31.08.2018

Tolle Bewegung, die Mut macht Instagram-Hype #SaggyBoobsMatter: Hängende Brüste, na und?

Die Instagram-Bewegung #SaggyBoobsMatter will Frauen dazu animieren, ihre hängenden Brüste nicht zu verstecken – sondern stolz zu präsentieren.

Foto: iStock / PeopleImages

Die Instagram-Bewegung #SaggyBoobsMatter will Frauen dazu animieren, ihre hängenden Brüste nicht zu verstecken – sondern stolz zu präsentieren.

Bloggerin Chidera Eggerue hat mit #SaggyBoobsMatter eine Instagram-Initiative ins Leben gerufen, die Frauen dazu animieren soll, sich auch mit hängenden Brüsten zu zeigen. Die ermutigende Bewegung kommt gut an...

Jetzt mal ehrlich: Kennen Sie auch nur irgendeine Frau ab einer, sagen wir mal, Körbchengröße B, deren Brüste kerzengerade im 90-Grad-Winkel nach vorn vom Körper abstehen? Natürlich nicht. Apropos natürlich: Natürlich ist es, dass die weibliche Brust vor allem mit zunehmendem Alter an Elastizität verliert. Je nach Größe und Bindegewebe-Veranlagung eben mal mehr, mal weniger. Aber nie gar nicht!

Warum der Schwerkraft zu trotzen versuchen, wo es doch offenkundig wider die Natur ist? Warum sich in ein Tragegestell zwängen, nur um das vermeintlich perfekte Dekolleté präsentieren zu können – das in etwa so natürlich wirkt wie die blonden Haare von Daniela Katzenberger? Das dachte sich auch Bloggerin Chidera Eggerue – und startete die Hashtag-Bewegung #SaggyBoobsMatter, was so viel heißt wie "hängende Brüste sind auch was wert."

#SaggyBoobsMatter: Hängende Brüste, na und?

Chidera Eggerue war gerade einmal 19, als sie beschloss, keinem Schönheitsideal mehr hinterherzurennen – stattdessen zu mögen, was sie vor sich im Spiegel sieht, und fortan keinen BH mehr zu tragen – trotz hängender Brüste.

Auf ihrem eigenen Blog "theslumflower" fing die heute 23-Jährige deshalb irgendwann an, sich unter dem Hashtag #SaggyBoobsMatter so zu präsentieren, wie die Natur sie geschaffen hat – und damit dem leider immer noch weit verbreiteten Schönheitsideal des festen, straffen und vor allem tadellos nach vorne stehenden Busens die Stirn zu bieten. Das macht sie mit viel Humor – wie etwa im nebenstehenden Post zu lesen ist. Dort schreibt Chidera Eggerue zu ihrem Foto: "Wie man hängende Brüste stylt – eine Anleitung. Schritt 1: Einfach das verdammte Outfit tragen. Schritt 2: Daran denken, sich keinen Kopf zu machen. Wir müssen schließlich alle sterben."

Die Resonanz auf ihre vielen Posts ist überwältigend – immer mehr Frauen aus aller Welt, ob dick oder dünn, alt oder jung, weiß oder farbig, teilen unter dem Hashtag Fotos von sich ohne BH unter der Kleidung oder nur im BH, aber immer so, dass ihre hängenden Brüste nicht versteckt werden.

Auch der derzeitige BH-Trend geht eher in Richtung Freiheit und natürliche Busenform. Werfen Sie mal einen Blick auf den Bralette.

Bloggerin nimmt ernstes Thema mit viel Humor

Längst ist die Bloggerin aus Großbritannien mit ihrer #saggyboobsmatter-Bewegung populär geworden, hat bereits Dutzende Interviews gegeben und es in ihrem Heimatland schon ins Fernsehen geschafft.

Dabei beweist die junge Frau immer wieder, dass ein solch wichtiges Thema neben all der ihm gebührenden Ernsthaftigkeit durchaus auch mit reichlich Witz untermalt werden kann – ohne ins Lächerliche abzurutschen. So schreibt sie unter ein weiteres Foto von sich (rechts zu sehen): "Sprecht mir nach: Brüste sind keine Anti-Schwerkraft-Objekte."

In einem anderen Post empfiehlt sie Frauen Folgendes: "Das nächste Mal, wenn Dich ein Mann fragt, warum Deine Brüste hängen, frag ihn einfach, warum seine Hoden hängen."

Kaum eine Frau hat übrigens identische Brüste. Eine 24-Jährige erzählt, warum sich ihr Unternehmen auf BHs mit unterschiedlich großen Körbchen spezialisiert hat.

Ernsthaftigkeit bleibt aber nicht auf der Strecke

Weil es Chidera Eggerue bei allem Humor aber vor allem um den Ernst der von ihr ins Leben gerufenen Bewegung geht, hat sie jetzt sogar ein Buch darüber geschrieben. Es ist eine Art Ratgeber, mit dem sie ebenfalls Mut machen will, sich nicht fremdbestimmen zu lassen, sondern sich selbst zu lieben und eher an einem Gemeinschaftsgefühl zu arbeiten. Denn zusammen mit Gleichgesinnten ist alles viel einfacher zu bewältigen.

Über ihre Bewegung sagte sie der britischen Zeitung "Guardian": "Eine Sache, die ich gelernt habe: Wenn man versucht, jemanden von etwas abzubringen, woran er aber sein ganzes Leben lang geglaubt hat, muss man sehr sanft vorgehen, denn für denjenigen bricht erst einmal eine Welt zusammen." Das Thema müsse leicht zugänglich behandelt werden, sagt sie, es muss Menschen dort abholen, wo es gut für sie ist. Das scheint Chidera Eggerue sehr gut gelungen zu sein!

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Es ist schön und wichtig, dass in Zeiten von Size-Zero-Models solche "Body Positivity"-Kampagnen immer mehr an Bedeutung zulegen. Wir zeigen drei weitere tolle Projekte, die Frauen mit vermeintlichen Schönheitsmakeln feiern.

#saggyboobsmatter ist nicht die erste solcher Bewegungen. Kennen Sie schon #takebackpostpartum? Der Instagram-Kanal zeigt reale Fotos von Müttern, wie sie nach der Geburt aussehen: ungeschönt, aber genau deswegen einfach großartig!

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