13.08.2018

Was Hitze und Dürre anrichten 8 Folgen des Wetters: Gibt's sogar weniger Weihnachtsbäume?

Ist der Klimawandel an der Hitzewelle schuld? Das sagen Experten

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Mo, 06.08.2018, 16.13 Uhr

Ist der Klimawandel an der Hitzewelle schuld? Das sagen Experten

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Der lange, heiße Sommer hat auf Dauer nicht nur uns Menschen zu schaffen gemacht: Die Auswirkungen auf die Natur sind dramatisch. Während es mehr Wespen und giftige Blaualgen gibt, ist die Ernte katastrophal – sogar die Anzahl der Weihnachtsbäume könnte langfristig betroffen sein. Lesen Sie hier acht weitreichende Folgen des Wetters.

Hitze und Dürre haben unmittelbare Auswirkungen auf die Natur, das haben mittlerweile wohl alle schon zu spüren bekommen. Aber was heißt das eigentlich genau? Zum Beispiel, dass wir möglicherweise auch mit weniger Weihnachtsbäumen rechnen müssen... Aber auch die Menge an Wespen und giftigen Blaualgen in Gewässern hat zugenommen. Wir haben Ihnen acht weitreichende Folgen des Wetters zusammengetragen, denen wir uns jetzt ausgesetzt sehen.

Das richten Hitze und Dürre an: 8 Folgen des Wetters

Weniger Weihnachtsbäume: Wegen der langen Trockenperiode sind Baumplantagenbesitzern unter anderem viele Jungtannen vertrocknet, wie die Nachrichtenagentur "dpa" berichtet. Bereits 50 Prozent seien betroffen – an besonders sandigen Standorten sogar bis zu 100 Prozent. Das wird sich wohl erst in 8,9 Jahren bemerkbar machen. Doch auch der diesjährige Bestand sei bedroht, ein Ausfall um mindestens 10 Prozent sei sehr wahrscheinlich – und damit leider wohl auch ein Preisanstieg.

Blaualgen-Wachstum: Die anhaltende Hitze hat die Blaualgenblüte in deutschen Gewässern extrem begünstigt. Bei Menschen können die Cyanobakterien allergische Reaktionen auslösen und zu Erbrechen, Schwindel, Durchfall und Hautreizungen führen. Laut "Spiegel Online" sind bereits Strände an der Ostsee und an Seen in ganz Deutschland gesperrt worden.

Mehr Wespen, aber weniger Mücken: Hummeln, Hornissen und vor allem Wespen konnten sich in diesem Jahr dank der Hitze und Trockenheit mehr als sonst vermehren. Biologin Melanie von Orlow vom Naturschutzbund spricht gar von einem "Super-Wespenjahr". Dafür ist die Zahl der Mücken bis jetzt sehr niedrig, weil sie wenige Gewässer finden, in die sie ihre Eier legen können.

Borkenkäfer auf dem Vormarsch: Forstämter sprechen bereits von einem Extremjahr, was den Schädlingsbefall angeht: Borkenkäfer bedrohen deutsche Wälder. Weil die Hitze das Immunsystem der Bäume geschwächt hat, sind sie anfälliger als sonst für Schädlinge wie den Borkenkäfer. Und der verursacht mit die meisten wirtschaftlichen Schäden in Wäldern, weil er sie komplett vernichten kann. So bohrt er sich in die Baumrinde, um dort Eier abzulegen. Bei Wassermangel können die Bäume nicht ausreichend Harz zur Abwehr der Schädlinge bilden und sterben ab.

Das Fischsterben geht weiter: An Nord- und Ostsee sowie in vielen Flüssen und Seen wurden mittlerweile Tonnen an toten Fischen aus dem Wasser gezogen. Grund ist der geringe Sauerstoffgehalt des Wassers, denn warmes Wasser enthält weniger Sauerstoff als kaltes. Aber auch sonst kommen Gewässer aus dem Gleichgewicht – so ist für einige Fischarten, etwa Brassen, der inzwischen hohe Salzanteil lebensbedrohlich.

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Miese Ernte: Der Deutsche Bauernverband prognostiziert laut der Zeitung "Südkurier" die schlechteste Ernte des Jahrhunderts und fordert Hilfe in Milliardenhöhe. Darüber hinaus droht Rindern das Futter auszugehen, heißt es weiter. Silos leeren sich in Rekordgeschwindigkeit, und mit neuem, nachwachsenden Grün sei nicht zu rechnen. Nur rund zehn Prozent des normalen Niveaus an Regenmengen seien seit Jahresbeginn in den Krisengebieten zwischen Hochrhein und Schwarzwald heruntergekommen.

Notschlachtungen bei Rindern: Der Futtermangel hat laut "RP Online" eine Zunahme der Rinderschlachtungen um bundesweit 20 Prozent zur Folge. Preise für das Fleisch seien so stark wie noch nie gesunken, denn die Tiere seien eigentlich nicht schlachtreif, weil sie viel zu wenig Gewicht hätten. Der Futterankauf sei aber einfach zu teuer, so dass viele Bauern ihre Rinder lieber schlachten lassen.

Wunderbare Wein-Aussichten: Immerhin eine Landwirtschafts-Branche profitiert vom Supersommer – die Weinbauern rechnen mit einem Spitzenjahrgang! Weil es so heiß war, konnten die Trauben über die Maßen reifen, ohne von Krankheiten betroffen zu sein, denn die haben bei den Temperaturen wenig Chancen. Der leckere Federweißer kommt früher als sonst in die Läden, und teurer soll der Wein insgesamt auch nicht werden.

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