12.09.2018

Beim Magazin wird umgebaut Bald keine „Motorwelt“ mehr für ADAC-Mitglieder im Briefkasten?

Reportagen und Berichte rund um Auto, Mobilität, Service, Reise und Freizeit – darauf konnten sich die Vereinsmitglieder regelmäßig im Briefkasten freuen. Doch nun plant der ADAC ein drastisches Sparprogramm.

Foto: imago/Future Image

Reportagen und Berichte rund um Auto, Mobilität, Service, Reise und Freizeit – darauf konnten sich die Vereinsmitglieder regelmäßig im Briefkasten freuen. Doch nun plant der ADAC ein drastisches Sparprogramm.

Die ADAC "Motorwelt" ist das Aushängeschild und zentraler Kommunikationskanal von Europas größtem Automobilclub. Das hochwertige Magazin wird kostenlos an alle Mitglieder verschickt. Doch jetzt kommen große Veränderungen auf die Abonnenten zu…

Man mag es nicht glauben, aber mit 13 Millionen Exemplaren ist die ADAC "Motorwelt" die auflagenstärkste Zeitschrift Europas. Das Magazin, in dem sich Mitglieder des namhaften Automobilclubs als Erste und kostenlos über die neuesten Trends, die attraktivsten Automobile und wichtigsten Gesetzesänderungen rund um die Verkehrswelt informieren können, wurde 1945 gegründet. Es erscheint aktuell zehnmal im Jahr. Doch in naher Zukunft stehen einige drastische Veränderungen an.

Mitgliederzeitschrift Motorwelt wird in bisheriger Form eingestellt

Nach Informationen der WirtschaftsWoche hat der Verkehrsclub beschlossen, ab 2020 die ADAC "Motorwelt" nicht mehr monatlich herauszubringen und auch nicht mehr an seine rund 20 Millionen Mitglieder zu verschicken. Das gedruckte Heft soll noch hochwertiger produziert werden, aber dann nur noch viermal im Jahr erscheinen. Treue Leser können es sich dann nur noch bei dem ADAC persönlich holen oder bei einem Partner des Verkehrsclubs, wie z.B. Tankstellen. Das würde das Magazin näher zu einer Zeitschrift wie der Apotheken Umschau rücken, die es auch nur in Apotheken gibt.

Auf Anfrage der Wirtschaftswoche nahm Geschäftsführer Alexander Möller Abstand von diesen Spekulationen und teilte mit, "dass wir im Rahmen unseres ambitionierten Zukunftsprogramms Pole Position auch die Kommunikationsaktivitäten und -kanäle des ADAC neu aufstellen und positionieren." Inwieweit diese Maßnahmen als Teil einer neuen digitalen Kommunikationsoffensive die "Motorwelt" betreffen werden, dazu wollte er sich nicht äußern.

Warum soll es weniger "Motorwelt"-Magazine geben?

Von Branchenexperten werden unter anderem die hohen Druck- und Portokosten der gedruckten Auflage, die bis zu 15 Millionen Leser jeden Monat erreicht, für die bevorstehenden Veränderungen angeführt. Diese Kosten werden durch die Werbeanzeigen im Heft kaum gedeckt. Und die Verringerung der Print-Auflage wird als Reaktion auf die Entwicklung gewertet, dass sich Leser jetzt immer mehr online Informationen ziehen. Entsprechend wird das Online-Angebot der ADAC noch weiter ausgebaut werden müssen. Ein formeller Beschluss dieser Änderungen wird für Ende des Jahres erwartet.

Diese großen Veränderungen sind auch eine bewusste Hinwendung zu jungen Menschen, die der Automobilclub mit seinen Internet-Kampagnen anzusprechen versucht. Ob sich dadurch ein Großteil der Leser der traditionsträchtigen „Motorwelt“, die laut statistischer Erhebung deutlich über 50 Jahre alt sind, nicht vor den Kopf gestoßen fühlen werden?

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Der Medienwandel von Print hin zu Online erreichte zuletzt auch die Auflage des Otto-Katalogs.

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