02.08.2018

Tolles Nachhaltigkeits-Projekt Statt Plastik: Edeka testet Mehrwegdosen für Wurst und Käse

Edeka steht zu seinem Slogan "Wir lieben Lebensmittel". Jetzt testet die Discounter-Kette Mehrwegdosen an den Frischetheken.

Foto: imago

Edeka steht zu seinem Slogan "Wir lieben Lebensmittel". Jetzt testet die Discounter-Kette Mehrwegdosen an den Frischetheken.

Der Berg an Plastikmüll weltweit wächst – Edeka will jetzt etwas dagegen tun: ab sofort gibt es testweise in einem Markt des Unternehmens Fleisch, Wurst und Käse in Mehrwegdosen. Verbraucher finden's gut.

Plastiktüte? Nein danke! Edeka hat jetzt einen Praxistest gestartet, der für Lebensmittelmärkte wegweisend werden könnte: In einem Pilotmarkt in Büsum können sich Kunden ab sofort frische Lebensmittel an der Bedientheke in eine Mehrwegdose packen lassen.

Mehrwegdose statt Plastiktüte: Test in Edeka-Filiale

Gemeinsam mit dem WWF hat Edeka den systematischen Einsatz von Mehrwegboxen in den Frischetheken des Unternehmens vorangetrieben und optimiert – schließlich sollen ja auch lebensmittelrechtliche Vorgaben eingehalten werden.

Der Praxistest findet derzeit in einem Edeka-Markt in Büsum statt. Der dort verantwortliche Kaufmann Andreas Jensen: "Mich hat die Idee sofort überzeugt. Mehrweg statt Einweg, das ist der richtige Weg, um Verpackungsmüll zu vermeiden. Gerade wir Edeka-Kaufleute mit unseren Frischetheken können gemeinsam mit unseren Kunden hier viel bewirken."

Auch Rolf Lange, Sprecher der Edeka-Zentrale, ist von den Dosen und der damit verbundenen Nachhaltigkeit überzeugt: "Das neue System ist einfach, praktisch und hilft dabei, Einwegverpackungen aus Plastik oder Papier zu vermeiden."

So funktioniert das System mit der Dose

Nachhaltigkeit wird bei Edeka schon länger groß geschrieben, hier und da gab es auch schon Projekte, die in einigen Märkten im Einsatz waren oder sind. So setzt der Edeka-Markt Bergmann in Lüneburg schon seit 2016 auf solcherlei Frischeboxen. Kunden seien sofort von diesem Angebot begeistert gewesen, heißt es dort.

Aus den gesammelten Erfahrungen wurde nun das Mehrwegdosen-Konzept entwickelt, das zukünftig breiten Einsatz an den Bedientheken für Wurst und Käse finden könnte.

Das Prinzip ist einfach: Der Kunde erhält die Mehrwegdose zusammen mit seiner Ware an der Theke und bezahlt beides an der Kasse. Beim nächsten Besuch bringt er seine Dose wieder mit und gibt sie über eine Sammelbox in den Mehrwegkreislauf. Die gesammelten Dosen werden im Markt gereinigt und stehen dann wieder in einwandfreiem Zustand an den Theken bereit – der Kunde kann sie kostenfrei wieder verwenden.

Das sagen die Verbraucher zum Dosen-Projekt

Das Mehrweg-Konzept kommt gut an: Auf den Facebook-Seiten des Unternehmens Edeka und des Marktes in Büsum häufen sich positive Kommentare von begeisterten Kunden. Hier sind einige:

  • Habe eben eure Aktion mit den Mehrwegverpackungen für Fleisch und Käse auf RTL gesehen. Genial. Das sollte Vorbild für alle werden. Danke.
  • Warum nur in Büsum? Ich möchte auch Papiertüten und Mehrwegdosen in meinem E-Center
  • Großes Lob aus dem Schwabenland für die Dosenaktion an der Wursttheke... Hoffe es nehmen sich einige Märkte ein Beispiel
  • das sollte nicht nur bei Euch angeboten werden, ich würde das sofort machen
  • Coole Sache! In der Obstabteilung gibt es wieder diese dreieckigen Papiertüten – wie früher auf 'm Markt! Daumen hoch!! Weiter so! :-) Küste gegen Plastik!!

Edeka und WWF im Kampf gegen Verpackungsmüll

Schon seit 2015 arbeiten WWF und Edeka gemeinsam daran, den Verpackungsmüll zu reduzieren. Wo der Verzicht nicht möglich ist, geht es um den möglichst sinnvollen Einsatz von Verpackungen, etwa Mehrweg statt Einweg, wie es im aktuellen Projekt auch umgesetzt wird. "Viele Menschen fragen sich beim Einkauf, wie sie selbst einen Beitrag zur Reduzierung des Verpackungsbergs leisten können. Die Mehrwegdose stellt einen sinnvollen Ansatz dar, der es ermöglicht, ganz einfach selbst aktiv zu werden", sagt Dr. Marina Beermann vom WWF Deutschland, Leiterin der Kooperation mit Edeka.

Ganz so leicht fällt es vielen Verbrauchern aber offenbar doch nicht, der traditionellen Verpackung den Rücken zu kehren. Lesen Sie hier, wie schwierig der Abschied vom guten, alten Plastiktütchen im Lebensmittelhandel ist.

Ein weiterer richtiger und wichtiger Schritt: Um dem Plastikmüll Herr zu werden, will die EU-Kommission bald Plastikgeschirr verbieten.

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