Aktualisiert: 27.08.2020 - 12:18

Maskenpflicht und Kinderbonus Verbraucher aufgepasst! Das ändert sich im September 2020

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Ein Euro pro Tippfeld – das wird in Zukunft nicht mehr reichen, denn das Lottospielen wird teurer. Was sich im September sonst noch für Verbraucher ändert:

Ein Euro pro Tippfeld – das wird in Zukunft nicht mehr reichen, denn das Lottospielen wird teurer. Was sich im September sonst noch für Verbraucher ändert:

Verbraucher müssen sich wieder auf einige Neuerungen im Alltag gefasst machen. Wie es mit der Maskenpflicht in Deutschland weitergeht, warum Lotto-Spieler künftig tiefer in die Tasche greifen müssen und wem der Kinderbonus Mehrwert bringt:

Der Monatswechsel von August auf September verspricht traditionell einige Veränderungen für Verbraucherinnen und Verbraucher – da rüttelt auch die besondere Corona-Lage nicht daran. Während Eltern ab dem neuen Monat profitieren, schauen Lotto-Fans eher in die Röhre. Und auch in Sachen Corona-Maßnahmen ändert sich was. Wir erklären Ihnen die Änderungen zum 1. September.

September-Änderungen im Überblick

1) Lotto spielen wird teurer

Wer sein Glück gerne in der Lotterie sucht, muss nun erst einmal tiefer in die Tasche greifen. Ab dem 23. September kostet der klassische Lottoschein für das Spiel "6 aus 49" nämlich mehr: Für ein Tippfeld für die Mittwochs- und Samstagsziehungen müssen Sie dann satte 1,20 Euro zahlen statt wie bisher 1 Euro. Spieler würden am Ende allerdings profitieren – wenn sie Glück haben. Jürgen Häfner, Geschäftsführer der federführenden Gesellschaft Lotto Rheinland-Pfalz erklärt: "So erhöhen sich in allen Gewinnklassen die theoretischen Gewinnquoten, auch bei einem einfachen Sechser ohne Superzahl werden dann deutlich mehr Millionengewinne möglich sein."

Der Jackpot wird allerdings künftig auf eine Höchstsumme von 45 Millionen Euro beschränkt. Damit ändert sich das Vorgehen, den Topf zu leeren, wenn zuvor zwölfmal in Folge niemand sechs Richtige mit passender Superzahl hatte. Die Laufzeit fällt nun weg, die Höchstsumme wird entscheidend für die Ausschüttung.

2) Corona-Maßnahmen: Bahn will Maskenpflicht strenger kontrollieren

Seit geraumer Zeit herrscht Maskenpflicht in vielen Bereichen des öffentlichen Lebens in Deutschland – so auch in den Zügen der Deutschen Bahn. Doch nicht jeder hält sich daran. Während es durchaus Menschen gibt, die aus gesundheitlichen Gründen auf Mund-Nasen-Bedeckung verzichten sollen, kursieren leider auch jede Menge falsche Atteste, andere Maskenverweigerer legen es mit Nichttragen einfach drauf an und streiten sich im Zweifel auch mit dem Bahnpersonal. Das soll sich jetzt ändern: Die Kontrollen sollen ab September stärker ausfallen. Bisher hat die Bahn die Einhaltung der Maskenpflicht zusammen mit der Bundespolizei täglich in rund 60 Fernverkehrszügen kontrolliert. Diese Anzahl soll jetzt auf etwa 120 Züge am Tag verdoppelt werden. Die Bahn betont, dass die Mehrheit der Fahrgäste die Bedeckung bisher "vorbildlich" getragen habe. Dennoch wolle man weiterhin auf Prävention setzen und die Überprüfung ausbauen.

Die Maskenpflicht gilt aber nicht nur in den Zügen, sondern auch auf anderem DB-Grund: Auf Innenstadt-Bahnhöfen soll vor allem am Abend stärker kontrolliert werden, denn hier wird weit häufiger gegen die Maskenpflicht verstoßen. Gegenüber der Deutschen Presse-Agentur äußert sich Bahn-Sicherheitschef Hans-Hilmar Rischke: "Maske tragen ist keine unverbindliche Empfehlung, sondern Pflicht. Es ist deshalb für uns nicht hinnehmbar, wenn sich Einzelne nicht an die Regeln halten."

3) Kinderbonus: Auszahlungen beginnen

Familien bekommen nach den Corona-Maßnahmen in den vergangenen Monaten nun einen besonderen Kinderbonus in Höhe von 300 Euro – pro Kind. Am 7. September sollen die Familienkassen mit der Auszahlung beginnen, teilte das Bundesfinanzministerium mit. Zunächst wird demnach eine erste Rate von 200 Euro überwiesen, die zweite Rate von 100 Euro folgt dann im Oktober. Der Bonus ergänzt das Kindergeld und wird zusätzlich ausgezahlt.

Allerdings legt die Endziffer der Kindergeldnummer fest, wann der Kinderbonus auf dem elterlichen Konto landet. Gleich am 7. September dürfen sich Inhaber einer Nummer mit einer Null am Ende freuen. Die Auszahlungen erfolgen dann der Reihe nach im September. Der Kinderbonus steht allen 18 Millionen kindergeldberechtigten Kindern und jungen Menschen in Deutschland zu.

4) Schulstart in Bayern und Baden-Württemberg

Im September gehen die Sommerferien auch in den letzten beiden Bundesländern zu Ende – und in Baden-Württemberg und Bayern wird nun nach den Einschränkungen der vergangenen Monate wieder der Regelbetrieb in den Schulen aufgenommen. In Bayern gehen die Schüler ab 7. September wieder in die Schule, in Baden-Württemberg folgen sie am 12. September. Wie auch in anderen Bundesländern wird eine Maskenpflicht gelten, die sich jedoch nicht auf den Unterricht erstreckt.

Sofern es die Infektionslage zulässt, öffnen in Bayern ab dem 1. September zudem wieder Krippen, Kindergärten und Horte.

5) Direktstudium Psychotherapie in Deutschland erstmals möglich

Wer in Deutschland bisher Psychotherapeut*in werden wollte, musste entweder Psychologie oder Pädagogik studieren und im Anschluss eine selbstständig organisierte und finanzierte Weiterbildung absolvieren. Nun wird der Ausbildungsweg vereinheitlicht und entsprechend beschleunigt, denn ab September können Studieninteressierte ein Direktstudium für Bachelor und Master wählen. Entsprechend wird der Begriff Psychotherapeut*in auch als Berufsbezeichnung festgelegt. Eine Approbation kann nach dem Studium direkt nach einer staatlichen psychotherapeutischen Prüfung beantragt werden.

6) Drittes Waffenänderungsgesetz tritt in Kraft

Ab 1. September gilt in Deutschland ein Verbot bestimmter halbautomatischer Schusswaffen. Zudem wird die zulässige Magazingröße bei bestimmten Schusswaffen begrenzt. Auch soll das Nationale Waffenregister ausgebaut werden, um künftig besser nachvollziehen zu können, wer welche Waffe wie lange besitzt. So könne der gesamte Lebenszyklus einer Waffe behördlich nachverfolgbar gemacht werden, von der Herstellung bis zu ihrer Vernichtung. Das erklärt das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat auf seiner Internetseite.

Die Waffenbehörde muss entsprechend ab September im Rahmen der "Regelabfrage" beim Verfassungsschutz abfragen, ob eine Person, die eine Waffe besitzt oder besitzen will, dort als Extremist bekannt ist: "Personen, die Mitglied in einer verfassungsfeindlichen Vereinigung sind (auch wenn diese nicht verboten ist), gelten künftig als in der Regel waffenrechtlich unzuverlässig", wird dort beschrieben. Zudem soll das Bedürfnis zum Waffenbesitz nun alle fünf Jahre überprüft werden.

7) Umrüstung elektronischer Kassen: Frist läuft ab – eigentlich

Seit 1. Januar 2020 schon gilt in Deutschland für Händler die Pflicht, ihren Kunden einen Bon auf ihren Einkauf auszustellen, um Bezahlvorgänge besser und nachvollziehbar zu gestalten. Elektronische Kassen sollen daher über eine vom Bundesamt für Sicherheitstechnik zertifizierte Sicherheitseinrichtung verfügen – Händler sollten ihre Verkaufssysteme eigentlich bis zum 30. September aufrüsten. Aufgrund der Corona-Pandemie haben allerdings bis auf Bremen alle Bundesländer die Frist bis März 2021 verlängert.

Gesetzesänderungen, Verbote und Anpassungen der Geschäftsbedingungen kommen auf Verbraucher am 1. September zu. Auf unserer Themenseite Ratgeber Recht finden Sie nützliche Informationen, wie Sie von Ihren Rechten Gebrauch machen können.

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