02.09.2019

Online-Banking, Hebammen-Prämie... Verbraucher aufgepasst! Das ändert sich im September 2019

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Im September gibt's wieder einige Änderungen für Verbraucher. Unter anderem ist das Online-Banking betroffen.

Foto: iStock/Pinkypills

Im September gibt's wieder einige Änderungen für Verbraucher. Unter anderem ist das Online-Banking betroffen.

Verbraucher müssen sich wieder auf einige Neuerungen im Alltag gefasst machen. Welche Rolle das Online-Banking, Negativ-Zinsen für Sparer und eine Prämie für Hebammen in Bayern dabei spielen...

Der Monatswechsel von August auf September verspricht traditionell einige Veränderungen für Verbraucherinnen und Verbraucher. Betroffen sind dieses Mal vor allem Bank-Kunden mit Online-Banking, Eltern in Bayern, Youtube-Nutzer oder Asylbewerber. Wir erklären Ihnen die Änderungen zum 1. September.

1) Sichereres Online-Banking durch neue EU-Richtlinie

Online-Banking-Kunden aufgepasst: Transferaktionen und Co übers Internet werden sicherer. Ab 14. September 2019 tritt nämlich die neue Zahlungsdiensterichtlinie "PSD2" in Kraft, die den Zahlungsverkehr in den EU-Staaten neu regeln soll. Die klassische TAN-Liste wird dabei endgültig abgeschafft.

Die Liste, die bisher immer noch einige Kunden genutzt hatten, wird dann konsequent durch die Zwei-Faktor-Authentifizierung ersetzt, bei der ein zweites Gerät, etwa ein Handy oder ein chipTAN-Generator, ein spezielles TAN-Gerät, genutzt wird. Diese Methode gibt es bereits, sie wird auch schon standardmäßig genutzt. Doch Kunden müssen sich nun schon beim Login mit dieser Methode identifizieren. Die Postbank erklärt: "Wer sich künftig in sein Online-Banking einloggen möchte, benötigt nicht nur Benutzernamen und Passwort bzw. Kontonummer und PIN, sondern muss seine Identität in einem weiteren Schritt auch noch mit einem Sicherheitsverfahren bestätigen."

Auch beim Online-Shopping wird der Login bei der Bezahlung ab sofort so ablaufen.

Zudem können mit der neuen EU-Richtlinie auch Drittanbieter aufs Konto zugreifen, sofern Sie dem vorher zugestimmt haben. Das soll das Bezahlen erleichtern.

Bei der Sparkasse wird zudem nach und nach das bekannte SMS-TAN-Verfahren eingestellt. Was Verbraucher dabei beachten müssen...

2) Negativ-Zinsen für Sparer

Der Einlagenzins, der bereits jetzt negativ ausfällt, soll weiter gesenkt werden. Das hatte der bisherige Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Mario Draghi, bereits angekündigt, nun könnte dies ab 12. September passieren. Die Banken, die Ihr Geld bei der EZB einlagern, müssten ab dann über 0,4 Prozent Strafzinsen zahlen.

Aufgrunddessen müssten Bankkunden dann mit steigenden Kosten rechnen. Das prognostiziert Sparkassenpräsident Helmut Schleweis. Dann könnten auch erstmals Sparer mit weniger als 100.000 Euro auf dem Konto vom Negativzins betroffen sein.

Allerdings prüft die Bundesregierung nun noch ein gesetzliches Verbot von Negativzinsen für Kleinsparer. Ein solches Verbot passe laut Schleweis aber "nicht zu unserer Wirtschafts- und Rechtsordnung", wie er gegenüber dem "Handelsblatt" feststellte.

3) Youtube zeigt jetzt Original-Serien und Filme kostenlos

Film- und Serienfans können sich ab 24. September wieder auf Youtube stürzen. Der Online-Videodienst wendet sich wieder vom Bezahlsystem ab und lieber wieder mehr kostenlose Videos zur Verfügung stellen. Das bedeutet, dass Inhalte, die bislang Premium-Abo-Nutzern vorbehalten waren, nun auch wieder frei verfügbar sind – allerdings für Nutzer, die kein Abo besitzen, mit regelmäßigen Werbeeinblendungen. Denn damit will sich der Dienst wieder vermehrt finanzieren.

4) DAZN-Abonnenten müssen tiefer in die Tasche greifen

Fußball- und Sportfans, die Bundesliga und Co verfolgen wollen, werden für ihren DAZN-Account zur Kasse gebeten. Kostete das Abo bisher 9,99 Euro im Monat, werden es ab 1. September 11,99 Euro sein. Zudem wird es aber ein Jahresabo für 119,99 Euro geben, mit dem Dauerkunden sparen können. Dieses ist aber natürlich nicht monatlich kündbar.

Besonders Bundesliga-Fans sollten hier hellhörig werden, zeigt der Onlinesender DAZN doch seit August 40 Bundesliga-Spiele pro Saison – nämlich Freitagsspiele sowie fünf Spiele am Sonntag sowie am Montag.

5) Asylleistungen werden angepasst

Die Geldleistungen für Asylbewerber werden ab 1. September gekürzt, so sieht es eine Änderung des Asylbewerberleistungsgesetzes vor. Künftig werden Kosten für Strom und Wohnungsinstandhaltung ausgegliedert. Das bedeutet:

  • Alleinstehende und Alleinerziehende, die nicht in einer Sammelunterkunft leben, bekommen 344 statt 354 Euro im Monat.
  • Paare, die in einer Wohnung oder Gemeinschaftsunterkunft leben, bekommen 310 statt 318 Euro.
  • Erwachsene unter 25 Jahren im Haushalt der Eltern erhalten 275 statt 284 Euro.
  • Jugendliche zwischen 14 und 17 Jahren erhalten 275 statt 276 Euro.
  • Kinder zwischen 6 und 13 Jahren erhalten mehr, nämlich 268 statt 242 Euro.
  • Für Kinder bis 5 Jahre bleibt es bei 214 Euro monatlich.

6) München senkt die Kita-Gebühren

In München sind seit 1. September die Kita-Gebühren für städtische Einrichtungen sowie für Einrichtungen freigemeinnütziger und sonstiger Träger der Münchner Förderformel gesenkt worden.

Dementsprechend werden für Kindergartenplätze für Kinder im Alter zwischen 3 und 6 Jahren unabhängig vom Einkommen der Eltern und der Betreuungszeit keine Kosten mehr anfallen. Für einen Krippenplatz (0 bis 3 Jahre) werden Kosten erst ab einem Haushaltseinkommen von über 50.000 Euro fällig, ebenso für einen Platz im Hort oder Tagesheim für Schulkinder ab 6 Jahren.

7) HIV-Prophylaxe wird von gesetzlichen Krankenkassen übernommen

Künftig zahlen alle gesetzlichen Krankenkassen die medikamentöse Prophylaxe gegen den Aids-Erreger HIV. Die vorbeugende Therapie mit Arzneimitteln soll eine Infektion mit dem HI-Virus mit 96-prozentiger Sicherheit verhindern können. Die sogenannte "PrEP" (Prä-Expositions-Phrophylaxe) soll damit die HIV-Neuinfektionen deutlich senken können.

8) Finanzanreiz für Mediziner für schnellere Arzttermine

Kassenpatienten sollen zukünftig schneller an einen Arzttermin kommen können. Dafür bekommen Ärzte ab September finanzielle Anreize. Ein Hausarzt erhält etwa 10 Euro extra, sorgt er dafür, dass ein Patient mit einer Überweisung schnellstmöglich einen Termin beim Facharzt bekommt.

Zudem werden Fachärzte (Augenärzte, Frauenärzte, Hals-Nasen-Ohren-Ärzte) verpflichtet, fünf Stunden pro Woche als offene Sprechstunde ohne feste Termine anzubieten – auch dafür gibt es eine zusätzliche Vergütung.

9) Hebammen in Bayern erhalten Niederlassungsprämie

Wer als Hebamme in Bayern freiberuflich arbeitet, kann ab 1. September eine einmalige Niederlassungsprämie von 5.000 Euro beantragen. Aber auch festangestellte Hebammen, die nebenbei noch freiberuflich Geburtshilfe leisten, können einen Antrag stellen. „Mit der Prämie soll freiberuflichen Hebammen der Einstieg oder Wiedereinstieg in diesen wichtigen Beruf erleichtert werden“, sagt die bayerische Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU).

Gesetzesänderungen, Verbote und Anpassungen der Geschäftsbedingungen kommen auf Verbraucher am 1. September zu. Auf unserer Themenseite Ratgeber Recht finden Sie nützliche Informationen, wie Sie von Ihren Rechten Gebrauch machen können.

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