23.11.2018

Enthüllung ARD deckt auf: Gefährliche Pestizide beim Anbau der Haselnüsse für Nutella

Nutella ist nicht wegzudenken von unseren Frühstückstischen. Aber wie gesund sind die darin enthaltenen Haselnüsse?

Foto: iStock/gojak

Nutella ist nicht wegzudenken von unseren Frühstückstischen. Aber wie gesund sind die darin enthaltenen Haselnüsse?

Die Haselnuss-Schokocreme Nutella gehört zu den beliebtesten Brotaufstrichen auf Deutschlands Frühstückstischen. Jetzt enthüllt eine ARD-Reportage: beim Anbau der Haselnüsse kommen gefährliche Pestizide zum Einsatz…

Ferrero ist der weltweit größten Schokoladenhersteller und sehr gut im Geschäft. Seine Produkte Nutella, Kinderschokolade, Hanuta, Duplo und Rocher genießen inzwischen regelrechten Kultstatus im Süßigkeitensortiment. Vor allem Nutella ist zu einer Volksdroge am Frühstückstisch geworden. Für die Herstellung seiner Produkte nutzt Ferrerro eine beinahe unermessliche Menge an Haselnüssen. Und die müssen im Ausland angebaut werden, in europäischen Nachbarländern wie der Türkei, dem aktuellen Marktführer, und Italien. Inzwischen ist auch Chile zu einer bedeutenden Größe im Anbau von Haselnüssen avanciert. Jetzt hat die ARD aufgedeckt, dass dabei Pestizide zum Einsatz kommen, die in der EU verboten sind…

Über Haselnüsse für Nutella und gefährliche Pestizide

In einer Sendung des ARD-Weltspiegels vom 18.11.2018 beschäftigen sich die Reporter mit den Argrarpraktiken der Landwirte in Chile. Dabei kommen auch Bauern und Industrie-Insider zur Sprache, die für den Ferrerro-Konzern Haselnüsse anbauen. Dabei erklärt Haselnuss-Bauer David Valenzuela vor der Kamera: "Wir besprühen den Boden mit Glyphosat und anderen Unkrautvernichtungsmitteln, die verschiedene Namen tragen." Die meisten dieser Mittel sind auch in Europa erlaubt, nicht aber das hochgiftige Argrarmittel Paraquat. Es kann zu Krebs und Fortpflanzungsproblemen führen.

Laut einem Insider nutzen die Arbeiter auf den Haselnussplantagen das in Europa seit fast zehn Jahren verbotene Mittel, weil es verträglicher sei als Glyphosat. Rechtlich ist der Einsatz von Paraquat in Chile aber erlaubt. Doch auch Glyphosat steht trotz seiner Zulassung in der EU in Verdacht, Krebs zu erregen.

Untersuchungen fanden bislang keine Rückstände in Nutella

Unabhängige Studien von Nutella aus jüngerer Zeit haben ergeben, dass es keine Rückstände von Paraquat in Nutella gibt. Auf Anfrage der ARD teilte Ferrero mit: "Unsere eigenen chilenischen Plantagen verwenden seit Jahren kein Paraquat. Alle Haselnüsse werden (...) auf mögliche Kontaminanten wie Paraquat (...) analysiert. Bisher wurden keine Rückstände gefunden." Zu diesem Schluss kam zuletzt auch Öko-Test in einer Studie von März 2018.

Pestizide können sich auch auf die Gesundheit vom Menschen negativ auswirken. Lesen Sie, was Pestizide eigentlich sind, ob Sie diese einfach abwaschen können, und woran Sie gespritzte Lebensmittel erkennen.

Chilenische Kinder können Pestizide aufnehmen

Auch wenn in den Haselnüssen, die Europa erreichen, keine Reste des Gifts gefunden werden können, schadet die Verwendung der Pestizide der Bevölkerung vor Ort. Vor allem die Kinder sind dabei in Gefahr, da zahlreiche Schulen direkt neben den Argrarfeldern liegen. Schadstoffe wurden schon im Urin der Kinder gefunden, und Schulleiter klagen über Kinder mit großen Lernschwächen, die sie auf die Nebenwirkung der Pestizide zurückführen. Nicht zuletzt nehmen auch die Arbeiter auf dem Feld die Schadstoffe unmittelbar auf.

Der effektive Unkrautvernichter Paraquat erweist sich so als ein schleichender Vernichter der Bevölkerung um die Haselnussplantagen.

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Auch das Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat gilt als hochgiftig – woran ein Verbot in Deutschland bislang gescheitert ist.

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