf die Miete künftig binnen sechs Jahren nur noch um maximal drei Euro pro Quadratmeter steigen, in bestimmten Fällen nur um zwei Euro. Ein weiterer Vorteil für die Mieter: Von den Modernisierungs-Kosten können statt elf Prozent noch acht Prozent auf die Mieter umgelegt werden. Zudem müssen Vermieter neuen Mietern offenlegen, was der vorherige Mieter gezahlt hat.

Mehr Mütterrente

Die Mütterrente wird ab Januar 2019 deutlich ausgeweitet. Erziehungszeiten für vor 1992 geborene Kinder werden stärker angerechnet. Die betreffenden Renten werden so pro Kind um 16,02 Euro brutto im Westen und um 15,35 Euro im Osten erhöht. Wer bereits Rente bezieht, wird von der Mütterrente II erst im Laufe der ersten Jahreshälfte 2019 etwas im Portemonnaie spüren (ab Januar zustehende Rentenerhöhungen werden aber nachgezahlt).

Das Absicherungsniveau der gesetzlichen Rente wird zudem bis 2025 konstant gehalten. Das Verhältnis der Renten zu den Löhnen wird bei mindestens 48 Prozent festgeschrieben. Der Rentenbeitragssatz soll bis dahin zudem die 20-Prozent-Marke nicht überschreiten.

I-Tan-Listen beim Online-Banking werden abgeschafft

Laut der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen dürfen I-Tan-Papierlisten, die per Post verschickt werden, ab dem 14. September 2019 nicht mehr fürs Online-Banking genutzt werden. Die Listen erfüllen die Sicherheitsanforderungen der Zweiten Europäischen Zahlungsdienste-Richtlinie nicht mehr.

Kindergeld wird erhöht

Ab Juli wird das Kindergeld um zehn Euro pro Monat erhöht. Der Kinderfreibetrag erhöht sich für Paare, die steuerlich zusammen veranlagt sind, von 4788 Euro auf 4980 Euro. Allerdings gibt es – wie bisher auch – nur eines von beidem. Das Finanzamt prüft im Einzelfall von sich aus, ob Kindergeld oder Kinderfreibetrag günstiger sind.

Jobtickets sind steuerfrei

Um die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel attraktiver zu machen, sind Jobtickets künftig steuerfrei. Arbeitnehmer, die die Monatskarte kostenlos oder verbilligt bekommen, müssen die Ersparnis nicht mehr versteuern. Die steuerfreien Leistungen werden aber auf die Entfernungspauschale angerechnet.

Beitrag zur Arbeitslosenversicherung wird sinken

Der Arbeitslosenversicherungsbeitrag wird von drei auf 2,5 Prozent des Bruttoeinkommens gesenkt. Durch eine Gesetzesänderung wurde der Beitragssatz dauerhaft um 0,4 Prozentpunkte gesenkt. Per Verordnung wurde eine Senkung um zusätzliche 0,1 Prozentpunkte bis Ende 2022 befristet. Den Beitrag tragen Arbeitnehmer und Arbeitgeber je zur Hälfte.

Änderungen bei der Kranken- und Pflegeversicherung

Wie jedes Jahr werden die Beitragsbemessungsgrenzen angehoben: Die bundeseinheitliche Grenze in der Kranken- und Pflegeversicherung steigt von 4425 auf 4537,50 Euro im Monat. Das bedeutet: Für diese 112,50 Euro mehr an Verdienst werden nun noch Beiträge für die Kranken- und Pflegekasse erhoben. Erst das gesamte Einkommen oberhalb von 54.450 Euro bleibt beitragsfrei. Der Höchstbetrag zur gesetzlichen Krankenversicherung (nur Arbeitnehmeranteil – ohne Zusatzbeitrag) steigt dadurch auf 331,24 Euro im Monat.

Entlastungen für gesetzlich Krankenversicherte

Die Mitglieder der gesetzlichen Krankenkassen werden entlastet – die Arbeitgeber müssen wieder die Hälfte des gesamten Beitrags zahlen. Ab 1. Januar 2019 finanzieren sie auch die von den Mitgliedern bisher allein zu zahlenden Zusatzbeiträge zu gleichen Teilen mit. Außerdem senken viele Krankenkassen ihre Preise – erfahren Sie hier, welche Kassen dazu gehören.

Mindestlohn steigt

Der gesetzliche Mindestlohn steigt zum 1. Januar von derzeit 8,84 Euro brutto auf 9,19 Euro je tatsächlich geleisteter Arbeitsstunde und ab dem 1. Januar 2020 auf 9,35 Euro.

Hartz IV-Satz wird erhöht

Alleinstehende mit Hartz IV bekommen im neuen Jahr acht Euro mehr pro Monat. Der Regelsatz steigt dann auf 424 Euro. Wer mit einem anderen bedürftigen Erwachsenen wie dem Ehepartner in einer Wohnung lebt, für den steigt der Satz um acht auf 382 Euro. Für Jugendliche von 14 bis 17 Jahren gibt es eine Erhöhung um sechs auf 322 Euro.

Übrigens: Hartz-IV-Empfänger müssen Unterlagen nicht kopieren – hier mehr erfahren.

Zeitlich befristete Teilzeit

Eine weitere Änderung 2019 ist die zeitlich befristete Teilzeit, die ab Januar eingeführt wird. Die vereinbarte Arbeitszeit kann künftig für ein bis fünf Jahre verringert werden. Danach müssen die Arbeitgeber die Rückkehr in Vollzeit ermöglichen.

Diese Regelung gilt in Unternehmen mit mindestens 45 Beschäftigten, wenn der Mitarbeiter mindestens ein halbes Jahr in dem Betrieb ist. Arbeitgeber mit 46 bis 200 Beschäftigten müssen nur einem von 15 Arbeitnehmern den Anspruch auf Brückenteilzeit gewähren.

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