13.11.2019

Grausame Tierquälerei Darum sollten Sie keinen Büffelmozzarella mehr kaufen

Büffelmozzarella wird aus der Milch von Büffelkühen hergestellt. Viele Tiere müssen für diese Käseproduktion  extrem leiden.

Foto: imago images / imagebroker

Büffelmozzarella wird aus der Milch von Büffelkühen hergestellt. Viele Tiere müssen für diese Käseproduktion extrem leiden.

Büffelmozzarella gilt als Luxusprodukt. Dahinter steckt aber brutale Tierquälerei, die bereits seit Jahren bekannt ist. Denn nicht alle Tiere sind für die Produktion nützlich...

Wahrscheinlich hat schon jeder einmal italienischen Büffelmozzarella gegessen. Er schmeckt intensiver und cremiger als herkömmlicher Mozzarella und ist sehr gesund. Das Käseprodukt wird aus der Milch von Wasserbüffeln hergestellt und gilt als Delikatesse. Im vergangenen Jahr wurden allein in Süditalien fast 50 Millionen Kilogramm Büffelmozzarella hergestellt. Tendenz steigend, denn die Nachfrage wächst stetig. Zu den größten Abnehmern im Ausland zählt auch Deutschland. Aber hinter Büffelmozzarella steckt Tierquälerei.

Die grausame Wahrheit über Büffelmozzarella: Tierquälerei

Was für Qualen die Tiere bei der Herstellung erleiden müssen, das wissen wahrscheinlich die wenigsten. Bereits 2014 hat die Tierschutzorganisation "Vier Pfoten" in Italien in der Region Kampanien recherchiert und teilweise katastrophale Zustände entdeckt. Seitdem hat sich die Lage nicht wirklich verbessert. Für die Produktion des Käses müssen Hunderttausende neugeborene Büffelkälber sterben. Denn für den Mozzarella werden nur die Büffelkühe bzw. ihre Milch benötigt. Und diese können sie auch nur geben, wenn sie trächtig sind oder es gerade waren.

Die männlichen Kälber sind dagegen komplett nutzlos für die Büffelmozzarella-Produktion. Nutztierexpertin Hanna Zedlacher von "Vier Pfoten" erklärt gegenüber BILD der FRAU: "Die männlichen Kälber kommen nach ungefähr 20 Tagen zum Schlachter oder sie sterben direkt am Betrieb, da man sich nicht um sie kümmert. Das haben unsere Berichte in den letzten Jahren bestätigt."

Die männlichen Kälber müssen sterben

Auch die italienische Investigativ-Journalistin Giulia Innocenzi hat Nachforschungen angestellt und von solchen katastrophalen Zustände beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk in Italien berichtet. Sie hat entdeckt, dass einige Züchter ihre Tiere nach der Geburt einfach verenden lassen – dadurch sparen sie sich das Futter für die ersten Lebenstage und ungefähr 20 Euro für das Schlachten im Schlachthof. Andere Züchter töten die Babybüffel mit einem Hammer selbst oder werfen sie mit zusammengebundenen Beinen und lebendig in Flüsse oder Seen, so dass die Tiere ertrinken.

Innocenzi wird zitiert: "Ich selbst habe bei meiner Recherche ein Gerippe eines kleinen Büffels hinter einem Stall gefunden. Als ich dann die Züchter damit konfrontiert habe, haben sie sogar zugegeben, dass das das Ende ist, das die männlichen Büffel nehmen, weil sie nichts wert sind." Das Töten der männlichen Kälber geht sogar so weit, dass es ganze Büffel-Friedhöfe in Italien gibt.

Warum wird das Fleisch von Büffeln nicht verwertet?

Büffelfleisch wird kaum gegessen, obwohl es gesund ist. Das Fleisch hat mehr Proteine und Eisen als Rindfleisch und weniger ungesundes Fett und Cholesterin. Trotzdem gibt es kaum Abnehmer für Büffelfleisch. Einige wenige Tiere werden trotzdem noch verwertet. Die Expertin von "Vier Pfoten" sagt: "Wenn die männlichen Kälber regulär geschlachtet werden, werden sie zu Hundefutter verarbeitet."

So werden die weiblichen Büffel gehalten

Die weiblichen Büffel dürfen zwar weiterleben, aber viele Tiere werden unter nicht artgerechten Bedingungen gehalten. Zedlacher: "Das ist sehr betriebsabhängig, allgemein kann man aber sagen, dass die gestiegene Nachfrage nach Büffelmozzarella auch Konsequenzen für den Umgang und Haltung mit den weiblichen Tieren bedeutet. Reine Stallhaltung ist die Norm, ohne Zugang zu einer Weide. Dabei sind die Tiere sehr empfindlich, sie müssen ständig von außen gekühlt werden, weil sie wenig Schweißdrüsen haben. Und damit sie die Menge an Milch in der gewissen Qualität produzieren können, ist der Kraftfuttereinsatz sehr hoch – was für Wiederkäuer wie Büffel ebenfalls nicht artgerecht ist."

Warum wird mit den Tieren so brutal umgegangen?

Zedlacher: "Das Problem ist für uns die Intensivierung der Mozzarella-Produktion, zu der eben nur die weiblichen Tiere gebraucht werden, und die männlichen Tiere nicht. Vier Pfoten spricht sich gegen eine Produktion aus, bei der nur ein Geschlecht genutzt wird. Leider muss noch viel Tierschutzarbeit in den Betrieben (und das gilt nicht nur für Italien!) betrieben werden."

Sollte ich jetzt gar keinen Büffelmozzarella mehr kaufen?

Unter gewissen Umständen können Sie trotzdem noch Büffelmozzarella kaufen und konsumieren, so "Vier Pfoten". Die Tierschutzorganisation empfiehlt aber "den Griff zu Bio-Büffelmozarella, da die ökologische Produktionsweise dem Tierwohl generell mehr Rechnung trägt".

Schlimme Arten von Tierquälerei gibt es natürlich nicht nur bei den Büffeln. In Deutschland wurden im letzten Jahr fast 50 Millionen männliche Küken getötet, weil sie keine Eier legen können. BILD der FRAU hat mit Ernährungs- und Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner über das Kükenschreddern gesprochen.

Mehr Informationen über die Tierschutzorganisation "Vier Pfoten" gibt's auf der Website: www.vier-pfoten.de

Im Video zeigen wir Ihnen, woran Sie Produkte erkennen können, für die keine Tiere leiden müssen:

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